Detektor FM destilliert die spannendsten, skurrilsten und witzigsten Interviews von detektor.fm. Herzlich willkommen und ein frohes und gesundes Neues wünschen wir hier von detektor.fm in unserem kleinen, aber feinen Haus-Podcast. Und hier ist es ja gute Sitte, dass ich das nicht alleine mache, sondern dass hier noch jeweils eine Person mit dabei ist. In diesem Fall ist das Claudius. Claudius Nießen, guten Tag! Guten Morgen, frohes Neues auch an dich! Frohes Neues zurück! Guten Abend auch für alle, die diesen Podcast abends hören. Wie bist du ins Jahr gekommen? Hätte ich jetzt auch noch sagen sollen. Sehr kalt, ehrlich gesagt. Es war eine kalte Woche hier, also überhaupt in Deutschland, muss man sagen. Es ist ein kaltes Ding gerade, ja. Also ich freue mich, wenn die Kälte vorbei ist, genauso wie ich mich freue, wenn ich nicht immer frohes Neues wünschen muss oder in irgendwelchen E-Mails nochmal so alles Gute für 2026. Ach, bist du so ein Muffel? Ich bin prinzipiell ein großer Muffel, das weißt du. So ein Großmuffel. Nee, aber ich bin der, der auch bis Februar noch 2025 in die Daten schreibt. Von daher geht es mir auf den Nerv, wenn ich… Also ich grüße total gern, aber gerne standardmäßig alles Liebe. Sehr gut! Wer dich nicht kennt, wer jetzt vielleicht nicht jede destilliert-Folge gehört hat und möglicherweise dir nicht bei LinkedIn folgt oder so, der weiß vielleicht gar nicht, was du so machst. Was machst du eigentlich hier bei detektor.fm? Ich glaube, das fragt sich der Rest des Teams auch immer die ganze Zeit. Es gibt Leute, die sagen, ich bin der Hausmeister. Ich gehöre nicht dazu, das kann ich sagen. Du kommst auf wenn die Kaffeemaschine kaputt ist. Claudius, könntest du mal bitte gucken? Der Wasserkocher, ich weiß nicht, wo muss ich den anschalten? Ich würde eher sagen, beim Wasserkocher, bei der Kaffeemaschine eher selten, aber ja. Soll ich den Wasserkocher mal wieder entkalken? Das wäre toll. Ja, sehr gut! Ja, nein, also ich bin Claudius und ich bin, wie soll man das sagen, Teil der Geschäftsführung, ist das so? Das ist so, ja. Und kümmere mich, während sich mein Gegenüber, der am Mikro 1 steht, vor allen Dingen auch um die inhaltlichen Belange kümmert, die mich auch furchtbar interessieren. Aber irgendjemand muss und darf ja das Schöne machen. Das bin nicht ich. Nein, ich kümmere mich um die Zahlen, aber das mache ich auch ganz gern. Ja, Prokurist steht auch auf deinem Klingelschild. Sehr gut! Jetzt hat es natürlich einen Grund, warum ich dich ausgerechnet in diese erste Episode des Jahres 2026 eingeladen habe, denn wir brauchen Geld. In deiner Rolle als Mann mit den Zahlen haben wir beide zusammen in den vergangenen Monaten, das muss man so sagen, eigentlich seit dem Sommer, sehr, sehr viel Arbeit in ein Projekt gesteckt, über das wir jetzt endlich zum ersten Mal ein bisschen reden können, was noch nicht heute losgeht, aber was wir hier anfangen. Deswegen ist diese Ausgabe von detektor.fm destilliert auch so ein bisschen ein Blick in den Maschinenraum, weil wir einfach mal ja schon ein bisschen zeigen wollen, was wir vorhaben in diesem Jahr. Es ist ja auch ein guter Moment, so die erste Woche des Jahres ist vorbei. Man blickt schon mal so ein bisschen auf das Jahr, was da kommt, hat schon im Kalender irgendwie geguckt, dass man nicht immer 2025 schreibt, sondern 2026. Und