Ich fühle mich nicht als Sachsen-Anhalter. Ich fühle mich manchmal als Magdeburger, was meine Geburtsstadt ist. Ich fühle mich manchmal als Altmärker, wo ich aufgewachsen bin. Aber gleichzeitig finde ich das Land in seinen Regionen sehr, sehr verschieden und vielfältig, sodass es mir schwerfällt, so eine Identität zu erstellen, die genau diesem Bundesland zugehörig ist. Also, ich weiß nicht, wie es dir geht, Katja, aber so, wie der Autor Domenico Möhnsiefen es beschreibt, so aber irgendwie auch gar nicht, geht es mir mit Sachsen-Anhalt.
Ja, Marie, das ist auf jeden Fall eine schöne Feststellung. Ich glaube, ich sage schon relativ häufig, dass ich aus Sachsen-Anhalt komme, aber ich fühle mich als Magdeburgerin, weil da bin ich groß geworden und habe einen großen Teil meines Lebens da verbracht. Und für mich sind auch so Halle oder die Altmark oder der Harz, das ist auch einfach was ganz anderes. Und genau darüber sprechen wir in dieser ersten Folge von Dazwischen. Denn diese Vielfalt, diese Unterschiede, die wir jetzt vielleicht irgendwie fühlen, vielleicht in manchen Bereichen ein bisschen weniger, darüber sprechen wir später. Die sind tatsächlich historisch und politisch gewachsen und wirken bis heute nach. Das wird auf jeden Fall spannend.
Aber bevor wir jetzt schon so richtig tief eintauchen ins Thema, müssen wir, glaube ich, nochmal so einen kleinen Schritt zurück machen. Denn das hier ist ja so die allererste Folge unseres neuen Podcasts. Und da sollten wir vielleicht nochmal so ein paar Sätze darüber verlieren, was wir eigentlich vorhaben. Ja, und vielleicht sagen, wer wir sind. Gut, fange ich an. Mein Name ist Katja Schmidt. Ich habe schon verraten, dass ich aus Magdeburg komme. Ich bin allerdings in Wernigerode geboren. Das ist eine ganz interessante Geschichte, die ich vielleicht bei Gelegenheit dann mal erzähle. Und ich arbeite seit über zehn Jahren als Freijournalistin.
Ja, und ich bin Marie Landes. Ich bin auch Journalistin wie Katja. Ich komme allerdings aus einer ganz anderen Ecke in Sachsen-Anhalt. Ich komme aus Dessau-Roslau. Und damit haben wir die Mitte von Sachsen-Anhalt schon ziemlich gut abgedeckt. Ganz aus dem Norden, nämlich aus der Altmark, kommt die Familie unseres Kollegen Christian Bollert. Der hat nicht nur die Idee für diesen Podcast gehabt, er ist für diese Folge auch bei uns im Studio. Hallo Christian.
Hallo! Sag mal, wie kommt man auf die Idee, so einen Sachsen-Anhalt-Podcast zu machen? Ja, das ist eine gute Frage. Salzwedler Braunkuchen wäre wahrscheinlich die ganz kurze Antwort, weil ich tatsächlich seit Jahren die Leute, auch gerade außerhalb von Sachsen-Anhalt, erstmal überzeuge, dass das der beste Kuchen ist, den es überhaupt gibt. Die längere Antwort ist wahrscheinlich ein bisschen komplizierter, aber ich kann wirklich sagen, dass ich mich persönlich schon seit vielen Jahren mit dem Blick auf die ostdeutschen Bundesländer sehr, sehr intensiv beschäftige. Und das hat mit meiner Familie in der Altmark zu tun, die ihr ja schon erwähnt habt. Das hängt aber auch mit drei Menschen zusammen, die eben am 9. November 1989 geboren worden sind, also diesem historischen Tag, und die ich seit ihrem 18. Geburtstag tatsächlich auch begleite. Also seit über 20 Jahren, oder fast 20 Jahren, kann man sagen. Und dann ist da auch noch Melanie Stein und die von ihr gegründete Initiative „Wir sind der Osten“. Die sind auch quasi mit Schuld daran, dass ich mich immer intensiver mit diesem Thema auch beschäftigt habe in den letzten Jahren. Und dabei ist mir einfach aufgefallen, wie oft und leider auch wie holzschnittartig immer wieder und manchmal auch sehr undifferenziert über den Osten berichtet wird, den es ja so als einheitlichen Block eigentlich gar nicht gibt. Das ist ja auch hier irgendwie, finde ich, im Podcast jetzt gleich am Anfang auch schon deutlich geworden, als ihr so ein bisschen erzählt habt, wo ihr herkommt und so. Selbst in Sachsen-Anhalt gibt es sehr, sehr verschiedene Regionen. Und aus all diesen Gründen suche ich eigentlich schon seit Jahren in meiner Arbeit nach Wegen, einen anderen, differenzierteren und vielleicht auch etwas besseren Blick auf die ostdeutschen Bundesländer zu finden.
