Ich find’s toll. Also, ich find die Wüsche ist mir sympathisch. Ja, du hast eben sogar gesagt, du hast dich ein bisschen verliebt in diesen Ort. Muss man mal romantisieren, sagen. Und ich kann das verstehen, weil auch mir geht’s irgendwie so. Es hat einen oder mich sehr erfüllt, einmal die Landschaft und diese Schönheit. Und aber auch einige Menschen, die so mit so einer Wärme sich so einsetzen für ihren Ort und hierfür so brennen und so eine angenehme Energie einfach dabei ausstrahlen.
Untertitel im Auftrag des ZDF 2021. Das sind die Stimmen von Leonard, unserem Podcast-Redakteur, und Gerolf Meyer vom detektor.fm Fahrrad-Podcast Antritt. Und zusammen sind sie unterwegs. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes zusammen unterwegs. Denn die beiden haben sich ein Tandem geschnappt und sind damit ganz in den Norden von Sachsen-Anhalt gefahren, nach Werben in der Altmark. Weil sie gehört haben, dass das ein ganz besonderer Ort ist. Aber warum eigentlich? Was hebt dieses Fleckchen Erde im Norden Sachsen-Anhalts von anderen ab? Wir dürfen gespannt sein auf die Antworten, die sie bei ihrer Fahrradtour gefunden haben in dieser Folge von Dazwischen.
Untertitel im Auftrag des ZDF 2021. Aber bevor wir uns quasi mit aufs Tandem schwingen, werfen wir einen Blick in den Landtag von Sachsen-Anhalt. Denn wir hatten rings um die Landtagswahl ja wahnsinnig viele politische Folgen. Jetzt ist er ein bisschen abgeebbt, könnte man das Gefühl bekommen. Aber wir beobachten natürlich das Geschehen weiter. Es ist ja auch wahnsinnig viel passiert. Wir schaffen das jetzt nicht immer, das in so einer Extrafolge abzuarbeiten. Aber wir möchten euch natürlich auch immer mal wieder punktuell abholen. Ihr wisst es, ihr habt es gesehen, gehört, gelesen. Wir hatten Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern, auch in Berlin. Da sahen die Ergebnisse ein bisschen anders aus als in Sachsen-Anhalt. Mecklenburg-Vorpommern, das war auch die AfD, die stärkste Kraft, dann auch im neuen Landtag. Aber eben mit ganz, ganz anderen Mehrheitsverhältnissen, was die anderen Parteien angeht. Die SPD dort sehr stark. Und Berlin hat die AfD ihr bestes Ergebnis eingefahren, aber eben deutlich schwächer als zum Beispiel die Linke. Aber wir sehen natürlich auch an diesen beiden Wahlen, dass die AfD extrem stark geworden ist. Und zwar nicht nur in Sachsen-Anhalt.
Genau, und wir haben ja in unserer Folge nach der Wahl schon darüber gesprochen, welche möglichen Optionen es in Sachsen-Anhalt zum Thema Regierungsbildung gibt. Für am wahrscheinlichsten hatte da der Politikwissenschaftler Benjamin Höhne eine Zusammenarbeit der AfD mit dem BSW gehalten. Bislang schließt das BSW aber aus, den AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund zum Ministerpräsidenten zu wählen. Aber ich erinnere mich, Marie, dass du in dieser Folge da ein Fragezeichen hattest, ob sich das auch halten lässt. Ja, und ich finde diese Zweifel, die lassen sich auch berechtigt beobachten. Weil das sind ja Aussagen. Aber trotzdem kann man ja einer Partei zur Macht verhelfen. Und das muss nicht durch so eine Wahl sein, sondern das geht auch auf anderen Wegen. Und da sehen wir einfach, dass da doch einiges in Bewegung ist.
Wir wissen ja jetzt zum Beispiel, dass sich BSW und AfD darüber verständigt haben sollen, wie sie sich die Posten des Landtagspräsidenten samt Vize zuspielen wollen. Beide Posten müssen jetzt noch gewählt werden. Wie das abläuft, hatten wir ja auch in der Folge nach der Wahl erklärt. Gemeinsam verfügen beide Parteien über ausreichend Mandate, um bei einer Abstimmung einen Kandidaten der in Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextrem eingestuften AfD wählen zu können. Und ganz einfach auch jemanden vom BSW zum Vize zu machen. Wir hatten ja in der Folge auch noch darüber gesprochen, dass es ja möglicherweise auch einzelne CDU-Mitglieder geben könnte, die da die Seite wechseln. Da kann man zumindest sagen, es wurden alle 15 zukünftigen Landtagsabgeordneten der CDU befragt, auch schriftlich, und haben zumindest erst mal angegeben, dass das für sie nicht zur Debatte steht. Das ist ja auch da noch mal so ein bisschen neue Entwicklung, kann man sagen.
Ja. Aber auch da würde ich grundsätzlich sagen, man kann ja auch in anderen Stellen manchmal mit Parteien stimmen, wo man jetzt sagen würde, na ja, aber die Fraktionen wechseln würde ich nicht. Also ich finde, da ist alles noch nicht in Stein gemeißelt. Es wäre wünschenswert, wenn die CDU, wenn sie sich wirklich auf die demokratischen Werte beziehen möchte, so standhaft bleibt. Aber wie das sich alles in den nächsten Monaten entwickeln wird, ich finde, das ist wirklich eine extrem spannende und auch unberechenbare Situation in Sachsen-Anhalt. Und natürlich eine, die ganz viel emotional mit den Menschen macht. Darüber haben wir in der Folge danach mit Valerie Schönjahn gesprochen. Da ging es auch ganz viel darum, wie wir jetzt trotz dieser Situation im Gespräch bleiben.
