Mission Energiewende | Wie entsteht der Strompreis?

Ab 2020 wird’s spannend

Über die Hälfte des Geldes, das wir jeden Monat für unseren Strom zahlen, fließt in Steuern, Abgaben und Umlagen. Und die sind in den letzten Jahren stark gestiegen, obwohl grüner Strom eigentlich immer billiger wird. Warum ist das so?

Nicht einmal die Hälfte für den Strom

Der Strompreis, den wir als Kunden bei unseren Lieferanten zahlen, setzt sich aus verschiedenen Teilen zusammen. Für einen Beispielhaushalt von 2017 rechnet die Bundesnetzagentur wie folgt: Die eigentliche Stromproduktion machen nur 21,5 Prozent des bezahlten Strompreises aus. Steuern wie Mehrwert- und Umsatzsteuer kommen auf 22,9 Prozent. Und dann gibt es da noch Abgaben und Umlagen. Erstaunlich hoch ist die EEG-Umlage mit 23 Prozent. Ihr zugrunde liegt das Erneuerbare-Energien-Gesetz.

Strompreis runter, Umlagen rauf

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz wurde im Jahr 2000 von der rot-grünen Bundesregierung verabschiedet. Es soll dafür sorgen, dass in Deutschland mehr grüner Strom ins Netz gespeist wird. Und deshalb wird darin den Produzenten von Ökostrom zugesichert, dass sie 20 Jahre lang von den Netzbetreibern einen Festpreis für ihren Strom bekommen werden.

Die Netzbetreiber handeln diesen Strom dann an der Strombörse und erhalten dafür in der Regel weniger Geld, als sie bezahlt haben. Diese Differenz können sie sich aber vom Staat zurückholen, der die wiederum auf alle Stromkunden umlegt. Das ist die EEG-Umlage, die wir alle bezahlen müssen. Und je mehr günstiger Ökostrom an der Börse gehandelt wird, desto höher wird sie.

Was passiert 2020?

Ab dem Jahr 2020 wird es aber nochmal spannend, denn dann läuft diese Festpreisgarantie aus. Das bedeutet, dass Betreiber alter Windräder und Photovoltaik-Anlagen ihren Strom selbst zu Marktpreisen verkaufen müssen.

Was nach 2020 passiert, wenn viele der älteren Windkraftanlagen aus der EEG-Umlage rausfallen, weiß man heute noch nicht so ganz genau. Es hängt sehr davon ab, wie die Preise an der Strombörse sein werden. […] Was die Frage angeht, ob die Windmüller überhaupt ihren Strom an der Börse anbieten können: Ja, auf jeden Fall. Das tun die nämlich heute schon zu einem ganz überwiegenden Teil. Sie kriegen nur noch immer einen Schnaps oben drauf. Das fällt dann nach 2020/2021 nach und nach weg. – Christoph Podewils

Außerdem fallen natürlich in Zukunft auch immer mehr Atom- und Braunkohle-Kraftwerke aus dem Strommarkt. Was das für die Strompreise bedeutet, hat detektor.fm-Reporter Christian Eichler mit Christoph Podewils von Agora Energiewende besprochen. Außerdem hat er die Leipziger Strombörse EEX besucht.


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„Mission Energiewende“ ist eine Kooperation mit dem Ökostromanbieter LichtBlick und dem WWF

Redaktion