Und im vergangenen Sommer bin ich dann auf eine Initiative gestoßen, die heißt Media Forward Fund. Die fördern journalistische Projekte und finanzieren journalistische Projekte. Und wir haben da als detektor.fm einfach mal unseren Hut in den Ring geworfen, eben mit der Idee, einen Podcast für Sachsen-Anhalt zu machen bis Ende 2027. Und jetzt dürfen wir das tun. Wir dürfen diesen Podcast machen. Zusätzlich auch noch einen wöchentlichen Newsletter. Und dankenswerterweise haben wir uns da letztes Jahr eben durchgesetzt in einem Feld von fast 80 Bewerbungen insgesamt. Sind auch das überhaupt allererste Team aus den ostdeutschen Bundesländern, was diese Finanzierung bekommen hat. Und deshalb ist dieser Podcast und der Newsletter jetzt eine Kooperation zwischen dem Media Forward Fund und eben dem Podcast Radio detektor.fm. Darüber freue ich mich persönlich sehr, muss ich sagen. Das ist irgendwie toll. Und ab sofort blicken wir halt hier im Podcast wirklich jede Woche auf ein Thema aus und für Sachsen-Anhalt. Und unser zugegebenermaßen ambitioniertes Ziel ist es dann, dass die Gesamtheit aller Episoden – und ich habe mal durchgezählt, es werden wahrscheinlich deutlich mehr als 70 oder 80 Episoden werden, wenn wir hier jede Woche bis Ende 2027 was produzieren – dass da dann ein ausgewogenes, vielfältiges und hoffentlich eben differenzierteres Bild von Sachsen-Anhalt entsteht. Und wenn wir das schaffen, glaube ich, dann ist schon viel gewonnen.
Ja, und das wollen wir natürlich nicht allein gestalten, dieses differenzierte Bild von Sachsen-Anhalt. Wir brauchen dafür auch euch. Wir brauchen eure Ideen, Hinweise, denn natürlich können wir unsere Augen und Ohren noch nicht überall haben. Wir werden euch aber auch in diesem Podcast reinholen in unsere Reactions. Genau an dieser Stelle werden wir immer mal wieder darüber sprechen, was ihr uns geschrieben habt, was ihr uns erzählt habt, wie ihr sozusagen auf unsere Podcast-Folgen geschaut habt. Und wenn euch das noch nicht ausreicht, dann solltet ihr unbedingt auch den Newsletter abonnieren. Dann kriegt ihr noch mehr Facetten und Geschichten aus Sachsen-Anhalt.
Aber sag mal, Christian, wie ist es denn jetzt eigentlich bei dir? Fühlst du dich eher als Sachsen-Anhalter oder Brandenburger, wo du ja aufgewachsen bist? Ja, oder Leipziger, wo ich momentan wohne. Es ist vielleicht dann doch wieder wie beim Baumkuchen. Also ich glaube, es sind verschiedene Schichten da. Also meine Wurzeln ganz unten im Baumkuchen, würde ich sagen, das Fundament, das ist die Altmark, weil da kommen meine Verwandten her. Dann kam irgendwann Potsdam drauf, so als Brandenburger. Und mittlerweile ist da auch ganz viel Leipzig. Aber das Schöne ist am Baumkuchen: je mehr Schichten, umso besser. Also dementsprechend ist dieses Baumkuchen-Bild vielleicht doch gar nicht so doof. Sachsen-Anhalt, das liegt irgendwie so dazwischen. Und so heißt ja auch unser Podcast: Niedersachsen, Brandenburg, Sachsen, Thüringen und mittendrin ein Bundesland mit Bindestrich, der ja schon verrät, dass hier irgendwie etwas zusammengefügt wurde.
Ja, bei diesem Zusammenfügen sind auch ganz skurrile Geschichten entstanden. Ich weiß nicht, ob du zum Beispiel wusstest, dass es noch bis vor ein paar Jahren wirklich so brandenburgische Enklaven mitten in Sachsen-Anhalt gab. Also so im Jerichower Land bei Möckern. Da haben also Leute nebeneinander gewohnt, die aber faktisch in zwei verschiedenen Bundesländern wohnten. Und deswegen zum Beispiel auch bei so Themen wie Breitbandausbau haben die einen dann Förderung bekommen und die anderen nicht. Und das finde ich so absurd, was da noch bis vor zwei Jahren passiert ist. Das stelle ich mir nur praktisch vor, wenn man zwischendurch mal wechseln konnte, immer so, wie es besser einem passt. Aber man hört es schon raus, es ist ganz schön kompliziert.
