Album der Woche | Klaus Johann Grobe – Du Bist So Symmetrisch

Disco-Funk fürs Wohnzimmer

Hinter Klaus Johann Grobe stecken die beiden Disco-Kraut-Rocker Sevi Landolt und Daniel Bachmann. Mit ihrem 70er inspirierten Sound haben sie vor allem in England und den USA Erfolge gefeiert. Auf ihrem dritten Album „Du bist so symmetrisch“ tauschen sie die liebgewonnene Hammond-Orgel gegen Synthies.

Das Album der Woche wird präsentiert von Dockin. Promo-Code: detektor10


Ein spaciger Analog-Synthie-Sound, der nicht weit vom Kraftwerk-Klassiker Metropolis entfernt ist, begrüßt den Hörer auf dem neuen Klaus Johann Grobe-Album Du Bist So Symmetrisch. Freundlich aber zielstrebig geleitet er einen direkt zum Dancefloor und spätestens wenn der Bass einsetzt, will man dort auch hin. Denn das Schweizer Duo hat die bislang ihren Sound prägende Hammond-Orgel beiseite gestellt und sich Synthesizer und Gitarre umgeschnallt. Die Songs wirken jetzt zwar weniger kosmisch verstrahlt, stattdessen aber unwiderstehlich groovy.

Studio 54-Gedenk-Bass

Dafür sorgt vor allem der Vorzeige-Disco-Bass in Songs wie Der König und Von Gestern, der so auch im berühmt berüchtigten „Studio 54“ geklungen haben könnte. Klaus Johann Grobe sind also immer noch nicht fertig mit ihrem Flirt mit der Soundästhetik vergangener Tage. Allerdings holen sie auf Du Bist So Symmetrisch die Vergangenheit nicht so sehr ins Heute, vielmehr transferieren sie das Jetzt ein paar Jahrzehnte zurück.

Ihre ersten Erfolge haben Klaus Johann Grobe im angloamerikanischen Raum gefeiert, sie selbst haben das ihrem Exotenbonus zugeschrieben: Krautrock wie damals und sogar mit deutschen Texten! Mit ihrem Debüt Im Sinne der Zeit und dem Nachfolger Spagat der Liebe waren die Schweizer jedenfalls viel unterwegs: England, Spanien, USA. Sie waren mit Bands wie Unknown Mortal Orchestra und Temples auf Tour. 2017 haben sie sich eine Auszeit genommen, um Anfang 2018 mit dem Aufnahmen für Album Nummer drei zu beginnen.

Tanzbar und nachdenklich

Darauf bringen sie Tanzbarkeit mit Nachdenklichkeit zusammen, sie selbst nennen es ihr R’n’B-Album. Große Fragen werden in Stream-of-Consciousness-artigen Texten abgehandelt, die sich nicht immer ganz ernst nehmen. Zum Beispiel in der funky Tanznummer Out Of Reach, in der sie mit einigen Klischees spielen und es heißt: „Nur immer weiter bis zur Wall, der Shit ist episch, da gibt’s kein Fall.“

Auf Du Bist So Symmetrisch lassen Klaus Johann Grobe den schrulligen Krautrock des ersten und die Schlageranleihen des zweiten Albums größtenteils (aber nicht komplett) hinter sich. Stattdessen gibt’s Disco-Funk, der im Club, Bar und Wohnzimmer funktioniert. In diesem Sinne, man sieht sich auf der Tanzfläche!

Redaktion