Genau, da hat ja Christian in unserem Newsletter auch noch mal unsere Leserinnen und Leser gefragt, ob sie das denn tun, ob sie mit politisch Andersdenkenden weiterhin sprechen und das Gespräch suchen. Da haben wir ziemlich viel Feedback zu bekommen. Exiltoaster hat uns zum Beispiel im dezentralen Sozialnetzwerk Mastodon geschrieben, dass er natürlich noch mit politisch Andersdenkenden redet, dass er aber, Zitat, und Sonja meint, dass die Frage eigentlich falsch gestellt ist. Denn wir treffen ja alle ständig auf Andersdenkende, weil wir ja bei vielen Themen alles andere als immer einer Meinung sind. Und sie sagt, Andersdenken ist doch ein Teil der Demokratie, das nennt sich Vielfalt. Die Frage ist doch eher, wer verweigert wem den Diskurs und wie. Und bei Instagram hat Alonso den Ausschnitt von Valerie Schönjahn kommentiert, wo sie sagt, wo sie sich fragt, was man vor zehn Jahren in Bezug auf die AfD hätte besser machen können. Und er meint, ohne Frau Merkel gäbe es keine AfD.
Ja. Danke, Katharina, dass du das mitgebracht hast. Und vielen, vielen Dank an euch. Wie geht es jetzt weiter? Am 6. Oktober wird der neu gewählte Landtag zusammenkommen. Auch darüber hatten wir schon mal gesprochen. Und an der Stelle müssen wir uns korrigieren. Wir hatten erzählt, dass die erste Sitzung vom dienstältesten Landtagsmitglied geleitet wird, bis ein neuer oder eine neue Landtagspräsidentin gewählt wird. Und dass das Detlef Gürt wäre. Da hatten wir aber einen kleinen Denkfehler. Denn er war das dienstälteste Mitglied des alten Landtags. Und am 6. Oktober tritt direkt der neue Landtag zusammen. Unser Denkfehler war kurz, dass noch die alten Abgeordneten mit dabei wären. Er hat aber den Wiedereinzug in den Landtag verpasst und ist am 6. Oktober damit gar nicht dabei. Und deshalb wird diese Ehre, diese Sitzung zu leiten, Eva von Angern von Die Linke zuteil. Eva von Angern, das ist, finde ich, auch ein bisschen verrückt, weil die ist ja erst 49. Also wenn man so über dienstälteste Parlamentarier spricht, auch ein bisschen absurd. Aber sie ist eben bereits seit 2002 Mitglied des Landtags.
So, Marie, jetzt wird es aber Zeit, mit Leonhard und Gerolf nach Werben aufzubrechen. Werben, das haben wir schon gesagt, liegt ganz im Norden von Sachsen-Anhalt in der Altmark an der Elbe und damit auch am Elbe-Radwanderweg. Also schon mal super zum Radfahren. Ja, und Werben ist mit knapp 900 Einwohnerinnen und Einwohnern nicht nur vermutlich die kleinste Hansestadt der Welt, sondern gehört auch zu den zehn kleinsten Städten überhaupt in Deutschland. In der Kernstadt wohnen sogar nur so knapp 600 Leute. Und trotzdem ist Werben schon länger mehr als ein Geheimtipp, weil dort offensichtlich ziemlich viel richtig gut läuft. Es gibt nämlich sehr viel Kultur, die Einwohner sind sehr zufrieden. Und wir wollten wissen, wieso. Wie machen die das in Werben?
Ja, und genau deshalb sind Gerolf und Leonhard von Havelberg aus mit ihrem Tandem mit der Fähre übergesetzt, um sich auf der anderen Seite in Werben mit Werner Eifrig zu treffen. Er lebt schon seit Anfang der 70er Jahre dort, pflegt beispielsweise die Webseite werben-elbe.de und engagiert sich seit Jahrzehnten für den Erhalt und die Entwicklung von Werben.
Untertitel im Auftrag des ZDF 2021. Wir gehen jetzt erst mal aufs Elbtor, wenn es recht ist. Sehr gerne! Ich hab den Schlüssel organisiert. Dann kann man von oben schön auf die Stadt gucken und dann schauen wir mal, was wir quatschen wollen. Dann gehen wir jetzt mal da hoch. Ja, hier lang. Da wollt ihr euch auch klar dafür? Ja, das ist gut. Wir sind hier gelandet. Meine Frau stammt aus der Altmark. Das war nicht so sehr weit weg. Hier stehen wir jetzt vor dem interessanten Elbtor. Ja, dann gehen wir jetzt mal hoch. Sie hat uns zugesagt, hier, dass wir die Gärtnerei übernehmen wollen. Dann bin ich halt mit in die Altmark. Dann hab ich die Gärtnerei bis zur Wende da geleitet. Dann hab ich drei Jahre Schluss gemacht an der Gärtnerei. Wir haben dann hier einen Blumenladen uns aufgebaut und haben dann im Prinzip nur noch verkauft. Das heißt, das, was Sie damals gemacht haben, was Sie da aufgebaut haben, das lief diese Zeit wunderbar. Und würde aber jetzt nicht mehr laufen. Das würde nicht mehr laufen. Hat sich alles geändert. Hier gibt es noch ein bisschen Landwirtschaft, zwei drei Betriebe. Es gibt noch ein paar Handwerker. Geschäfte gibt es im Prinzip nur noch den Fleischerladen und natürlich ja den Einkaufsmarkt. Zum Glück dass es den gibt. Ja, ein Friseur, ein Blumenladen, das war’s im Prinzip schon.
