Menschen in Sachsen-Anhalt haben deutlich weniger Vermögen als Menschen in westdeutschen Bundesländern. Das wirkt tief in die Gesellschaft hinein. Eine Folge über Ursachen, Auswirkungen und mögliche Lösungen.
Obwohl die Lohnlücke zwischen Ost und West in den letzten Jahren kleiner geworden ist, bleibt ein zentraler Unterschied enorm: das Vermögen. Ob Wohneigentum, Erbschaften oder Unternehmensanteile — Vermögen bleibt in Deutschland Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung extrem ungleich verteilt.
Das Problem ist natürlich, dass ungleiche Startbedingungen langfristig wahnsinnig hartnäckig sind. In der Soziologie nennt man das den Matthäus-Effekt, das heißt: Wer hat, dem wird gegeben. Clara Löffler, Ludwig-Maximilians-Universität München
Im Schnitt liegt eine Erbschaft im Westen bei rund 92.000 Euro, im Osten dagegen nur bei etwa 52.000 Euro. Erbschaften kommen im Westen außerdem deutlich häufiger vor. Bei Schenkungen fällt der Unterschied noch drastischer aus. Etwa 95 Prozent des vererbten und verschenkten steuerpflichtigen Vermögens in ganz Deutschland entfallen laut Statischem Bundesamt auf Westdeutschland.
Doch woran liegt das? Welche Rolle spielen die Privatisierungswelle der 1990er-Jahre und die Entscheidungen der Treuhand? Wie wirkt sich das aus? Und wieso lohnt es sich, darüber zu sprechen? Die Antwort liegt auf der Hand, denn Vermögensungleichheit hat enormen wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Einfluss.
Ganz wichtig ist aber auch, darüber nachzudenken, welche Folgen Vermögensungleichheit für die Demokratie hat. Hier ist nicht allein die tatsächliche Situation der Menschen entscheidend, sondern auch, wie diese Situation wahrgenommen und gedeutet wird. Clara Löffler
In dieser Folge von „DAZWISCHEN“ sprechen Marie und Leonard über die weitreichenden Folgen der Vermögensungleichheit und warum Menschen ohne Vermögen meist härter von Krisen getroffen werden. Zusammen mit den Expertinnen Charlotte Bartels (Uni Leipzig) und Clara Löffler (LMU München) beleuchten sie die Ursachen, fragen nach den Auswirkungen für unsere Demokratie und diskutieren politische Lösungsansätze wie die neue Frühstartrente.
Wir liefern mit „DAZWISCHEN“ im Jahr der Landtagswahl und darüber hinaus ein ausgewogenes, kritisches und differenziertes Bild von Sachsen-Anhalt. Habt ihr Fragen, Anregungen oder Themenwünsche? Engagiert ihr euch und möchtet uns davon erzählen? Schreibt uns eine Mail an dazwischen@detektor.fm oder schickt uns eine Sprachnachricht über WhatsApp an die Nummer 0175 6807345. In unserem WhatsApp-Kanal bekommt ihr zusätzliche Infos. Außerdem empfehlen wir euch den DAZWISCHEN-Newsletter. Hier bekommt ihr jede Woche Hintergrundinformationen, Fotos und Veranstaltungstipps direkt zum Thema.
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