Was tun mit einem Unternehmen, das man nicht einmal geschenkt haben will? Die Unternehmerin Viktoria Schütz über Nachfolge, Verantwortung und Transformation im Maschinenbau.
Nicht jedes Geschenk macht Freude. Manche fühlen sich eher wie eine Aufgabe an — oder wie eine Verantwortung, die man sich nicht ausgesucht hat. In dieser Episode des brand eins Podcasts geht es genau um so ein Geschenk: ein Familienunternehmen, das man eigentlich nicht einmal geschenkt haben wollte.
Viktoria Schütz hat vor gut sechs Jahren das Maschinenbauunternehmen ihrer Eltern übernommen, die DEGUMA Schütz GmbH in Thüringen. Eine Entscheidung, die weniger aus Begeisterung entstanden ist als aus Verantwortung.
So ein Familienunternehmen fühlt sich oft an wie ein weiteres Kind — ein Geschwisterkind würde man ja auch nicht einfach fallen lassen.
Viktoria Schütz
Statt das Erbe einfach anzunehmen, hat sie es umgebaut. Entscheidungen werden heute im Team getroffen, Fehler dürfen benannt werden, neue Arbeitsmodelle werden ausprobiert — und auch wieder verworfen. New Work versteht Schütz nicht als starres Konzept, sondern als Prozess. Oder wie sie es selbst formuliert:
Zur Definition von New Work gehört, dass man Dinge ausprobiert — und sie wieder abschafft, wenn sie nicht funktionieren.
Viktoria Schütz
Der Umbau ist nicht nur organisatorisch. Denn Viktoria Schütz führt das Unternehmen größtenteils aus Berlin, hat Strukturen geschaffen, die zu ihrem Leben passen — und damit auch das Unternehmen zukunftsfähig gemacht. Heute arbeiten rund 50 Menschen bei Deguma, fast die Hälfte davon Frauen. Für einen Maschinenbaubetrieb ist das alles andere als selbstverständlich.
Diese neue Folge des brand eins Podcasts erzählt davon, was entstehen kann, wenn man ein schwieriges Geschenk nicht zurückgibt, sondern neu denkt. Wie sie zur Viertagewoche steht, die im Unternehmen auch etabliert ist, und wie sie ihr Unternehmen in eine von vielen Krisen bestimmte Zukunft führen möchte, darüber spricht Viktoria Schütz mit detektor.fm-Moderator Christian Bollert.