Ja, und an manchen Häusern stehen so Schilder dran: Erhalt vor Neubau. Also allein hier hab ich jetzt zwei gesehen. Das ist die Initiative des Arbeitskreises Färbener Altstadt, dass wir Leute ansprechen wollen, dass man die alten Häuser erhalten soll und nicht abreißen soll, sondern die Häuser sanieren. Dieses Haus zum Beispiel war eigentlich auch dem Abriss nahe, ganz nahe sogar. Und dann ist eine Familie aus Berlin gekommen, die ich überzeugt habe, im Prinzip. Warum hab ich sie überzeugt? Weil das da oben meine erste Wohnung war. Und die haben wirklich dieses Haus saniert, ganz hervorragend saniert, muss ich sagen. So sah das Haus im Prinzip auch wirklich früher aus. Und wenn die fertig sind, dann kriegen die so ein Schild, wenn man das gemacht hat. Genau, genau. Das sieht man hier an vielen Häusern, wo zum Beispiel diese Häuser saniert worden sind oder die während der Sanierung jetzt irgendwo stehen, dass da noch gebaut wird. Dann zeigt man den Fremden, die hierherkommen, den Touristen: Aha, hier wird was getan für den Erhalt der alten Häuser. Denn mit diesen Häusern fällt und steigt das Ansehen von Werben. Wenn ich hier noch mehr Häuser abreiße, auch weil sie leer stehen und die nicht erhalte, dann ist irgendwann zu Ende. Dann kommt hier keiner mehr her. Wir haben ja auch schon viele Häuser als Verein Arbeitskreis Färbener Altstadt einfach notgesichert, wo jetzt kein Eigentümer da ist. Dann haben wir, wenn es durchgeregnet hat, Dachsteine runtergenommen, haben erst mal Blechplatten draufgelegt, dass es erst mal trocken bleibt, das Haus, um es dann irgendwann zu verkaufen. Jetzt schwärmen Sie ja total.
Ja, man muss ja schwärmen. Man muss auch gute Laune verbreiten, damit ja noch mehr Leute herkommen. Wir brauchen Zuzug. Leute, kommt nach Werben, hier gibt es viele Häuser. Werben für Werben, ja. Wir werben für Werben, ja. Wir haben es ja schon gesagt. Werben hat nur noch knapp 900 Einwohnerinnen und Einwohner. Davon leben etwa 600 in der Kernstadt. Circa 16 Prozent der Menschen sind seit der Wiedervereinigung weggezogen. Eine Zeit lang haben noch Leute aus den umliegenden Städten Häuser in Werben gekauft. Die waren immerhin gut gelegen. Es gab viel schönes Fachwerk und viele gute Leute. Das war noch verhältnismäßig günstig. Besonders wichtig für Werben sind jedoch Menschen, die aus Berlin, Magdeburg oder vielleicht auch Hamburg kommen und Werben für sich entdecken als Wochenendhaus oder auch in Zeiten von Homeoffice als feste Basis.
Ja, aber natürlich kann sich auch Werben nicht so ganz abkoppeln von allgemeinen Entwicklungen wie Landflucht. Das Bauen ist auch in der Altmark sehr teuer geworden. Aber vorbeischauen wollen trotzdem viele. Durch den Elbe-Radweg und die Straße der Romanik funktioniert der Tourismus in Werben tatsächlich ganz gut. Es ist ja auch wirklich schön da. Es gibt einen wirklich gut erhaltenen historischen Stadtkern, so ein mittelalterliches Stadttor. Und wie schon gesagt, viele Fachwerkhäuser, ein Rundfunkmuseum, ein Freibad. Und für alle Tierliebhaber, es gibt dort Störche.
Ja, und ich hab mal auf der Stadtwebseite nachgesehen. Es gibt zwei Gaststätten, ein Bistro am Schwimmbad während der Badesaison und ein Café. Das ist, finde ich, für so einen kleinen Ort gar nicht so schlecht. Und davon profitiert Werben ungemein. Das hat Werner Eifrig auch unseren beiden Tandemkollegen erzählt. Ja, die Gaststätten leben natürlich vom Tourismus. Die Beherbergungsbetriebe leben vom Tourismus. Da gibt es ja auch ein Jahr, da sind wir gut versorgt, muss ich sagen. Gaststätten, wir haben ja jetzt durch den Verein Arbeitskreis Werben eine Altstadt, da in der Kirche dieses Café Lempel. Dieses Haus hat ja der Verein saniert oder ist noch dabei zu sanieren. Unten ist ein wunderschönes Café drin, so im ländlichen Biedermeierstil, sagen wir. Die Badeanstalt profitiert vom Tourismus. Da ist ein wunderschöner Campingplatz da draußen. Das ist ein Freibad, sagen wir mal hier im Volksmund. Okay. Alles klar, das ist ein Freibad. Ja, was mal mit vereinter Kraft der Leute hier von Werben ausgebuddelt wurde. Die sowjetischen Freunde haben damals mitgeholfen, mit einem Panzer und Schiebepanzer haben die Grube ausgehoben. Es wurde alles per Hand hergestellt.