wir haben auch diese Woche schon einige konkrete Haken gemacht und gesagt, okay, das haben wir vor, das wollen wir machen. Und eine große Sache ist tatsächlich, dass wir eine Finanzierung bekommen haben für einen Podcast für Sachsen-Anhalt und einen Newsletter, der das begleitet und das Ganze auch noch natürlich verbreitet dann über verschiedene Drittplattformen, Social Media, Podcast-Plattformen und so weiter. Und für uns, das kann man glaube ich so sagen, ist das ein Riesending. Also ich glaube, es ist ungelogen, ich weiß nicht, ob seit Gründung, aber zumindest in den 10, 12 Jahren, in denen ich jetzt mit dabei bin, ungelogen der größte, aufwendigste, ja, Antrag kann man gar nicht sagen, das aufwendigste Verfahren, was wir je gemacht haben. Erklär doch mal das Verfahren. Also es gibt ungefähr drölfzig Stufen in diesem Verfahren, zu denen man sozusagen viel über sich selber nachdenken muss, verschriftlichen muss und dann weiterkommen. Also will sagen, vor dem Verfahren war eigentlich ja unser Gedankenspiel, wie sieht unsere Zukunft aus? Nicht, dass wir uns das nicht ständig fragen, aber ich glaube, das ist der wichtigste Ausgangspunkt. Und der wichtigste Ausgangspunkt, bevor wir sozusagen jetzt endlich diesen Cliffhanger lösen, worum geht’s und wer ist das, ist aus meiner Sicht eben genau die Frage, wie kann Regionalisierung im Audio-Bereich, im Podcast- Bereich funktionieren? Da haben sich bislang viele dran versucht, auch wir, und es ist immer mal wieder auch schön in die Hose gegangen. Aber wir haben mit einem Podcast, glaube ich, ganz positive Erfahrungen gemacht, was Regionalisierungsbestrebungen anbelangt. Kann man glaube ich auch ganz offen sagen, nach der Kohle, ein Podcast, der ja hier im Leipziger Land spielt und einfach diesen Strukturwandel beschreibt von vor der Kohle bis durch die Kohle und nach der Kohle. Genau, Joana Voss hat den moderiert oder gehostet und das Detektor-Team betreut. Wirklich eine tolle Reichweite und wo wir dann gesagt haben, okay, davon können wir jetzt ausgehen als Blaupause und überlegen, wie kann Regionalisierung im Audio-Bereich in Zukunft aussehen? Und mit der Idee sind wir irgendwann auf den Media Forward Fund gestoßen. Ja, und das ist ein Zusammenschluss, muss man sagen, von verschiedenen Stiftungen, die sich zusammengetan haben und, wie ich finde, auch einen ganz spannenden Ansatz haben, nämlich zu sagen, es ist vielleicht nicht so effizient, wenn jede einzelne Stiftung, jede Stiftung, die sich um Journalismus und um Demokratie und so kümmert, wenn die einzelnen Veranstaltungen macht und sagt, wir wollen jetzt auch mal beispielsweise in ostdeutschen Bundesländern mehr Präsenz haben. Und dann macht jeder ich sage jetzt mal ganz doof in Magdeburg, in Leipzig und in Rostock eine Konferenz. Da kommen immer 50 Leute hin, es sind vielleicht sogar immer dieselben 50 Leute, sondern verschiedene Stiftungen haben sich da zusammengetan, um einen größeren Hebel zu haben. Und in dem Fall ist es so, dass man sich immer auf ein Projekt bewirbt, eine Finanzierung, und dann für zwei Jahre an diesem Projekt auch arbeiten kann. Das heißt, man hat auch eine große Planungssicherheit. Und für uns war das sehr sehr spannend, weil du hast es angesprochen. Wir haben uns schon länger Gedanken gemacht über Regionalisierung. Wir haben hier und da Tests gemacht und