Machen statt Quatschen | Wie Kreativschaffende beim Kampf gegen Deepfakes helfen

Wie macht man eine unsichtbare Technologie sichtbar?

Deepfakes lassen sich mit bloßem Auge kaum noch erkennen. Das Start-up Neuramancer entwickelt deshalb bereits 2024 eine Software, die solche Fälschungen aufspüren kann. Doch die Technologie ist ihrer Zeit voraus: Wie überzeugt man potenzielle Kunden und Kundinnen von einer Lösung, wenn sie das Problem noch nicht erkennen?

Eine Technologie sucht ihren Markt

Papst Franziskus in einer weißen Daunenjacke oder gefälschte Satellitenbilder aus dem Iran-Krieg: Immer wieder sorgen KI-generierte Bilder im Netz für Aufsehen. Oft sind sie kaum von echten Fotos zu unterscheiden. Um solche Fälschungen aufzuspüren, entwickelt das Rosenheimer Start-up Neuramancer 2024 eine spezielle Software, die anhand technischer Merkmale echte von künstlich erzeugten oder veränderten Aufnahmen unterscheiden kann. Mit der Technologie will das Unternehmen vor allem Medienhäuser erreichen, die Bilder und Videos auf ihre Echtheit überprüfen müssen.

Doch als Neuramancer sein Produkt auf den Markt bringen will, steht das Start-up vor einer Herausforderung: Vielen potenziellen Kundinnen und Kunde ist 2025 noch gar nicht bewusst, wie problematisch KI-Fälschungen werden können. Wie weckt man also das Interesse an einer Technologie, deren Nutzen viele noch nicht sehen?

Mit kreativen Ideen gegen Deepfakes

Um darauf eine Antwort zu finden, nimmt Mitgründerin Anika Gruner 2025 an einem Cross Innovation Lab des KreativBunds teil. Dort trifft das Start-up auf eine Digitalstrategin, einen Autor und eine Künstlerin, die mit einem ganz anderen Blick auf die Herausforderung schauen. Drei Monate lang entwickeln sie Ideen, um Menschen auf die Gefahren von Deepfakes aufmerksam zu machen und mögliche Einsatzbereiche für die Software zu erschließen.

Für uns war selbstverständlich, wie sich KI entwickelt und was sie alles kann. Aber es ging auch darum: Was wissen denn Menschen darüber, die sich nicht jeden Tag mit unserer Thematik beschäftigen?

Anika Gruner, Co-Founderin Neuramancer

Foto: Cindy Ngo

Daraus entsteht unter anderem die Kampagne „We Fight Fakes“. Auf der gleichnamigen Website können Nutzerinnen und Nutzer selbst testen, wie gut sie Deepfakes erkennen. Sie bekommen dafür verschiedene Bilder angezeigt und müssen entscheiden: echt oder fake? Was einfach klingt, entpuppt sich schnell als echte Herausforderung. So macht das Quiz spielerisch deutlich, wie schwer sich Fälschungen inzwischen mit bloßem Auge erkennen lassen.

Doch wie kommen solche unterschiedlichen Perspektiven überhaupt zusammen? Christoph Brosius hat die Cross Innovation Labs 2025 begleitet und war am sogenannten Matching beteiligt. Er erklärt, wie Unternehmen und Kreativschaffende zusammenfinden und worauf es bei der Zusammenarbeit ankommt.

Warum Cross Innovation gerade für Start-ups interessant sein kann, welche weiteren Ideen bei Neuramancer entstanden sind und ob das Lab dem Unternehmen bei seiner ursprünglichen Herausforderung geholfen hat, darüber spricht detektor.fm-Moderatorin Philine Klinger mit Anika Gruner und Christoph Brosius in der neuen Folge von „Machen statt Quatschen“.