Ich hätte auch mal noch eine Frage. Ach ja? Ja, und zwar, wir haben ja über ein paar Projekte schon gesprochen. Sie haben eben gesagt, obwohl Werben so klein ist, gibt es hier so viele Initiativen und so viele engagierte Leute. Sind das so die Sachen, die Werben so lebenswert und so schön machen? Ja, was macht Werben lebenswert? Auf jeden Fall erst mal rundherum die intakte Natur, muss ich echt sagen, die Werben lebenswert macht. Das ist immer wieder wunderschön, wenn Sie hier auf dem Deich spazieren gehen und sehen die intakte Natur. Ja, wie gesagt, die Vereine, die das Leben hier die Leute zusammenhalten. Der eine geht zum Sportverein, der andere geht zum Arbeitskreis Werbener Altstadt, der andere geht zum Schützenverein. Also wir haben über 20 Vereine hier in Werben, größer oder kleiner, je nachdem. Das ist das, was auch das Leben hier so interessant macht. Und ja, man kennt sich hier, man begrüßt sich jeden Tag. Guten Morgen ist normal, wenn man sich sieht. Gerade der Verein Werk und Wiese, der jetzt übrigens in der Gärtnerei sich da angesiedelt hat, die versuchen auch jetzt gewaltig, die Werben da gerade mit reinzunehmen. Die veranstalten Events, die veranstalten ein Osterfeuer. Wir legen großen Wert, dass auch jetzt die Werben da immer mit eingebunden werden. Was vielleicht am Anfang auch mal bei einigen noch schiefgelaufen ist, dass sie unter sich bleiben wollten, aber jetzt kommt das Zusammenwachsen, passiert jetzt gerade.
Würden Sie sagen, also es klingt für mich so, jeder Werbener macht irgendwas. Bei 20 Vereinen, bei 600 Leuten, das klingt so, als wäre jeder hier aktiv und hätte seine Projekte hier. Jeder? Nicht jeder ist aktiv, aber ich würde mal sagen, bestimmt 80 Prozent sind im Verein irgendwo. Ich finde, wenn man da so jemanden von schwärmen hört, das bringt einem das irgendwie auch näher, so ein Stück weit. Weil es gibt, glaube ich, Menschen, die denken, ich könnte nie in einem Ort leben, genau andersrum, der nur 600 Einwohner hat, da sterbe ich vor Langeweile. Und dann merkt man immer, wenn man da hinfährt, das ist überhaupt gar nicht so. Man muss sich selber einbringen, dann wird das interessant. Es ist so viel los, auch auf so einem Lande, aber man muss einfach hingehen, denn dann muss ich, wie gesagt, mit einbringen. Landleben ist Landleben und Stadtleben ist Stadtleben. Dafür hat man ja seine Ruhe. Die viele mögen ja sicherlich manche nicht, aber in Junkies sieht man das anders. Aber hier kommen Leute aus Berlin, die sind jedes Mal froh, wenn sie endlich wieder hier sind und hier ein Ding machen, ob wenn sie ein Haus sanieren oder sich im Verein irgendwo einbringen. Ach, endlich wieder hier in Werben. Und das reißt eigentlich nicht ab. Die kennen wieder andere und bringen wieder andere Leute hier mit her und sagen, guck mal, hier, wie schön das hier ist. Da vorne haben sie natürlich wieder ihre Pizza-Bude, wo sie essen gehen können.
Sollen wir mal rumgehen? Ja, ja, geht doch. Vielleicht, wenn man nicht trainiert ist, ist das nicht so schlimm. Hier durch den engen Turm hoch an die enge Treppe. Das ist unser kleines Werbner Heimatmuseum. In der Mitte sehen wir ein abgebildetes Monät des Werbner Stadtkerns, wie er früher mal in der Mittelalter ausgesehen hat, mit einer Stadtmauer, die um die ganze Stadt herumging, mit den Elben. Ah, das ist das Monatort, ne? Ja, ja. Mittig im Prinzip sagen wir die St. Johanniskirche. Hier der Marktplatz mit dem Badehaus, die Stadttore, fünf, sechs Stadttore, kleiner oder größer. Das letzte ist hier das Elbtor, wo es runter zur Elbe geht. Das ist ein Werbner Haus. Werbner hatte man auf der Zeichnung gesehen, noch mal zwei Rathäuser, ein Fachwerk-Rathaus und ein Backstein-Gemauertes Rathaus. Das stand hier, wo jetzt die… Deswegen heißt diese Straße, die hier langgeht, die Hinterstraße, weil die erst hinter dem Rathaus anfing. So erfährt man das nachher. Gehen wir erst mal hoch. Es geht noch weiter. Na ja, sehr lange nicht erhoben. Wir wollen noch mal einen Überblick über die Stadt machen, wenn es um die Storchennetze geht. Das ist jetzt die dritte Treppe. Und so langsam braucht Gerolf auch seine strammen Radlerwaden. Was? Ich hab das nicht verstanden. Die Wächter, die muss hier in den Flur rum runter. Ja, dann suchen wir mal eine Aussichtsplattform. So, wir kommen auf den Aussichtsturm zu einer Aussichtsplattform. Gleich können wir über Werbensee und ins Storchennest mit zwei Störchen. Ah ja, das ist der Blick ins Storchennest. Das ist das Storchennest. Wir sagen dazu das Elbtor-Storchennest. In diesem Storchennest kommt der erste Storch immer schon Ende Februar. Meistens ist es die Störchin. Und der Storch kommt dann meist drei Wochen später. Was wir hier sehen, sind zwei Junge, die jetzt flücken, die jetzt das Fliegen lernen. Unsere beiden Kollegen Leonard und Gerolf werden jetzt auch flücken. Die wollen noch ein bisschen weiter mit ihrem Tandem die Umgebung um die Wische erkunden.