wir haben einfach gemerkt und auch gesehen und gleichzeitig auch das Gefühl, das muss man auch sagen, das spielt glaube ich alles so zusammen, dass gerade in den ostdeutschen Bundesländern es viele Regionen gibt, die medial wirklich nicht besonders gut versorgt sind. Und Sachsen-Anhalt gehört definitiv dazu. Mecklenburg-Vorpommern ehrlicherweise auch, bestimmte Regionen von Brandenburg und so, da gibt es teilweise gar keine Zeitungen, gedruckten Zeitungen mehr. Also da gibt es keine Nachrichtenwüsten, so weit würde man noch nicht gehen, aber Steppen definitiv. Tundra, Taiga, Steppe, ja. Also da kommt man in den Geografieleistungskurs irgendwie so langsam. Aber nein, im Ernst, wir haben schon gesehen und das ist ja auch ein Thema, was wiederum mich persönlich sehr seit vielen, vielen Jahren umtreibt, dass gerade in den ostdeutschen Bundesländern, wo wir auch so viele demokratische Herausforderungen haben, dieser journalistische Boden, ich sag mal, das Berichten, das Einordnen, das Dasein, das vielleicht auch digitale neue Formate schaffen, das ist da oft krank. Und das war so eine der Kernideen, dass wir gesagt haben, wir wollen das nutzen, unsere eigene Kompetenz, unsere Stärke, unsere Redaktion. Wir sind, glaube ich, zu über 50 Prozent, das kann man so sagen, mit ostdeutscher Biografie. Und halbe Holländer. Und halbe Holländer haben wir auch teilweise dabei. Hinter Westdeutschland kommt Ostholland, von daher bin ich da. Aber ich meine, du hast ja auch eine spannende Biografie. Du kommst aus Aachen, bist in Leipzig gelandet und ja, auch irgendwie hier geblieben, rüber gemacht sozusagen in die andere Richtung. Dementsprechend haben wir hier, glaube ich, eine besondere Kompetenz. Und wenn man sich die ostdeutsche Medienlandschaft anschaut, muss man auch sagen, da gibt es auch nicht so wahnsinnig viele neue Gründungen in den letzten 10, 15 Jahren, die in den ostdeutschen Bundesländern stattgefunden haben. Also es gibt sowieso relativ wenige Medienneugründungen, die wirklich irgendwie noch da sind. Aber das sind alles so Gedanken, die uns dazu gebracht haben, zu sagen, ja, okay, wir werfen mal unseren Hut in den Ring. Ja, und gleichzeitig, wo du gesagt hast, es gibt nicht so viele Medienneugründungen, was man ja auch sagen muss, das gilt jetzt nicht nur für die Medienbranche, aber in der arbeiten wir nun mal. Deshalb glaube ich, haben wir da auch dann einen sehr viel konkreteren Blick noch drauf als in andere Branchen. Die Tendenz in Deutschland, und das ist, glaube ich, auch mit ein Problembaustein, wenn es um wirtschaftliche Stärke oder Entwicklung geht in Deutschland, ist, dass natürlich alle einen sehr, sehr starken Beharrungseffekt haben. Also sozusagen, es geht immer um die Förderung von bestehenden, tradierten Mustern, Vertriebsstrukturen, Inhalten. Was ich nachvollziehen kann. Ich glaube, wir alle hängen an Dingen, die wir lange kennen und die uns natürlich auch im besten Fall ernähren und absichern. Aber es bleibt dadurch, glaube ich, oft sehr, sehr wenig Raum für Neuentwicklung und schon gar nicht für den Mut, den es eigentlich braucht, um so eine Umwälzung zu erreichen in der Medienbranche, um in Zukunft anschlussfähig bleiben oder überhaupt einen Anschluss halten zu können. Und ich habe mich schon… Also deshalb war das, glaube ich, auch für uns diese ganze Antragsphase, so