Und weil das alles so kompliziert ist, habe ich für diese Folge mit jemandem gesprochen, der sich damit auskennt: Steffen Rassloff. Er ist Historiker, lebt in Erfurt und hat Bücher geschrieben wie „Sachsen-Anhalt: 55 Highlights aus der Geschichte“. Warte mal, ein Thüringer, der jetzt uns etwas über Sachsen-Anhalt erzählt. Geht das überhaupt? Ja, das geht. Die Summe vieler Teile. Sollte Sachsen-Anhalt noch einmal auf der Suche nach einem Slogan sein, dann wäre das doch recht passend, oder? Herr Rassloff?
Ja, also in der Tat ist das heutige Bundesland Sachsen-Anhalt aus vielen historischen Bestandteilen zusammengesetzt, die über Jahrhunderte hinweg andere Wege gegangen sind. Also insofern eher historische Vielfalt als ein einheitlicher Staat. Ich glaube, das ist charakteristisch für das Land. Sie schreiben auf der ersten Seite Ihres Buches sogar von einem Land ohne Identität. Steile These! Wie kommen Sie darauf? Das ist durchaus unumstrittene Forschungslage. Also das sehe nicht nur ich, auch der Grand Senieur der Landesgeschichtsforschung, Matthias Tullner, etwa schreibt das in seiner Geschichte Sachsen-Anhalt. Und das liegt ja eigentlich auch auf der Hand. Also ein Land Sachsen-Anhalt hat es erstmals 1945 gegeben, ist dann sehr schnell wieder aufgelöst worden in der DDR. Und im Grunde gibt es dieses Land erst seit 1990.
Ja, und genau darüber möchte ich mit Ihnen hier noch ein bisschen detaillierter sprechen. Sachsen-Anhalt ist eben kein, wie Sie es schon sagten, lang gewachsenes Bundesland. Es ist eher ein Konstrukt. Lassen Sie uns das mal aufdröseln. Was haben wir denn da? Also man kann es im Grunde sehr schön von Norden nach Süden durchgehen. Im Norden die Altmark, also ein urpreußisches Gebiet, die Wiege Brandenburgs. 1157 hat hier Albrecht der Bär die Mark Brandenburg begründet, und diese Altmark gehörte auch bis 1815 immer zu Brandenburg und ist erst dann zur preußischen Provinz Sachsen gekommen. Also eine Region, die sehr eng mit Brandenburg und Preußen verbunden ist. Im mittleren Bereich die ehemaligen geistlichen Herrschaften Magdeburg und Halberstadt, Erzbistum und Bistum mit weltlichen Herrschaften, die dann im 17. Jahrhundert an Brandenburg gefallen sind. Dazu das Land Anhalt, das über viele Jahrhunderte bestanden hat und erst 1945 im 1. Sachsen Anhalt eigentlich aufgegangen ist. Und schließlich im Süden die beiden geistlichen Herrschaften Merseburg und Nürnberg, Zeitz, mit den altehrwürdigen Bischofsstädten, die dann nach der Reformation an Kur-Sachsen gefallen sind.
Gehen wir mal vielleicht so zu dem Jahr 1900. Da, wo heute für uns Sachsen-Anhalt ist, welche Regionen haben wir zu dieser Zeit? Also um 1900 hat es schon durch die verschiedenen Dinge, die napoleonische Zeit und dann auch spätere Entwicklungen in Anhalt, besteht diese Region im Wesentlichen aus zwei Bestandteilen, die sich auch im heutigen Landesnamen finden. Nämlich zum einen die preußische Provinz Sachsen, die den größten Teil des heutigen Landes umfasste, und das relativ kleine aber alte Land Anhalt. Also das sind im Wesentlichen diese beiden Bestandteile, die doch recht unterschiedlich sind, aber die bis heute ein Stück weit nachwirken.
