Zum Fußballspiel ohne viel Gedöns, aufs Konzert mit leichtem Gepäck, easy Anreise zum Messe-Event statt Stunden im Stau. Das ist das, was das Team der sogenannten FahrradGarderobe den Gästen und Gästinnen seiner Kundschaft verspricht. Und das ist deshalb interessant und wichtig, weil die Mobilität von Fans großer Sport- und Konzertevents eine der Stellschrauben ist, wenn es darum geht, etwas zu ändern — hin zu mehr Klimaschutz.
Wer mit dem Fahrrad zu Konzerten, Festivals oder Fußballspielen fährt, kennt das Problem: Wohin mit dem Rad, ohne Angst vor Diebstahl oder Chaos? Genau an dieser Stelle kommen Michael Kellenbenz und seine Leute ins Spiel: Seit mehr als zwölf Jahren richten sie mobile Fahrradstellplätze ein — eine Pop-up-Fahrradparklösung, genannt FahrradGarderobe.
Aus einer Wiese oder einem leeren Platz wird innerhalb weniger Stunden ein Fahrradstellplatz — direkt in Stadionnähe oder am Eventgelände. Statt wild an Bauzäunen oder Laternen zu parken, können Besucherinnen und Besucher ihre Räder sicher und unkompliziert abstellen.
Das Ganze muss intuitiv und einfach sein. Die Leute wollen unkompliziert ankommen, ihr Fahrrad abstellen und aufs Event gehen — ohne großes Gedöns. Michael Kellenbenz, Gründer und Betreiber der FahrradGarderobe
Wichtig sei dabei auch die Atmosphäre: Man wolle eine Willkommenskultur kreieren und einen sicheren Ort schaffen, sagt Michael Kellenbenz. „Dazu gehören Licht, ein Zaun um das Ganze herum — aber am wichtigsten ist, dass sich jeder Radfahrende wahrgenommen fühlt.“
Was klein begann, ist inzwischen ein bundesweit gefragtes Konzept. Beispielsweise beim FC St. Pauli und bei großen Festivals nutzen inzwischen tausende Menschen die FahrradGarderobe. Für Kellenbenz zeigt das: Nachhaltige Mobilität funktioniert vor allem dann, wenn sie praktisch und bequem ist.
Nachhaltigkeit spielerisch zu vermitteln, ist der Schlüssel. So ein Pop-up-Fahrradparkplatz, der plötzlich aus dem Nichts auftaucht, das finden die Menschen einfach cool. Michael Kellenbenz
Es gehe nicht um moralische Appelle, sondern um Komfort. Wer stressfrei und ohne Parkplatzsuche zum Stadion komme, steige eher aufs Fahrrad um. Auch deshalb bleibt das Angebot kostenlos, versichert Kellenbenz. Gerade bei Großveranstaltungen könne das Fahrrad so zu einer echten Alternative zum Auto werden — unkompliziert, flexibel und klimafreundlich.
Welche wichtigen Erkenntnisse Michael Kellenbenz in zwölf Jahren FahrradGarderobe gesammelt hat, das erfahrt ihr in dieser Folge von „Mission Energiewende“ mit detektor.fm-Moderatorin Ina Lebedjew.