ging es mir zumindest, nicht nur nachdenken darüber, wie können wir diese Regionalisierungsstrategie weiterdenken und überhaupt vielleicht zu einem Erfolg führen oder zu einem nächsten größeren Testlauf. Das muss man ja auch sagen, wir sind nun irgendwie… Ich sage ja immer gerne Medienhundehütte. Also es ist jetzt nicht so, dass detektor.fm dafür bekannt ist, im Geld zu schwimmen. Das heißt, die Frage ist immer, wie können wir das umsetzen, diese ganzen Ideen und Flausen, die wir im Kopf haben. Und auf der anderen Seite habe ich mich schon gefragt, die ganze Zeit und Mühe, die wir in dieses Verfahren gesteckt haben, am Ende hätte es auch sein können, es hätte nicht geklappt. Das war über 70 Bewerbungen, fast 80 sogar. Fast 80 Bewerbungen. Und man muss in der Runde sagen, wir sind die einzigen, die durchgekommen sind. Ja, das ist verrückt. Das war schon… Also ich bin immer noch total euphorisiert und kann es nicht fassen. Aber ich habe mich eben die ganze Zeit in dieser Phase auch gefragt, was passiert, wenn wir diese ganze Zeit investieren und wir kommen nicht durch. Und ich muss aber dazu sagen, schon sozusagen der Media Forward Fund hat uns eingeladen, schon auf so kleinen Austausch, auf Konferenzen. Wir hatten Kontakt, wir hatten Feedback. Und natürlich, glaube ich, da kann ich für jeden sprechen, der sich dort beworben hat, geht es immer darum, am Ende auch irgendwie dabei gewesen zu sein. Danke. Aber ehrlicherweise fand ich diesen Prozess schon furchtbar lehrreich. Und das meine ich jetzt gar nicht so im Klug. Warum? Weil ich glaube, er hat uns wie selten gezwungen, also nicht, dass wir… Habe ich ja schon gesagt, wir denken oft über Neues nach. Wir sitzen ja dann auch irgendwie am Wochenende und spinnen mal. Aber dieses strukturierte Nachdenken über, wo kommen wir her und wo wollen wir hin und ja, nochmal dieses Aufdröseln von einzelnen Geschäftsbereichen, von Zahlen, von Inhalten, das extern zu erklären, die auch wirklich bis in die Nachkommastelle nachfragen und sich interessieren. Also nicht böse Nachfragen, das fand ich schon an sich wahnsinnig hilfreich für uns. Ich will jetzt nicht sagen, das will ich jedes Jahr haben, weil das wirklich enormen zeitlichen Aufwand in Anspruch genommen hat. Aber es hat sich schon, das finde ich, sehr sehr gelohnt. Und ich würde es auf jeden Fall wieder machen wollen, weil ich glaube schon, in Abständen ist es, was kann ich für mich sprechen, aber ich spreche ja auch gerne mit für dich. Ja, gerne, dass wir als Geschäftsführung, man ist irgendwann auch im Hamsterrad und dreht sich die ganze Zeit in diesem Alltag. Und da nochmal raus zu kommen und gezwungen zu sein, da raus zu gehen und sich da mit Abstand nochmal hinzusetzen, das fand ich wirklich hilfreich. Und deshalb muss ich auch sagen, ist dieser Start in 2026, bei aller Kälte draußen und irgendwie bei all den wirtschaftlichen Fragen, die wir uns natürlich auch in der Branche stellen, es ist ja jetzt nicht so, dass jetzt auf einmal alles gut ist. Aber ich finde, zumindestens für uns da ist ganz schön viel Aufbruchsstimmung. Ich habe sehr viel Bock und das Gefühl, es geht jetzt endlich los. Ja, ich kann das teilen oder ich teile das komplett. Ich glaube auch, dass es so, wenn ich so zurückblicke, es war ja fast ein halbes Jahr, muss man sagen. Also mehr Arbeit definitiv an Stunden als in