Jetzt war ja aber das Fürstentum Anhalt, vor allem der alte Dessauer, ich komme aus Dessau an der Stelle, der war ja trotzdem dem Preußen sehr nah. Also wie groß waren denn da dann wirklich auch so vielleicht politische Unterschiede oder waren die gar nicht so groß? Die waren in der Tat nicht so groß, denn im Gegensatz sozusagen zu diesem sehr problematischen Verhältnis zwischen dem Preußen und den Sachsen, ja, das ist ja sprichwörtlich der Kampf zwischen Sachsens Glanz und Preußens Gloria, gab es zwischen den anhaltischen Fürsten der Askanier und den Hohenzollern im Preußen ein sehr gutes Verhältnis. Das hatte was mit der gemeinsamen Religion, dem reformierten Glauben, zu tun, aber auch mit vielen persönlichen Beziehungen. Also so groß waren die Unterschiede vielleicht nicht. Trotzdem existierten die Grenzen hier relativ lang und zwar bis zu einer Zeit, in der gleich zweimal hintereinander die Welt tief erschüttert und auch neu geordnet wurde. Wir haben das Ende des Ersten Weltkrieges 1918, und das bedeutet ja auch das Ende der Monarchie in Deutschland und die Weimarer Republik wird gegründet. Die erste parlamentarische Demokratie für uns hier in Deutschland. Was bedeutet denn das für diese beiden Gebiete? Was passiert mit der Provinz Sachsen und auch Anhalt? Also man könnte jetzt einfach sagen, gar nichts, weil der Territorialbestand übersteht. Diese Hürde sozusagen aus dem Königreich Preußen und dem Herzogtum Anhalt werden jetzt Freistaaten, werden jetzt Länder der Weimarer Republik, aber ihr Gebietsstand bleibt identisch. Allerdings gibt es vor allen Dingen in den 1920er Jahren sogenannte Reichsreformdebatten, wo man überlegt hat, wie kann man das Reichsgebiet besser aufteilen. Es gibt diesen erdrückenden großen preußischen Staat und viele relativ kleine und mittlere Länder, und da gibt es dann auch Debatten hier, die teilweise sogar schon die heutigen drei Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen vorausnehmen. Aber unterm Strich dann bis 1933 faktisch ändert sich am Gebietsstand nichts.
Sie haben das Stichwort 1933 schon gegeben. Es folgt die Zeit des Nationalsozialismus. Deutschland wird zu einer Diktatur. Was heißt das für das Gebiet vom heutigen Sachsen-Anhalt? Also Sachsen-Anhalt wird jetzt in zwei Gaue aufgeteilt, die schon ein Stück weit die spätere DDR-Bezirksstruktur vorwegnehmen. Also es kommt auch im Dritten Reich zu keiner Vereinheitlichung der Region. Im Gegenteil, die NSDAP-Gaue spielen jetzt eine größere Rolle. Und ja, also neben sozusagen der Allgemeinentwicklung, die hier natürlich auch die schlimme Zeit des Dritten Reiches geprägt hat, dann natürlich besonders im Zweiten Weltkrieg hat sich hier auch territorial letztlich nichts getan, weil formal bestanden die Länder, also das Land Anhalt und die preußische Provinz Sachsen bis 1945 weiter. Die NS-Diktatur führt Deutschland in den Zweiten Weltkrieg. Die Alliierten gewinnen diesen Krieg, teilen das gesamte Deutschland zu dieser Zeit in verschiedene Besatzungszonen auf und auch dann entstehen neue Gebiete. Und das ist ja der Moment, wo man sagen kann, Sachsen-Anhalt wird ein erstes Mal jetzt richtig gegründet, aber zunächst als Provinz Sachsen-Anhalt. Was ist denn das damals für ein Gebilde? Also grob gesprochen kommt es 1945 erstmals zum Zusammenschluss dieser großen preußischen Provinz Sachsen und dem kleinen Land Anhalt, das dann auch, wie ich finde, völlig zu Recht den Namen Sachsen-Anhalt bekommt. Das ist allerdings, also da gab es keine große Mitbestimmung der Menschen, sondern das war eine Entscheidung der sowjetischen Besatzungsmacht, genauso wie in den westlichen Besatzungszonen ja auch diese großen neuen Kunstländer Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und so weiter entstanden sind. Und ja, dieses Land besteht aber auch wiederum nur kurze Zeit und wird schon 1952 dann in der DDR wieder aufgelöst in einem zentralistischen Staat, der von Ostberlin, von der SED, aus verwaltet wird. Also auch diese kurze Zeit des ersten Landes Sachsen-Anhalt hat ja keine großen Spuren hinterlassen können.
Ich finde das total spannend und es erinnert mich auch ein bisschen an eine Geschichtsstunde. Ich weiß nicht, ob die Lehrerin damals tatsächlich aus Halle kam. Jedenfalls hat die uns so ganz imbrünstig erzählt, dass Halle in dieser kurzen Zeit des ersten Landes Sachsen-Anhalt tatsächlich Landeshauptstadt war, eben weil Magdeburg so zerstört war nach dem Krieg und man da gar nicht so richtig wusste, wo man jetzt zum Beispiel die Parlamente hinbauen sollte. Also in Dessau hatten wir das nicht in Geschichte, spielte keine Rolle. In Dessau aber für uns Magdeburger war das relevant. Ja, und war nicht nur, ist es sogar, denn bis heute noch sorgt es ja, naja, vielleicht nicht unbedingt für hitzige Diskussionen, aber für eine liebevolle Rivalität zwischen den beiden Städten. Dazu kommen wir gleich. Ja, die ist mal liebevoll und mal vielleicht nicht ganz so liebevoll. Aber lass uns mal zurückgehen in die Timeline, über die wir jetzt so gesprochen haben. Wie ging es denn dann nach 1952 weiter? Naja, danach waren es dann nur noch zwei Bezirke: Magdeburg und Halle. Warum hat die DDR das gemacht? Ging es da sozusagen nur um Zentralismus? Teils, teils. Also die DDR gründet sich ja im Gegenmodell zur BRD, und das passiert politisch wie strukturell. Was passiert genau? Sie gibt erstmal ihrem Gebiet eine ganz neue Verwaltungsstruktur. Die bis 1952 bestehenden fünf Bundesländer werden in 14 Bezirke unterteilt, plus Ostberlin. Und jeder dieser Bezirke hat eine Bezirkshauptstadt. Also der Bezirk Magdeburg hat die Bezirkshauptstadt Magdeburg. Das alles dient natürlich einem höheren Plan, denn die bis dahin zumindest für einen kurzen Zeitraum bestehende föderale Struktur, wie wir sie ja auch heute kennen, die wird aufgelöst und die neuen Gebiete werden so gestaltet, dass sie zentral von oben nach unten politisch wie wirtschaftlich verwaltet und natürlich kontrolliert werden können. Es ist damals eine Verwaltungsreform nach sowjetischem Vorbild.
