“Mit Forschung das Leben auf unserem Planeten verbessern” — nichts Geringeres hat sich die Helmholtz-Gemeinschaft für die kommenden Jahre auf die Fahnen geschrieben. Wie geht sie die Aufgaben der Zukunft an?
Wie können wir den Planeten schützen und erhalten und trotzdem in Freiheit leben? Und wie können Forschende relevante Lösungen entwickeln — für Probleme in Deutschland und darüber hinaus? Antworten auf diese Fragen sucht die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands, in der sich 18 Forschungszentren zusammengeschlossen haben. In den sechs Forschungsbereichen der Helmholtz-Gemeinschaft — Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Information, Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr sowie Materie — entwickeln Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Forschungsprogramme, mit dem Ziel, die Lebensgrundlagen des Menschen langfristig zu sichern und Technologien für eine wettbewerbsfähige Wirtschaft zu entwickeln. Prof. Dr. Martin Keller ist seit Herbst 2025 Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, zuvor hat er 30 Jahre lang in den USA gelebt und gearbeitet:
Viele meiner Kollegen vom US-Department of Energy National Laboratory haben gesagt: ‚Ich wünschte wir hätten so etwas wie Helmholtz‘. Oft ist es so, dass wir in Deutschland vergessen, wie wertvoll diese Gemeinschaft ist, weil man kennt sie ja schon. Ich frage mich, wie machen wir uns besser bekannt? Nicht nur im Ausland, sondern auch in Deutschland.
Prof. Dr. Martin Keller, neuer Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft
Aber wie können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eigentlich den Alltag von Menschen verändern, die mit Forschung so gar nichts am Hut haben? Vizepräsidentin Katrin Böhning-Gaese gibt ein Beispiel aus dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung, UFZ, aus den vergangenen Jahrzehnten:
Nach der Wende war der ganze Leipziger Süden ein riesiges Braunkohle-Abbaugebiet mit vergifteter Luft, vergifteten Böden. Da hat das UFZ mit seiner Forschung über Sanierung, über Chemikalienreinigung einen Beitrag geleistet, dass das jetzt diese wunderbaren Seenlandschaften sind, wo man gerne badet, wo Naturschutzgebiete sind, wo seltene Vögel und andere Arten in relativ kurzer Zeit wieder zurückgekommen sind.
Katrin Böhning-Gaese, Vizepräsidentin der Helmholtz-Gemeinschaft für den Forschungsbereich Erde und Umwelt
Warum die neue Helmholtz-Spitze in Zukunft enger mit der Wirtschaft zusammenarbeiten will und was sich Präsident Prof. Dr. Martin Keller und Vize-Präsidentin Katrin Böhning-Gaese von der Politik erhoffen, darüber sprechen sie mit Klara Fröhlich in dieser Folge des „Forschungsquartetts“. Moderiert wird die Episode von detektor.fm-Redaktionsleiterin Ina Lebedjew.