Dieser Begriff Wische ist jetzt schon ein paar Mal gefallen. Weißt du, was das bedeutet? Ich weiß zumindest, dass dieser Bereich um die Elbe so heißt. Aber ich könnte dir nicht erklären, warum. Aber ich weiß, dass es eine Wische ist. Du liegst damit gar nicht so falsch. Es geht um die Landschaft rings um Werben, weite Wiesen, Gräben entlang der Elbe, sehr viel Wasser. Urstromtal nennt man das. In genau diese Richtung radeln die beiden weiter, vorbei am Rathaus, in dem es auch eine kleine Bibliothek gibt. Einmal die Woche hat die offen. Es gibt auch ein Einwohnermeldeamt. Dort halten auch einige Vereine regelmäßig ihre Sitzung ab. Und am Ende ihrer Tour, da machen sie natürlich auch eine Pause mit Kuchen. Absolut! Ich bin mir zumindest sehr sicher, dass es Kaffee und Kuchen gab. Sie machen nämlich Halt im Café Lempel. Dort sind sie verabredet. Ich bin Sabine und ich mache zusammen mit Marc, der ja da drüben sitzt, das Café Lempel. Ja, ein schönes altes Gebäude, saniert. Wir haben das vor anderthalb Jahren jetzt übernommen, sind die Pächter hier und machen das. Nach Werben gekommen sind wir eigentlich über einen Umweg. Weil hier kommt man manchmal nur auf Umwegen hin. Wir waren auf der Rückreise von Brühl nach Köln, also von Brühel nach Köln, nicht von Brühl nach Köln. Das wären ja nur fünf Kilometer. Also von Mecklenburg-Vorpommern nach Köln und wollten über Land fahren, durch die Altmark, und wollten hier eigentlich auf den Campingplatz Station machen. Dann fuhr die Fähre in Rebel damals nicht. Ich wollte aber unbedingt Fähre fahren. Und da sind wir über die Fähre in Sandau gefahren. Auf der Fähre in Sandau hing ein Plakat, da ist eine Fotoausstellung in Werben. Dann haben wir gesagt, müssen wir mal nach Werben gucken. Dann hat es uns hier so gut gefallen, dass wir eigentlich fast gleich da geblieben sind. Das ist die kurze Version.
Was war denn das Besondere, als ihr nach Werben gekommen seid? Es hat angefangen zu regnen, dann sind wir im Café Lempel gestrandet. Und alles war so schön und alles war so nett. Die Leute waren so nett, die Stadt hat einen wirklich so umarmt. Deshalb sind wir dann relativ zügig wieder hergekommen. Da war Biedermeiermarkt und dann haben wir uns entschlossen, hier zu bleiben. Und wer bist du? Ich bin Elisabeth. Ich bin seit 20 Jahren jetzt schon hier und bin als Kind hier gewesen. Meine Großeltern stammen von hier oder meine Mutter auch. Dann bin ich vor 20 Jahren hierher gekommen. Jedes 2. Haus stand leer. Und habe meiner Großmutter noch geholfen, hier ein Jahr leben zu können. Die war sehr krank. Und eines Tages stand jemand vor der Tür und sagte, hast du nicht Lust, hier ein bisschen zu flanieren über einen Biedermeiermarkt, den sie hier angefangen haben zu installieren. Und eigentlich ist die Story anders. Die haben mein Nachbarhaus entrümpelt. Das ist nämlich halb zusammengebrochen gewesen oder war kurz vor dem Zusammenbrechen, sollte auch abgerissen werden. Und dann bin ich einfach rüber und habe mitgemacht, weil es mir ein bisschen langweilig wurde in dem Jahr. Dann war ich fasziniert von den Menschen und was die hier so bewegen und bin geblieben.
Wenn man so durchs Schwärmen geht, dann hat man ja das Gefühl, dass eigentlich jeder engagiert ist in ungefähr 10 Vereinen gleichzeitig. Also irgendwie gibt es fast niemanden, der so nicht sagt, dass er irgendwas macht. Was glaubt ihr, wie kommt das zustande, dass die Leute hier so doll engagiert sind für ihren Ort? Ich glaube, die Leute lieben einfach ihre Stadt und wollen dafür was tun und empfinden diese Stadt schon so als kleines Paradies. Und niemand will sich dieses Paradies von außen irgendwie wegnehmen lassen. Und wissen schon ganz genau, dass so was aber auch erkämpft oder zumindest erarbeitet werden will. Und dann ist halt jeder in dem einen oder anderen Verein aktiv. Also es gibt ja auch sehr sehr unterschiedliche Vereine, angefangen vom Schützenverein, von der Freiwilligen Feuerwehr, vom AWA, vom Kulturverein, vom Gymnastikchor, vom Sportverein. Ich hoffe, ich habe jetzt niemanden vergessen. Es gibt sicher noch viel mehr. Es gibt sehr viele. Nein, es ist ja auch so, dass an manchen Wochenenden sich Veranstaltungen auch schon doppeln, wo man wirklich sich entscheiden muss, auf welche Hochzeit man tanzen will.
