Werben an der Elbe gilt als kleinste Hansestadt der Welt. Viele Menschen vor Ort engagieren sich und sind trotz Herausforderungen zuversichtlich. DAZWISCHEN-Redakteur Leonard ist mit seinem Fahrrad-Kollegen Gerolf hingefahren.
Der ländliche Raum in Sachsen-Anhalt, beispielsweise in der Altmark, steht vor immensen Herausforderungen: Es fehlt oft an Infrastruktur, an Jobs, viele Schulen schließen, viele junge Leute ziehen in größere Städte. Es gibt jedoch positive Ausnahmen. Werben an der Elbe gilt seit einigen Jahren als besonders. Denn hier leisten die Leute ehrenamtlich Widerstand gegen den Verfall und haben damit die wohl kleinste Hansestadt der Welt überregional bekannt gemacht.
Momentan leben noch etwa 600 Bürgerinnen und Bürger direkt im Kern der kleinen Stadt in der Altmark. Werben ist nur wenige Kilometer von Havelberg entfernt, hier treffen Havel und Elbe aufeinander. Die Region wird als Wische bezeichnet und ist von einem besonderen Mix der Natur geprägt, der Boden ist fruchtbar und bietet zahlreichen Tieren und Pflanzen einen beeindruckenden Lebensraum.
Man sieht bis zum Horizont, so viel Wasser, so viele Tiere, die man sonst nicht sieht. Das war tatsächlich so: Ja, so muss es sein, so möchte ich leben, hier möchte ich sein.
Sabine, Zugezogene in Werben
Viele Menschen genießen die Natur und die Ruhe. Gleichzeitig sorgt es viele, wenn nach und nach kein Bus mehr fährt oder man schon ein Auto braucht, um sich frisches Brot zu holen.
In Werben gibt es all diese Herausforderungen auch und gleichzeitig ist da Zuversicht, Begeisterung und Tatendrang. Auf die rund 600 Menschen kommen in Werben etwa 20 Vereine: Sie halten die alten Fachwerkhäuser instand, organisieren das Schützenfest, ein monatliches Kino, einen Chorabend oder zweimal im Jahr ein Biedermeier-Spektakel.
Was macht hier den Unterschied? Warum ist die Region so lebenswert und lässt sich von diesem Enthusiasmus vielleicht sogar etwas für die Zukunft ländlicher Räume in Sachsen-Anhalt lernen? Mit diesen Fragen auf dem Gepäckträger haben sich die detektor.fm-Redakteure Leonard Schubert und Gerolf Meyer vom Fahrradpodcast „Antritt“ mit einem Tandem auf den Weg in die Wische gemacht.
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