„Das Klima hat sich schon immer verändert und CO2 ist nur ein Spurengas.“ Wem solche Aussagen in Gesprächen über den Klimawandel begegnen, der sollte hellhörig werden. Aber wie entsteht Klimawandelleugnung eigentlich und wie funktioniert sie?
Die Nachbarin, die mit bedenklichen Argumenten auffällt, die Unterhaltung auf dem Grillfest, die plötzlich in eine seltsame Diskussion abdriftet: Wenn es in Gesprächen ums Klima geht, kennt fast jede und jeder diese Momente. Meist greifen Klimawandelleugnerinnen und -leugner dabei auf dieselben argumentativen Muster zurück.
Wie sich Desinformation in ihren verschiedenen Facetten enttarnen und entkräften lässt, das steht an der Universität Leipzig mittlerweile auf dem Lehrplan. Dabei hilft das Akronym PLURV, es steht für: Pseudoexperten, logische Fehlschlüsse, unerfüllbare Erwartungen, Rosinenpicken und Verschwörungsmythen.
Die Doktorandinnen Hannah Marie Eichholz und Teresa Vogl und der Privatdozent Dr. Maximilian Mahn vom Institut für Meteorologie der Universität Leipzig wissen: Falschinformation entsteht nicht immer aus böser Absicht. Oft steckt der Wunsch dahinter, dass es „doch nicht so schlimm“ ist — oder schlicht Unwissen.
Gefährlich wird es allerdings, wenn sich Wissenschaftsleugnung über die Medien verbreitet und eine falsche Ausgewogenheit, eine sogenannte „False Balance“ entsteht. Die Einzelmeinung eines Pseudoexperten wird dann etwa auf dieselbe Stufe gestellt, wie der wissenschaftliche Konsens. Das könne das Vertrauen in die Forschung untergraben und sogar politische Entscheidungen beeinflussen.
In dieser Folge von Zurück zum Thema erklären die drei Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, wie PLURV als handlicher Kompass eingesetzt werden kann, um im Alltag Scheinargumente zu entlarven.