Was ist AWA, hast du eben gesagt? Das ist der Arbeitskreis Werbender Altstadt. Ich glaube, ich suche auch so ein bisschen nach dem Geheimnis von Werben. Wie haben wir das geschafft, diese kollektive Stimmung zu erzeugen, dass alle irgendwie so sagen, wir machen halt einfach. Und irgendwie damit geht es uns viel besser. Ich glaube, dass es vielen tatsächlich so geht wie uns oder auch gegangen ist. Ich glaube, wir sind eine der Letzten, die hier angekommen sind, die tatsächlich finden, dieser Ort ist erhaltenswert. Und wir bleiben hier und wir starten hier was und kommen von außen, um Sachen zu erhalten. Ich glaube, es gibt hier ganz viele kleine Keimzellen. Vor 20 Jahren sagte mein Vater zu mir, was willst du denn in Werben? Jeder, der bis 13 konnte, ist weg. Vor 20 Jahren waren die Keimzellen noch so klein, dass man sie nicht sofort auf den ersten Blick gesehen hat. Aber sie waren immer da. Und ich meine damit die Menschen, die Bock hatten, irgendwas daran zu verändern oder sich ein schönes Leben aufzubauen und zu bleiben. Und diese sind jetzt sichtbar. Diese Zellen sind einfach gewachsen und sind sichtbarer auch für Externe wie euch. Finde ich, dass man das fühlen kann oder wie euch. Das ist eigentlich das ganze Geheimnis. Es war da und jetzt ist es sichtbar. Und ich glaube, das geht anderen Orten genauso. Es gibt auch hier Leute, deren… Hallo? Die noch heute sagen, in Werben ist nichts los. Ja, es gibt es. Es ist ein typisch… Man hört ja eigentlich nur Negativstimmen. Die hört man immer ganz deutlich. Die Positiven sind eher in der Minderzahl, weil man die mit in sich trägt. Das glaube ich, ist… Das Geheimnis: Man hört als Mensch zu sehr auf die negativen Stimmen.
Stiftet es auch so einen Zusammenhalt unter den Menschen, die es zusammen anpacken und die Stadt gestalten? Oder ist das auch viel umstritten? Es ist immer wieder eine Herausforderung, ohne Frage.
Also, Zusammenhalt ist ja eine ganz philosophische Frage. Menschen sind Individualisten, und jeder hat seine eigene Denkweise. Der eine denkt sehr historisch und der andere nicht. Es sind alles auch private Anwesen hier, sodass es sich nicht ausschließt, den Zusammenhalt zu stabilisieren. Wenn man das richtig oder gefühlt gut angeht, dass die Menschen miteinander kommunizieren und sagen: „Mensch, wie hast du das gemacht?“ Oder einen Austausch geraten.
Mit der Digitalisierung ist der Austausch auch noch größer möglich. Dann kommt aber auch der Part, der sich dafür nicht interessiert, und der will auch mitgenommen werden. Es ist eine ziemlich große Frage. Ja, wir sind ja jetzt nicht nur in Werben, wir sind auch rumgefahren, haben auch in anderen Orten mit Leuten gesprochen.
Aus meiner Wahrnehmung habe ich so das Gefühl gehabt, dass an anderen Stellen keine positive Perspektive zu spüren war. Aber ich nehme so einen Unterschied wahr: Hier sind positive Möglichkeiten irgendwie im Raum. Das zieht an. Wenn ich noch ergänzen kann, selbst diese Geschichte von Es werden vielleicht Häuser gekauft, die leer stehen und saniert. Hier sind ja auch Leute aus Berlin zum Teil.
Aber hier ist das eine schöne Story geworden für die meisten oder so gestrickt, dass das ganz gut funktioniert. Das habe ich den Eindruck von den Gesprächen hier. Das hast du ja überall. In der Altmark hast du es auch, den Grundsatz Pessimismus generell. Eine Freundin ist hier mal hergezogen und wieder weggezogen.
Das hast du auch. Die hat gesagt, sie ist morgens ausgeritten, trifft eine Dame auf der Straße und sagt: „Ach, die Sonne scheint heute so schön.“ Und die Antwort war: „Ja, morgen soll es wieder regnen.“ Das war ihre Begründung für: „Ich gehe weg hier. Ich halte es nicht mehr aus.“
Und was mir halt auffällt, ganz persönlich, ich habe hier das Gefühl, ich kann hier wirklich frei sein und frei agieren und Ideen verwirklichen. Da gibt es irgendwie gar keine Grenzen oder Schranken, weil man hier einfach so viel Platz hat.
Was ist denn das Beste und was ist das Schlechteste daran, in so einem kleinen Werben zu leben? Das ist leider eine total schwere Frage. Was ist denn das Beste? Das Beste ist natürlich, dass man seine Ruhe hat, wenn man sie haben will. Dann kann ich jetzt hier nichts tun. Ich kann jetzt auch gar nichts so sagen.
