Das E-Bike ist ein Erfolgsmodell. Doch seine Zulassung basiert auf einer Ausnahmeregelung. Ist das eine Gefahr für den Erfolg?
In dieser Ausgabe von „Antritt“ geht es mit Arne Bischoff vom Pressedienst Fahrrad um die Zukunft des E-Bikes.
Das E-Bike ist ein Erfolgsmodell der Elektromobilität. Millionen elektrisch unterstützter Fahrräder sind in Deutschland unterwegs, seit 2023 werden mehr E-Bikes als klassische Fahrräder verkauft. Das macht das Stromfahrrad zum Verkaufsschlager und auch zum Umsatzbringer der Fahrradwirtschaft.
Korrekt bezeichnet ist ein E-Bike eigentlich ein Pedelec, also ein „Pedal Electric Cycle“. Oder, etwas umständlicher, ein EPAC, also ein „Electrically Power Assisted Cycle“. So wird es auch in einer europäischen Verordnung genannt, die dem E-Bike einen Ausnahmestatus einräumt: Unter bestimmten Umständen werden EPACs rechtlich als Fahrräder eingeordnet und sind damit z. B. von der Führerschein- und Helmpflicht ausgenommen. Das bekannteste Kriterium für diese Ausnahme ist die Beschränkung der Unterstützung auf Geschwindigkeiten bis 25 km/h, außerdem ist die Nenndauerleistung auf 250 Watt beschränkt.
Allerdings werden aktuelle Motoren und Modelle immer leistungsfähiger, bis zu 1500 Watt sind da möglich. Umgerechnet sind das etwa zwei PS, die ohne Führerschein bewegt werden dürfen. Hier sehen Branchenakteure eine Gefahr und drängen auf eine Neuregulierung. Sie befürchten den Entzug der Ausnahmeregelung und damit die Abschaffung des sogenannten „Fahrradprivilegs“. E-Bikes wären dann rechtlich nicht mehr Fahrrädern gleichgestellt.
Darum hat der Zweiradindustrieverband ZIV schon 2025 eine Präzisierung aktueller Regelungen angeregt und eine Begrenzung der maximal möglichen Unterstützung auf 750 Watt vorgeschlagen. Der ADFC Thüringen sieht ebenso Anlass zur Nachschärfung, regt aber eine Begrenzung der möglichen Beschleunigung an.
Arne Bischoff vom Pressedienst Fahrrad begleitet als Fahrradjournalist die Diskussion um die rechtliche Einordnung von EPACs und mögliche Konsequenzen. Für diese Ausgabe des Antritts hat Gerolf mit Arne über die technischen Grundlagen, die unterschiedlichen Argumente und mögliche Szenarien für die Zukunft gesprochen.
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