Dann folgen ja so 40 Jahre DDR. Was macht das mit der Identität der Leute? Kurz gesagt könnte man sagen, es löst sie noch mehr auf. Aber im Detail habe ich natürlich auch da noch mal bei Steffen Rassloff nachgefragt. Das Problem in Sachsen-Anhalt ist, also sagen wir mal, das Problem ist es ja nicht zwingend, aber der Umstand ist der, dass es anders als jetzt mal beispielsweise in Sachsen oder Thüringen eben kein historisch gewachsenes Bewusstsein gibt, das in den anderen Ländern problemlos diese 40 Jahre DDR überstanden hat. Also in Sachsen im Herbst 1989 hat man sofort wieder die grün-weißen Fahnen rausgeholt und das sächsische Hautenwappen. Etwas Vergleichbares gab es hier nicht. Und die DDR hat es eben tatsächlich geschafft, dieses Sachsen-Anhalt-Bewusstsein in den Bezirken Halle und Magdeburg, in denen im Wesentlichen ja das Land aufgeteilt wurde, zurückzudrängen.
Jetzt fällt aber die Mauer. Deutschland wird wieder vereinigt. Und die große Frage ist zu diesem Zeitpunkt natürlich: Was passiert mit den Gebieten der ehemaligen DDR? Wie schnell war denn damals klar, dass hier jetzt neue Bundesländer entstehen, vielleicht auch müssen und man eben nicht einfach die bestimmten Regionen jetzt Niedersachsen, Hessen oder Bayern zuordnet? Naja, es gab eine enorme Dynamik in dieser Zeit. Also wenn man überlegt, vom Mauerfall am 9. November 1989 bis zur deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 verging nicht einmal ein Jahr. Und was ist alles in dieser kurzen Zeit passiert? Es war also ein riesiger Handlungsdruck. Zwei große Staaten sollten miteinander verbunden werden. Und in den meisten Ländern, die ja 1952 erst aufgelöst worden waren, war klar: Die Sachsen wollten wieder ein Land Sachsen, die Brandenburger wieder ein Brandenburg und auch die Thüringer wollten wieder ein Thüringen, genauso wie in Mecklenburg-Vorpommern. Und von daher war relativ schnell klar, zumal man sich ja auch den föderalen Strukturen der Bundesrepublik anpassen musste und auch in den meisten Teilen durchaus wollte, dass es wieder in Richtung dieser fünf Länder geht, wobei allein eben Sachsen-Anhalt teilweise dann auch zur Disposition stand.
Richtig, es gab damals sogar eine richtige Kommission, die sich ja mit der Neugründung von Bundesländern beschäftigt hat. Und ich wusste das tatsächlich nicht, ich bin auch in dieser Zeit erst geboren worden. Sachsen-Anhalt war so eigentlich erst einmal nicht vorgesehen in den ersten Entwürfen. Warum denn nicht? Also man wusste natürlich auch damals schon, dass in dieser Region das Landesbewusstsein am geringsten ausgeprägt ist oder fast gar nicht bestand zu diesem Zeitpunkt, ganz anders als etwa bei den Sachsen oder den Brandenburgern rundherum. Und von daher hat man gesagt, gleichzeitig sind ja auch die neuen Bundesländer heute relativ klein im Vergleich mit den großen westdeutschen Bundesländern. Und so entstand die Idee, Sachsen-Anhalt zwischen den Nachbarländern Brandenburg, Sachsen und Thüringen aufzuteilen, wofür es, wir haben es ja eingangs gesagt, durchaus auch historische Argumente gab. Also die Altmark zu Brandenburg, zu dem sie über Jahrhunderte gehört hat, der südliche Bereich zu Sachsen und Thüringen, Wittenberg, die große kursächsische Residenz. Also das hätte man sich alles vorstellen können, aber am Ende war, glaube ich, der Handlungsdruck so groß, dass man auf diese Form dieser fünf Bundesländer dann doch zurückgegriffen hat.