Für mich ist das hier ein bisschen so ein Sehnsuchtsort. Vielleicht auch so ein bisschen Kindheitsreenactment. Man kommt hierher und es ist so viel Natur hier, dass es überwältigend ist. Man sieht bis zum Horizont. Man hat so viel Wasser, man hat so viele Tiere, die man sonst nicht sieht.
Und das war tatsächlich so: So muss es sein. So möchte ich leben. Hier möchte ich sein. Das war das, was die Wische ausgemacht hat für mich. Ich habe mich auch gefragt, was macht für mich diese Landschaft hier besonders? Ich war auch in anderen sehr dünn besiedelten Regionen, in der Börde unterwegs zum Beispiel oder in Nordnorwegen oder irgendwo.
Ich finde trotzdem hat die Altmark, besonders in dieser Ecke, etwas ganz Besonderes, was ich total schwer zu greifen finde. Aber ich finde, sie hat eine ganz andere Ausstrahlung. Das liegt nicht nur daran, dass sie nicht so dicht besiedelt ist. Und auch nicht nur daran, dass es weiter gibt.
Es hat etwas ganz Spezielles, was so etwas in mir anklingen lässt. Aber ich finde es total schwer zu beschreiben. Was habt ihr für eine Perspektive? Habt ihr eine Idee davon, wie das hier in 10 Jahren in Werben in der Wische sein wird? Was sich hier getan haben wird? Wird sich was getan haben?
Auf jeden Fall. Wir haben ein neues Projekt vor. Oh ja, das stimmt. Meine Vision ist, man kommt langsam in das Alter. Man ist 20 Jahre hier, war selber 30, als man herkam. Jeder kann sich ausrechnen, was ich jetzt für ein Alter habe. 31.
Jetzt müssen wir etwas definitiv gefühlt für die Generation machen, die kommt. Unser Enthusiasmus, den wir hier eingebracht haben all die Jahre, der muss jetzt umschlagen in: Nehmt die Jugend mit. Das ist jetzt der neue Ansatz, den wir vom Verein, vom Arbeitskreis Werben in der Altstadt verfolgen.
Dass wir versuchen, unser Wissen und unsere Leidenschaften zu zentrieren. Und zwar an diesem Gebäude da. Genau, mit Werkstätten und Ideenschmieden, würde ich es mal so nennen. Möglichkeiten, wo man sich entfalten kann. Und zwar so offen, dass es sichtbar ist.
Dass man ein Fenster aufmachen kann und den einen oder anderen von den jungen Leuten inspirieren kann, mitzumachen. Dass wir noch mal ein Stück weit, was ich zu Anfang gesagt habe, diese Sichtbarkeit der Keimzelle, dass sie noch sichtbarer wird. Wo sind die ganzen Ideen, kreativen Leute? Und was kann ich von ihnen abschnappen?
Ich reise auch gerne, ich suche mir die Leute, die Ideen hatten und gucke, es ist schon alles mal irgendwie da gewesen. Und das dann weiterzugeben, das wäre eine gute Sache. Dass du weißt, wenn du einmal in dem Alter bist, wo unsere Vorgänger, die das alles ein bisschen initiiert haben, zumindest diesen Erhalt der Gebäude, wo sich jetzt auch gerade so ein Generationswechsel ist, dass wir rechtzeitig jetzt an die Leute rangehen, die hier digital groß werden.
Das ist meine große Sorge, dass diese digitale Welt uns ein bisschen das Handwerkliche nimmt. Das, was hier in einem so entlegenen Ort wichtig ist, dass man anfasst, dass man mitmacht, dass man das nicht vom Handy aus erledigt.
Aber es ist ja nicht so, dass hier nichts geht. Ich glaube, die Handwerker, mit denen man sich unterhält, die haben alle gut zu tun. Und es gibt eine Menge Leute, die einen guten Laden haben und verzweifelt jemanden suchen, der die Nachfolge übernimmt.
Und nicht verwittert sind, aber schon die eine oder andere bittere Träne verdrücken, weil sie niemanden finden, der ihr Herzblutding weitermacht. Da wären wir an dem Punkt: Wie können wir das weitergeben an Leute, die sagen: „Einfach mal machen und ausprobieren.“ Und da ist die Chance.
Das ist, glaube ich, das Mindset, das man halt finden muss. Oder das muss im Kopf passen, dass jemand sagt: „Ja, guck ich aber mal.“ Ist natürlich keine Hängematte, klar. Also, es ist immer mit Arbeiten verbunden. Arbeiten kannst du hier richtig viel.
Wir brauchen einen Bäcker, wir brauchen eine Kieserei. Das hätte ich total gerne. Ich hätte gerne solidarische Landwirtschaft. Oder genau, solidarische Landwirtschaft. Wir brauchen noch einen Laden. Jeder baut hier sein Zeug selber an. Wieso soll man das nicht bündeln? Dann kann man das irgendwie lokal verkaufen.
Es gibt doch echt so viele Möglichkeiten. Man muss es nur tun. Attacke!
So, Georg, die Fähre fährt schon wieder von Rebe auf die Habelberger Elbseite. Wir sind also am Ende unserer Tour. Wir waren in der Wische unterwegs und hatten verschiedene Fragen dabei.