so einem Storytelling Podcast. Und ich meine, in einem großen Storytelling-Podcast, also haben wir wirklich richtig, richtig viel Zeit reingesteckt. Mir ist aber auch wirklich nochmal sehr viel klar geworden. Lustigerweise gab es ganz am Anfang, als wir angefangen haben, uns mit der Ausschreibung zu beschäftigen, gab es schon so einen Moment, wo ich so dachte, die wollen ein digitales Medienunternehmen, was moderne Formate macht, wie Podcast und Newsletter, was plattformneutral ist, was möglichst irgendwie Open Source arbeitet, was demokratische Standards hat, was ein Redaktionskodex hat und so. Ich dachte so, Moment mal, das sind doch wir. Also da war am Anfang so ein Bild. Aber das, was du beschreibst, finde ich ganz spannend, weil wir haben das dann irgendwie zumindest in vielen Bereichen wirklich bis zur Nachkommastelle nochmal ausdefinieren müssen und ausdefiniert. Und dort wurde noch immer klarer, ja genau, das ist genau der Weg, den wir eigentlich als Detektor seit über 16 Jahren ja gehen, nämlich genau das zu machen. Und deswegen finde ich es auch so spannend und so herausfordernd, weil wir hätten niemals von alleine die Kraft gehabt, für zwei Jahre ein Team aufzubauen, was ein Podcast und ein Newsletter für Sachsen-Anhalt macht, weil das können wir wirklich aus unseren eigenen Reserven nicht stemmen. Das ist nicht möglich. Kleiner Spoiler, wir werden auch in den nächsten Tagen natürlich anfangen, unser Team zu erweitern, weil wir Leute brauchen, die uns mit Expertise für Newsletter, die uns mit Sachsen-Anhalt Kompetenz und so helfen. Das heißt, wenn ihr Interesse habt oder jemanden kennt, der oder die sich dafür vielleicht interessieren könnte, auf der Seite detektor.fm wird es in den nächsten Tagen, also spätestens nächste Woche, dazu auch Ausschreibungen geben. Aber ich habe wirklich nochmal so festgestellt, dass das genau, wie du sagst, so der Kern eigentlich auch von detektor ist, ein journalistisches eigenes Medium mit einer eigenen Reichweite, die natürlich irgendwann mal klein war, die mittlerweile dankenswerterweise, gerade weil so viele von euch da draußen unsere Podcasts hören, doch ganz beachtlich ist, gerade im Podcast-Bereich. Aber im Newsletter-Bereich zum Beispiel können wir wahnsinnig viel lernen. Da sind wir absolute Anfänger. Und da muss man ja auch nochmal sagen, du hast es ja in der Vergangenheit schon, finde ich bewundernswert, weil ich glaube, man muss auch ganz offen über seine Fehler reden, auch wenn das nicht immer leicht fällt. Aber wir können jetzt mit diesem Projekt, glaube ich, auch einen der größten Fehler heilen, die wir in der Vergangenheit gemacht haben. Und das war ja einer nicht durch aktiv machen, sondern durch aktiv lassen, mit einem guten Gedanken, aber dann eben doch leider bescheidenen oder beschissenen Konsequenzen. Soll ich den Fehler mal nennen? Leg doch den Finger mal in die Wunde. Ja, absolut. Ich habe ja gesagt, wir haben immer schon, seit wir 2009 einen Start gegangen sind, so eine Idee, dass wir möglichst frei, open source, netzneutral sein wollen. Und deswegen haben wir am Anfang 2009, 2010, 2011 gesagt, nee, wir wollen kein Login, wir wollen nicht, dass die Leute sich anmelden, wenn sie Detektor hören. Also wenn ihr auf die Seite geht, Detektor, dann könnt ihr das machen, ohne euch anmelden zu müssen. Aber da waren nicht nur