Ja, denn dieser Plan, doch nur vier Bundesländer vielleicht neu zu gestalten, der kam dann gar nicht so gut an bei den Menschen in Sachsen-Anhalt. Haben die da vielleicht doch so ein bisschen Landesbewusstsein, Identität entdeckt oder steckten dahinter dann vielleicht doch eher machtpolitische Interessen von, ich weiß es nicht, Städten wie Magdeburg oder Halle? Ja, Sie sprechen es an. Also große Protestwellen im Sinne „wir wollen unser Sachsen-Anhalt wieder haben“, die gab es nicht. Aber in dem Moment, wo sich diese Länder immer deutlicher abzeichneten als die künftigen Bundesländer des vereinten Deutschlands, kamen natürlich diese Aufteilungspläne dann in bestimmten Bereichen des späteren Sachsen-Anhalts nicht gut an. Das ist nachvollziehbar. Also in Magdeburg zum Beispiel sah man sich nicht als Provinzstadt eines von Potsdam aus regierten Brandenburgs. Also das ist, denke ich, verständlich. Im Süden sorgte man sich in Halle um den eigenen Status, zumal ja auch noch gar nicht klar war, welche dieser Städte auch deshalb hatte durchaus Ambitionen, dann in einem solchen Land Sachsen-Anhalt künftig mal die Metropole ist. Denn der Status einer Landeshauptstadt in der Bundesrepublik Deutschland, das ist natürlich was, worum es sich zu kämpfen lohnt. Und gar nicht klar ist, noch ein bisschen untertrieben. Es kam zu einem waschechten Streit, vor allem zwischen Magdeburg und Halle, die beide Landeshauptstadt werden wollten, die beide diesen Titel für sich beanspruchten. Warum denn? Nun ja, das Konfliktpotenzial war im Grunde vorprogrammiert. Also das Land bestand bis 1990 aus zwei ähnlich großen und auch für DDR-Verhältnisse mächtigen Bezirken mit zwei ähnlich großen Bezirksstätten, die beide auch durchaus mit Recht den Anspruch auf die Metropolfunktion in diesem neuen Land anmeldeten. Und das auch mit großem Nachdruck. Und das war eine enorme Belastung für die Landesbildung, weil der Riss ging hier durch die Parteien, durch die Gesellschaftsgruppen. Jeder hat für seine Region, seine große Stadt gekämpft. Und das war schwierig. Also das gab es in der Form in anderen Ländern nicht. Und mitten in diesem Streit kam Dessau, hob auch noch die Hand und meinte, vielleicht so ein bisschen nach dem Motto: Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. Wir können es ja auch noch machen. In der Tat, weil Dessau hatte natürlich ein historisches Pfund. Es war, anders als Halle und Magdeburg, die nie wirklich eine Landeshauptstadt waren, war es die einzige Stadt, die über viele Jahrhunderte hinweg die Residenz und Landeshauptstadt Anhalts war. Und auch wenn es hier starke Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg gab, aber dieses sozusagen historische Fluidum einer gewachsenen Residenz und Hauptstadt konnte man ins Rennen werfen. Und spannend ist ja auch, dass der Zusammentritt des ersten Landtages von Sachsen-Anhalt am 28. Oktober 1990 also weder in Halle noch in Magdeburg passierte, sondern in Dessau. Und dieser erste Landtag sollte nun entscheiden, welche dieser beiden großen Städte die künftige Hauptstadt wird. Und wir wissen ja, wie das Ganze ausging. Dessau ist es nicht geworden. Magdeburg hat das Rennen gemacht, ist bis heute Landeshauptstadt. Und ich habe mich aber gefragt, wie tief sitzt denn dieser Schmerz bei den Hallenserinnen und Hallensern heute noch? Weil man hört ja immer mal wieder noch: Naja, Halle ist es nicht geworden, schade. Ich war in Halle unterwegs und habe mich umgehört. Und die meisten Menschen, die mir begegnet sind, haben erst gesagt, es wäre ihnen egal. Aber, und dann haben sie ganz oft hinterher den Satz geschoben: Schön wäre es natürlich schon, wenn es Halle geworden wäre. Und eine der schönsten Antworten habe ich von diesem Herrn bekommen. Ja, der Kontakt zu Magdeburg ist natürlich immer gespalten. Als Hallenser ist man da immer ein bisschen, ja, ein bisschen auf Krawall gebürstet, sagen wir so.