Wie geht es dir gerade? Was ist dein Fazit? Mir geht es gut. Ich finde, wir haben viel rausgefunden, dafür dass wir nur einen Tag hier waren. Von einer Ecke, von der ich überhaupt kein Bild hatte, habe ich jetzt schon ein ziemlich plastisches Bild.
Wir haben mit vielen Leuten gesprochen, wir haben lang gesprochen, wir haben viel angehört, viele Fragen gestellt. Ich finde es toll. Ich finde, die Wische ist mir sympathisch. Du hast eben gesagt, du hast dich ein ganz bisschen verliebt in diesen Ort.
Das muss man mal romantisieren, sagen. Ich kann das verstehen, weil auch mir geht es irgendwie so. Es hat mich sehr erfüllt, einmal die Landschaft und diese Schönheit, aber auch einige Menschen, die sich mit so einer Wärme einsetzen für ihren Ort und hierfür so brennen.
Und so eine angenehme Energie einfach dabei ausstrahlen. Das hat mich gerade schon irgendwie… Klar, das ist jetzt auch sehr subjektiv, aber es war schon schön. Es hat mich gerade schon auch sehr krass, das kennenzulernen.
Man hat das Gefühl, die haben vor einem Hintergrund, der nicht einfach ist. Gibt es Leute dort, die so eine positive Ahnung von Zukunft haben, so ein positives Bild? Und so etwas finde ich immer sehr kraftvoll.
So, wie Sie das auch gesagt haben, so etwas steckt halt an, vielleicht gerade dann, wenn so etwas eher rar gesehen ist. Und das kam jedenfalls so rüber. Und ich glaube, so wie eine Entdeckung von Gestaltungsspielraum. Man ist irgendwie auch in schwierigen Situationen nicht einfach nur ausgeliefert, sondern man kann irgendwie was machen.
Und es entstehen Dinge. Dann kommen sogar andere Leute, die machen was mit. Das zieht halt oft. Total, ich stimme total zu. Das war auch das, was mich gerade so gekriegt hat.
Und ich bin auch dankbar und beeindruckt davon, wie sehr die Menschen uns erlaubt haben, daran teilzuhaben. Als so zwei Menschen, die fremd sind, die das erste Mal sehen, die irgendwelche Fragen stellen.
Weil es war nicht nur die Infos, die wir bekommen haben, es war auch so ein Einblick in dieses Gefühl dazu. Und das fand ich echt besonders.
Und Katja, nächster Ausflug oder Urlaub mal in Werben? Ah, in Werben! Also, ich war schon mal in Werben. Das war sehr schön. Ob ich jetzt den ganzen Urlaub da verbringen würde, weiß ich nicht.
Aber tatsächlich habe ich während dieser Reportage über Fahrradtouren, das habe ich früher relativ häufig gemacht. Ich war auch ein Stück mal auf dem Elbe-Radweg unterwegs oder eben so um die Müritz drumherum. Das ist eigentlich sehr schön.
Seit ich ein Kind habe, haben wir das nicht mehr so richtig gemacht, weil die halt relativ langsam unterwegs sind. Und da bietet sich das nicht so an. Ist das auch was für dich, so Fahrradtouren, Fahrradurlaub?
Also, Fahrradfahren mache ich schon gerne, aber ich bin jetzt nicht so die Maus, die erst mit dem Auto fünf Stunden rausfährt, um dann an einen geilen Spot zu fahren. Ich müsste das schon easy von Leipzig aus bewältigen können, um dann abends wieder zurückzukommen oder so.
Aber klar, wenn ich da in der Nähe wäre, dann kann ich mir wahnsinnig gut eine Radtour einfach durch die Wische und nach Werben vorstellen. Jetzt wird zum Störche gucken nebenbei.
Wenn ihr euch für Fahrräder und Fahrradtouren interessiert, dann hört doch gern auch mal in den detektor.fm Fahrradpodcast Antritt rein. Gerolf habt ihr in dieser Folge kennengelernt und Christian Bollert kennt ihr schon. Deswegen lohnt sich das doppelt.
Ich glaube, einen extra Lieblingsort brauchen wir für diese Folge nicht. Wir haben so viel von schönen Orten heute gehört und vor allem auch so viele engagierte Menschen. Ich würde sagen, Werben auf die Eins auf jeden Fall.
Aber wir haben noch viele weitere Folgen. Vielleicht habt ihr für diese Folge ja noch einen tollen Lieblingsort oder einen Fahrtenstattungstipp oder eben auch eine Heldin oder Helden des Alltags. Dann her damit!
Schreibt uns gerne eine Mail an dazwischen@detektor.fm oder meldet euch bei WhatsApp. Die Nummer findet ihr in den Shownotes. In der nächsten Folge besuchen wir einen Helden des Alltags, den ihr uns auch schon geschickt habt, nämlich Thoralf Krüger.
Der ist eigentlich Unternehmer, stellt aber in Magdeburg mietfrei Ateliers zur Verfügung. Die habe ich mir angeschaut und wollte rausfinden, warum Thoralf Krüger das macht, wer diese Räume nutzt und ob Magdeburg eigentlich eine gute Stadt für Kunst und Künstler ist.
Das alles hört ihr dann nächsten Donnerstag. Bis dahin, tschüss!
Untertitel im Auftrag des ZDF für funk