Noch einige Wochen müssen sich Fußball-Fans gedulden, dann starten die Weltmeisterschaften in den USA. Hier im Klima-Podcast von detektor.fm dreht sich schon jetzt alles um den Lieblingssport der Deutschen — wir fragen uns: Was tut sich in Sachen Nachhaltigkeit in der deutschen Fußball-Bundesliga?
Wir hatten durchaus noch einige Herausforderungen, aber nur punktuell. In der Breite waren wir schon gut aufgestellt, deshalb mussten wir keine neuen Strukturen aufbauen oder uns Know-how aneignen. Wir haben das eher nebenbei gemacht. Ich glaube, da hatten andere Clubs größere Herausforderungen zu bewältigen.
Nico Briskorn, Leiter Corporate Social Responsibility beim VfL Wolfsburg
Die DFL unterscheidet in der Lizenzierung zwischen A-, B- und C‑Kriterien. A-Kriterien müssen erfüllt werden, sonst darf man nicht antreten. Erfüllt ein Verein B-Kriterien nicht, darf er zwar teilnehmen, muss aber mit Strafen oder Auflagen rechnen. Und C-Kriterien sind eher Empfehlungen, die muss man nicht erfüllen. Die Nachhaltigkeitskriterien der DFL sind allesamt B- oder C‑Kriterien. Das heißt: Kein Club wird vom Wettbewerb ausgeschlossen, wenn er sie nicht erfüllt. Zu den B‑Kriterien zählen zum Beispiel das Entwickeln einer Nachhaltigkeitsstrategie und die Ernennung eines Nachhaltigkeitsverantwortlichen. Die C-Kriterien sollen aber Schritt für Schritt zu B-Kriterien werden, sodass die Anforderungen in den nächsten Jahren noch steigen werden. Für die Deutsche Umwelthilfe, die sich regelmäßig die Fortschritte in der Liga ansieht, ist das nicht ambitioniert genug.
Viele Umweltschutzmaßnahmen in der Lizenzpflicht der DFL sind freiwillig und oft nicht besonders ambitioniert. Und wir glauben, da müsste ein bisschen mehr Druck auf den Kessel (…). Das heißt, es braucht verbindliche und ambitionierte Regeln für alle Vereine. Für die klimafreundliche Mobilität, für die erneuerbare Energien und für weniger Müll.
Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin Deutsche Umwelthilfe (DUH)