Ja, das hat er schön ausgedrückt und beruht ja auch auf Gegenseitigkeit. Also wir haben in Magdeburg früher immer gesagt: In Halle werden die Dummen nicht alle. Sorry, lieber Hallenser. Aber sag mal, gab es diesen Streit bei der Gründung der anderen neuen Länder auch? Ja, wenn auch vielleicht ein bisschen weniger ausgeprägt. Aber beispielsweise Thüringen, Erfurt, Weimar, Jena und Gera hatten sich damals als Landeshauptstadt beworben. Der Streit wurde dann vor allem aber zwischen Erfurt, der größten Stadt des Landes, und Weimar, als kulturhistorisch bedeutsame Stadt, ausgetragen. Wie Halle war auch Weimar zuvor schon einmal Landeshauptstadt gewesen, nämlich bei der ersten Gründung Thüringens 1920. Das Rennen machte aber hier am Ende Erfurt. Also ähnlich wie bei uns Magdeburg und nicht Halle und auch nicht Dessau.
Wir haben ja vorhin gehört, dass ihr das eigentlich auch nicht so schlecht gefunden hättet mit der Landeshauptstadt. Ist das noch ein Thema für die Dessauer heute? Also ich bin tatsächlich mit dieser Geschichte aufgewachsen, dass Dessau einmal hätte Landeshauptstadt werden können. Aber mein Eindruck ist eher über die Jahre, dass wir einen ganz anderen Streitpunkt haben, den wir viel schmerzhafter empfinden: dass Dessau und Rosslau eine Stadt mal geworden sind. Zumindest ein Teil der Menschen in dieser Stadt. Aber das wäre ja ein Thema für eine andere Folge in diesem Podcast.
Du hast ja ganz am Anfang so ein bisschen kryptisch gesagt, es geht dir mit der Identität als Sachsen-Anhalterin genauso wie Dominiko Müllensiefen und auch so ein bisschen anders. Was genau meinst du damit? Also wenn mich jemand fragt, wo ich herkomme, dann sage ich natürlich ganz klar Sachsen-Anhalt. Bei Dessau habe ich immer so ein bisschen ein ambivalenteres Gefühl dazu. Ich bin mit 18 direkt weggezogen, weil ich das Gefühl hatte, da gibt es nichts mehr für mich. Aber je älter ich werde, desto mehr merke ich auch, dass ich so ein bisschen in so einen Verteidigungsmodus komme und auch immer mehr schätzen kann, was es dort für schöne Ecken gab und bis heute noch gibt. Und deshalb würde ich so ein bisschen sagen: Irgendwie ganz viel, aber irgendwie auch manchmal schwierig zu greifen, wie ich mich fühle.
Ja, Heimatgefühle sind ja nicht immer so ganz linear. Manchmal sind die ja auch ambivalent, glaube ich, kann man sagen. Du hast dir vorgenommen, auch die Leute auf der Straße zu fragen. Da bin ich gespannt, was die zu dem Thema gesagt haben. Ja, kann so sein. Das war ihre Antwort auf die Frage: Fühlen Sie sich als Sachsen-Anhalter oder Sachsen-Anhalterin? Nee, nee. Ich fühle mich als Mensch, also näher. Ich bin Sachsen-Anhalter, mache auch da kein Härtum. Schon ja. Also einfach, weil ich mein ganzes Leben bisher in Sachsen-Anhalt verbracht habe. Nein, ich fühle mich eher als Weltbürger.
Und diese Antworten habe ich auch Steffen Rassler vorgespielt. Ich denke, das liegt natürlich in erster Linie an dem historischen Hintergrund, den wir hier ja beschrieben haben, und an eben sehr unterschiedlichen historischen Bestandteilen dieses Bundeslandes, die keine gemeinsame Identität entwickeln konnten, beziehungsweise eben doch sehr spät im 20. Jahrhundert. Und ich denke auch, man sollte jetzt nicht auf Biegen und Brechen ein sachsen-anhaltisches Landesbewusstsein konstruieren. Denn die Vielfalt an Geschichte und Tradition ist doch auch, wie ich finde, ein positives Element. Allein wenn man auf die außergewöhnlich vielen UNESCO-Welterbestätten schaut, darauf kann man als Sachsen-Anhalter, wie ich finde, das sage ich jetzt auch als Thüringer, durchaus stolz sein. Und die großen Themen vom Reich der Himmelsscheibe, also in der Bronzezeit einer der ersten großen Hochkulturen, über die Zeit der Ottonen im 10. Jahrhundert, als das heutige Sachsen-Anhalt der Kernraum des entstehenden Deutschen Reiches war, das Lutherland bis zur modernen Industrieregion im 20. Jahrhundert, das wirkt schon. Ich denke, ein Stück weit integrierend, ohne dass die Leute jetzt auf der Straße mit Inbrunst sagen: Ich bin ein Sachsen-Anhalter. Und ich denke auch, das Bundesland selbst entfaltet allein durch sein Bestehen seit nunmehr gut dreieinhalb Jahrzehnten quasi täglich jene normative Kraft des Faktischen, wie es der Staatsrechtler Georg Jellinek mal genannt hat. Oder einfacher formuliert: Viele Menschen haben sich mittlerweile einfach daran gewöhnt, Sachsen-Anhalter zu sein. Und wenn das nicht so euphorisch rüberkommt, aber an sich ist der Befund doch durchaus in Ordnung.