wir doof, da waren auch viele andere doof, Verlage und so weiter. Wir haben gedacht, hey, wir erreichen ja die Leute über Social Media, damals Facebook und Twitter und StudiVZ, übrigens. Da bist du immer noch? Oder? Da bin ich immer noch. Ja, ja. Ich weiß gar nicht, ob es die Seite noch gibt. Aber das ist eine Randnotiz. Aber das ist deswegen doof, weil Podcasts sind super, das wisst ihr auch. Wir lieben Podcasts auch, aber man hat bei Podcasts keinen direkten Rückkanal. Das heißt, wir können euch da draußen zwar eine neue Episode geben, aber wir können euch nicht mailen, hey, wir starten ein neues Projekt, hey, wir suchen Leute. Einfach nicht, um euch irgendwie zuzuspammen, sondern um mit euch in Kontakt zu sein, eine Community aufzubauen. Und das haben wir erst über viele, viele Jahre später dann mit einzelnen Podcasts, mit Antritt zum Beispiel, mit dem Gartenradio oder auch mit Detektor allgemein über Plattformen wie Steady und so geschafft, wo man dann doch wieder so einen Rückkanal hat. Und da merkt man dann auf einmal, wie wertvoll das ist, eben nicht, ich sage jetzt mal 500.000 Leute mit einem Podcast zu erreichen, sondern vielleicht mal 500 Leute mit einem Newsletter. Und das ist eine ganz andere Qualität und eine ganz andere Form von Community. Und das hätten wir natürlich von Anfang an viel besser machen müssen. Wie gesagt, geh mal zu anderen Verlagen, geh mal zum Spiegel, zur Süddeutschen. Die haben 2009, 2010 alle denselben Fehler gemacht. Aber nicht umsonst machen alle jetzt Newsletter, weil es eben die beste Form ist, um sich auch unabhängig zu machen von diesen Tech-Giganten da draußen, von Meta, von Google, von TikTok, weil die drehen morgen am Algorithmus und du erreichst deine Leute nicht mehr. Da kannst du so viele Follower haben, wie du willst. Das haben wir alle irgendwie mehrfach schmerzhaft erlebt als Medienmacherinnen und Medienmacher. Und das ist was, wo wir auch gesagt haben, das wollen wir in Zukunft nicht mehr machen. Wir wollen noch viel konsequenter auf dezentrale Plattformen setzen, aber eben auch auf den direkten Kontakt zu Hörerinnen und Hörern. Und deswegen ist das ein Weg, den wir mit diesem Sachsen- Anhalt-Podcast noch konsequenter gehen. Wir wollen da aber auch Dinge lernen, wie man besser Newsletter machen kann, wie man unsere Communities noch besser aufbauen kann und so. Und ich meine, das muss man auch sagen, das haben wir jetzt noch gar nicht so ausgesprochen, aber Sachsen-Anhalt ist natürlich auch deswegen spannend, weil das geht ja jetzt schon los. Spätestens im Sommer wird ganz Politik-Deutschland auf dieses Bundesland schauen, weil A ist Sommerloch, B ist das die entscheidende Landtagswahl im Jahr 2026. Jetzt ist gerade in dieser Woche die Koalition in Brandenburg kaputt gegangen, aber alle gucken auf Sachsen-Anhalt. Natürlich auch wegen dem großen blauen Elefant im Raum. Holt die AfD vielleicht sogar die absolute Mehrheit? Was passiert dann nach der Wahl und so weiter? Und dort ein ausgeruhtes wöchentliches Podcast-Format zu bieten, was wirklich in die Tiefe geht und was differenziert und was schon weit vor der Wahl und auch noch lange nach der Wahl da ist, das ist halt, ich sage mal, die Kernidee von diesem Projekt, was wir machen. Und das ist auch was, wo ich sage, man kann es glaube ich nicht messen, wie groß unser Anteil da sein