Mütter schmieren Brote, messen Fieber, helfen bei den Hausaufgaben, kaufen Kinderschuhe und Geschenke, lesen vor und trösten — manchmal alles an einem Tag. Inwiefern ist das Leben, das Mütter heutzutage in Deutschland führen, eigentlich nicht privat, sondern politisch?
Wie kann unser Leben gestaltet werden? Welche Gesetze gibt es? Wie sehen die gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen aus? Wie ist es um Krippenplätze, Kita-Öffnungszeiten, die finanzielle Ausstattung von Familien und um die Möglichkeit bestellt, in Teilzeit zu arbeiten? Wo werden Mütter diskriminiert, wo werden ihre Belange links liegen gelassen? Mütter leben nicht einfach nur „ihr privates Leben“, betont Journalistin und Buchautorin Mareice Kaiser im Podcast-Interview. Sie sagt: Mütter leben in Strukturen, die bestimmen, was möglich ist und was nicht.
Und du kannst als Mutter eigentlich gar nicht anders, als auch ein politischer Mensch zu sein.
Mareice Kaiser, Journalistin und Buchautorin
Foto: Leah Kunz
Wenn Mutterschaft so politisch ist, dann könnte man ja Politik an Müttern ausrichten. Mareice Kaiser führt als Beispiel eine Alleinerziehende mit drei Kindern an — eins davon mit Behinderung, also mit erhöhtem Pflegebedarf.
Das ist so meine liebste Vision, dass Politik eine alleinerziehende Mutter in den Mittelpunkt stellt. Dass bei jeder politischen Entscheidung, die getroffen wird, überlegt wird, was würde das denn jetzt eigentlich für eine Familie einer Alleinerziehenden bedeuten?
Mareice Kaiser
Mareice Kaiser ergänzt: Damit diese Familie gut und glücklich leben kann, brauche die Mutter zuallererst gute Arbeitsbedingungen — „25 Stunden, die aber so bezahlt werden, wie heute Vollzeit bezahlt wird“. Die Kinder brauchen eine gute, inklusive Betreuung in Kita und in der Schule, außerdem kurze Wege und Freizeitaktivitäten, bei denen die Pflegesituation mitgedacht wird.
Mareice Kaiser sagt, ihre Mutterschaft habe sie radikalisiert. Warum das so ist, was sie mit einem Megaphon über den Platz schreien möchte und was sich in Politik und Gesellschaft ändern muss, das erfahrt Ihr in der allerersten Folge von „MAMA.konkret“, dem Podcast von Julie Tan und detektor.fm.
In unserem neuen Audio- und Videopodcast gibt Zweifach-Mama und Content-Creatorin Julie Tan alias Cocolie Brokkoli wertvolle Tipps, die wirklich weiterhelfen — und begrüßt im Studio ausgewiesene Expertinnen zum jeweiligen Thema. Ab dem 6. Februar erscheint alle zwei Wochen eine neue Folge. Hier auf detektor.fm und überall, wo es Podcasts gibt. Abonniert „MAMA.konkret!“ noch heute, so verpasst ihr keine Folge, und empfehlt ihn gern weiter!