Der Blumenschmuck, die Monobraue und der leichte Oberlippenbart sind zu ihren Markenzeichen geworden und haben sie zu einer Ikone gemacht: Frida Kahlo. Warum fasziniert sie bis heute?
Zwei große Ereignisse sollen ihr Leben grundlegend bestimmt und verändert haben: Ein Verkehrsunfall, den sie schwerverletzt überlebt. Und ihre Ehe mit dem Maler Diego Rivera. Beide Ereignisse sind auch eng verknüpft mit ihrer Kunst.
Frida Kahlo wird 1907 in Mexiko-Stadt geboren. Neben Aufenthalten in den USA und Paris lebt sie hier den größten Teil ihres Lebens in der Casa Azul, dem blauen Haus, das schon kurz nach ihrem Tod von ihrer Familie in ein Museum umgewandelt wird.
Nach dem Busunfall verbringt Frida Kahlo fast ein ganzes Jahr im Bett — teilweise im Ganzkörpergips. Schon im Krankenhaus fängt sie an zu malen, zunächst, um sich die Zeit zu vertreiben. Daraus entwickelt sich ein ausdrucksstarkes Mittel für sie, ihren Emotionen und ihrem Schmerz Raum zu geben. Dabei bedient sie sich sakraler Elemente genauso wie indigener. Außerdem ist sie begeisterte Sammlerin präkolumbianischer Kunst.
Obwohl 1907 geboren, gibt sie für ihren Geburtstag später das Jahr 1910 an — das Jahr der mexikanischen Revolution, als dessen Tochter sie sich versteht.
Sie hat viel mit dem Aspekt des Sakralen gearbeitet. Bei ihr hat man das Gefühl, Kunst kommt aus dem Kult.
Mithu Sanyal, Autorin und Kulturwissenschaftlerin
Frida Kahlo fühlt sich dem indigenen Erbe Mexikos und ihrer eigenen Herkunft sehr verbunden und versucht, deren Tradition mit westlicher Tradition zu verbinden, was sich beispielsweise in ihrer Kleidung zeigt. Die bunten Tehuana und der Blumenschmuck in ihren Haaren machen sie auch äußerlich zu einer Ikone. Vielleicht ist es auch gerade diese Widersprüchlichkeit, ihre vielen Facetten und Gesichter, die Grund für die anhaltende Faszination an ihrer Person und ihrem Werk sind.
In dieser Folge von „Kunst und Leben“, dem Podcast in Kooperation mit dem Monopol-Magazin, spricht detektor.fm-Moderatorin Sara-Marie Plekat mit Elke Buhr über die Künstlerin Frida Kahlo. Außerdem berichtet die Journalistin und Kulturwissenschaftlerin Mithu Sanyal, warum Frida Kahlo bis heute fasziniert. Die Tate Modern in London zeigt derzeit die Ausstellung „Frida: The Making of an Icon“. Sie läuft noch bis zum 3. Januar 2027.