wird, aber wir werden einen wichtigen Beitrag leisten zur Medienvielfalt, zur Angebotspluralität in Sachsen-Anhalt, zur differenzierten Darstellung dieses Bundeslandes und der Menschen, die dort leben. Und auch das gehört ja zur Wahrheit dazu. Viele etablierte Medien werden dann kurz vorher, eine Woche vorher, eine große Doku machen, wo sie einen Reporter oder eine Reporterin durchs Land geschickt haben und dann ist es wieder vorbei. Und wir wollen aber langfristig da sein. Und das ist auch was, was ihr detektor irgendwie ausmacht. Und ich musste sehr, sehr schmunzeln. Also wir haben ja unsere Fühler schon immer ganz gut ausgestreckt und du hast es so recht beschrieben. Ich glaube, wir sind nicht schlecht vernetzt. Ich glaube, der Media Forward Fund hat mit dieser Finanzierung und dem, was sie uns damit ermöglichen, jetzt schon relativ viel für die Medienlandschaft in Sachsen Anhalt getan, weil wir ja zumindest vom Hörensagen wissen, dass sich etablierte Verlage im Bundesland sich jetzt darum bemühen, vielleicht im Newsletter- und Podcast-Bereich auch etwas stärker aufgestellt sind. Und ich meine, wir können mit Konkurrenz, glaube ich, sehr gut. Und wir freuen uns drauf. Und vor allen Dingen haben wir vielleicht damit indirekt schon ein bisschen, sozusagen in der Tundra, Tiger, Steppe, medienmäßig noch ein paar andere Pflänzchen mit blühen. Das kann ja überhaupt nicht verkehrt sein. Auf jeden Fall. Und ich glaube, damit hat, wie du sagst, der Media Forward Fund quasi sein erstes Ziel schon so ein bisschen erreicht. Also wir haben gehört und man wird es wahrscheinlich in den nächsten Wochen und Monaten auch mitbekommen, dass da auch andere, ich sage mal, etablierte Verlage demnächst auch mit ähnlichen Formaten um die Ecke kommen. Und das ist für uns ehrlicherweise ein bisschen Ritterschlag und gleichzeitig auch Herausforderung. Und dementsprechend freuen wir uns total darauf. Wir werden euch hier in diesem Podcast und im Newsletter in den nächsten Wochen und Monaten natürlich noch weiter darüber informieren. Wir werden dann auch, wenn es wirklich losgeht, wenn wir beispielsweise auch den Newsletter für Sachsen-Anhalt starten, hier auch euch die Möglichkeit im Podcast mitteilen und vor allen Dingen dann auch im Newsletter, wie ihr den abonnieren könnt und so weiter. Im Moment sind wir noch in dieser Planungsphase. Wir gucken gerade, wie stellen wir unser Team auf. Wir suchen neue Leute jetzt ab nächster Woche. Das heißt, wir können im Moment noch nicht sagen, wann geht’s los, wie kriegt ihr Infos und so. Aber wir haben einen Plan und der wird immer konkreter. Und so viel kann man, glaube ich, schon mal sagen. Im Frühjahr werden wir damit um die Ecke kommen. Wann genau, werden wir noch sagen. Aber das ist so unser großes Projekt hier bei detektor.fm im Jahr 2026. Und das kann man eigentlich auch schon sagen, ehrlicherweise auch im Jahr 2027. Also das wird ein großer Schwerpunkt unserer Arbeit sein. Ich muss sagen, ich persönlich freue mich darauf wirklich sehr. Da kommt so alles zusammen, was detektor.fm im Kern ausmacht. Und dazu glaube ich auch etwas, was wir ja immer schon gemacht haben, aber was jetzt, glaube ich, auch noch mal verstärkt uns Möglichkeiten bietet, dieses Netzwerk des Media Forward Funds. Also Teil dieser ganzen Arbeit ist ja auch, dass wir unser Wissen, unsere