Ja, dafür sind wir dann eben mit mehr Euphorie Magdeburger, Hallenser, Altmerker oder Dessauer und eben weniger Sachsen-Anhalter. Ist doch eigentlich auch okay. Ja, vor allem aber keine Anhaltiner, denn das wäre das Adelsgeschlecht. Obwohl so ein bisschen Adelsgeschlecht fühle ich manchmal auch in mir, finde ich. Naja, wenn dann bin ich das ja, denn ich komme aus Sachsen-Anhalt.
Na gut, na gut. Ja, also ich danke dir auf jeden Fall, dass du heute dieses Thema mitgebracht hast und dass wir mal so ein bisschen tiefer in die Geschichte unseres gemeinsamen Bundeslandes Sachsen-Anhalt eintauchen konnten. Da war viel Spannendes dabei, auf jeden Fall. Und auch ich habe nochmal richtig viel gelernt, was ich so freue, obwohl ich aus Sachsen-Anhalt komme, noch nicht wusste.
Hier im Podcast werden wir in jeder Episode neben unserem großen Thema der Woche immer auch noch detaillierte Einblicke in die einzelnen Regionen in Sachsen-Anhalt schauen. Das können Meldungen sein, die uns in der letzten Woche ins Auge gesprungen sind. Oder wir stellen euch Helden und Heldinnen des Alltags vor, die beispielsweise bei sich vor Ort etwas Besonderes für den Ort und die Gemeinschaft geschaffen haben. Es kann aber auch ein Lieblingsort von euch Hörerinnen und Hörern sein, sozusagen als Tipp, wo ihr unbedingt mal hin müsst, wenn ihr da noch nicht gewesen seid.
Hallo, mein Name ist Annett und ich lebe in Halle an der Saale. Mein Lieblingsort in Sachsen-Anhalt ist hier in Halle direkt die Saale in ihrer ganzen Vielfalt: Spazieren gehen im Naturschutzgebiet auf der Peißnitz, entspannen am Pfälzer Ufer oder auch einfach den Ausblick von der Burg Giebichenstein genießen. Ach ja, die Peißnitz, da ist es wirklich schön. Ich habe mal ein paar Monate im Paulusviertel in Halle gewohnt und da war ich sehr, sehr oft spazieren. Bist du auch ein Fan? Also ich glaube, um das Wort Fan zu benutzen, hätte ich da schon ein bisschen öfter sein müssen. Ich war schon ab und zu mal auf der Peißnitz und es ist auf jeden Fall sehr schön. Aber vielleicht ist das eher ein Lieblingsort-Tipp auch an mich. Ja, siehst du, kannst du da mal ausprobieren. Und ihr könnt uns eure Lieblingsorte schicken. Wir freuen uns da sehr drüber, auch so ein bisschen als Inspiration für uns selber, wie für Marie jetzt in diesem Fall, aber natürlich auch für die anderen Hörer und Hörerinnen. Schickt uns das gerne als Sprachnachricht an dazwischen@detektor.fm. Diese Mailadresse findet ihr auch nochmal in der Podcastbeschreibung, also den Shownotes dieser Episode. Und wenn ihr noch tiefer in Sachsen-Anhalt eintauchen wollt, dann abonniert doch auch unseren Newsletter, denn da bekommt ihr jede Woche noch mehr Geschichten und Facetten aus Sachsen-Anhalt direkt in euer Postfach. Auch diese Infos zum Newsletter findet ihr in den Shownotes. Nächste Woche Donnerstag gibt es hier im Podcast dann schon die zweite Folge von Dazwischen und darin geht es um Krankentage. Denn da ist Sachsen Anhalt in Deutschland Spitzenreiter und wir wollen uns mal ein bisschen genauer anschauen, warum das so ist und was es vielleicht auch schon so an Ideen gibt, um das zu ändern. Wir freuen uns auf euch. Bis nächste Woche.
Dieser Podcast ist eine Kooperation von detektor.fm und dem Media Forward Fund. Podcast Hosts: Marie Landes und Katja Schmidt. Community Redakteurin: Anne Koslowski. Podcast Redaktion: Leonard Schubert. Cover Design: Claudia Dölling und Anja Krämer von Sisters of Design. Originalmusik: Florian Sievers. Audioproduktion: Stanley Baldauf und Tim Schmutzler. Projektleitung: Christian Bollert.