Erfahrungen, unseren Input jetzt nicht für uns behalten, sondern zurückgeben in dieses Netzwerk, damit andere auch davon profitieren können. Und ich glaube, diese Regionalisierungsstrategie, die natürlich jetzt einen großen Fokus hat auf Sachsen-Anhalt und nicht nur für diese zwei Jahre, sondern wir blicken ja auch langfristig da, aber eben auch wir blicken auch längerfristig dann hoffentlich über Sachsen-Anhalt hinaus, wie wir diese Regionalisierungsstruktur weiterführen können. Das finde ich nach wie vor. Also das war das beste Weihnachtsgeschenk ever. Und ich sage mal, dementsprechend auch eine sehr, sehr kurze oder intensive Pause zwischen den Jahren, wo wir, glaube ich, schon viel vorgeplant haben. Und jetzt geht es mit dem Team richtig ran und richtig los in einer Stunde. Also laut Aufzeichnung ist unser Kick-Off intern. Und ich habe das Gefühl, alle haben irgendwie schon ganz schön viel Hummeln im Hintern. Ja, definitiv. Und vielleicht das noch als allerletzte Einordnung. Du hast es ja gesagt, diese Regionalisierung ist sozusagen ein Teil der Weiterentwicklung von uns. Und wir haben vorher ja ganz oft, und das wisst ihr, wenn ihr diesen Podcast hört und wenn ihr detektor-Podcasts hört, wir haben uns sehr, sehr viel im positiven Sinne Nischen gesucht. Wir machen mit brand eins Wirtschaft, wir haben den Fahrrad-Podcast Antritt, wir machen Garten-Podcast, wir haben irgendwie Wissenschafts-Podcasts, ganz viele, viele auch mit Spektrum der Wissenschaft zusammen, aber auch das Forschungsquartett und so. Also wir haben immer geguckt, okay, wo gibt es thematische Nischen. Und was wir aber nie gemacht haben oder selten, ist sich auf diese regionale Geschichte zu stürzen. Und das ist eigentlich ein zwangsläufiger Schritt, aber wir hatten eben nicht die Power. Und das ist das Tolle daran, dass wir jetzt mit dieser Finanzierung vom Media Forward Fund für zwei Jahre wirklich richtig Power haben. Und ich glaube, das ist auch das, was du angesprochen hast, was das Team gerade so beflügelt, weil das die Kernidee von detektor Journalismus, Podcast, dezentrale Plattform, Newsletter, dass es das so richtig nochmal anschiebt. Und deswegen gucken wir sehr zuversichtlich aufs Jahr 2026 und schicken nicht nur Neujahrsgrüße raus, sondern vor allen Dingen ein dickes fettes Danke an das ganze Team vom Media Forward Fund. Das sowieso, aber auch logischerweise ein dickes fettes Danke an das gesamte Team hier bei detektor.fm. Unbedingt! Und euch da draußen, wie gesagt, wünschen wir auch einen guten und erfolgreichen Jahresstart. Wir hoffen, ihr seid auch irgendwie zuversichtlich. Ich habe auch insgesamt übrigens so ein ganz gutes Gefühl. Ich weiß gar nicht, warum. Vielleicht, weil die Sonne gerade vom Studio scheint, als wir das hier aufzeichnen. Aber irgendwie, ja, ich bin irgendwie guter Dinge. Ja, bei all den Nachrichten da draußen, glaube ich, darf man, muss man auch den Glauben nicht verlieren. Genau, muss man optimistisch bleiben. In diesem Sinne, kommt gut ins neue Jahr. Wir hören uns hier Anfang Februar wieder. Dann gibt es auch eine interessante Neuigkeit, weil dann starten wir einen Videopodcast. Ganz anderes Thema, aber das erzählen wir euch dann im Februar. In diesem Sinne, bis bald! Tschüss! Ciao, ciao! Alle Beiträge Reportagen und Interviews können Sie jederzeit nachhören im Netz auf detektor.fm.