Vinton Cerf ist einer der Entwickler des TCP/IP, der Basis für unser heutiges Internet. Wie funktioniert das und warum hat sich Cerf der Kommunikation verschrieben?
Heute ist es ganz normal, Nachrichten zu verschicken, Videos zu streamen oder Informationen aus aller Welt in Sekunden abzurufen. Dass das möglich ist, verdanken wir unter anderem Vinton Cerf. Der amerikanische Informatiker wird oft als einer der „Väter des Internets“ bezeichnet.
In den 1970er-Jahren arbeitete Cerf gemeinsam mit Robert „Bob“ Kahn an einer Lösung für ein großes Problem: Wie können unterschiedliche Computernetzwerke miteinander kommunizieren? Ihre Antwort war das sogenannte Transmission Control Protocol/Internet Protocol, kurz TCP/IP. Es legt die Regeln fest, nach denen Daten durch Netzwerke geschickt werden. Bis heute bildet TCP/IP das technische Fundament des Internets.
IP hilft dabei, das Wegfindungsproblem im Graphen zu lösen, also so die perfekte Route zu finden. Und TCP löst das Ordnungsproblem bei Datenfolge.
Manon Bischoff
Deshalb wird Vinton Cerf oft mit der „Erfindung“ des Internets in Verbindung gebracht. Genau genommen war das Internet jedoch das Ergebnis der Arbeit vieler Forschender und Technik-Fachleute — das sagt Vinton Cerf auch selbst.
Dass sich Vint Cerf der (digitalen) Kommunikation verschrieben hat, hat sicher auch private Gründe. Seine Frau Sigrid ist hörbehindert, so wie Cerf selbst. Die beiden werden jung verkuppelt und heiraten 1966 nur ein Jahr nach ihrem Kennenlernen. Mittlerweile sind sie seit über sechs Jahrzehnten ein Paar.
Cerf hat es sich wahrscheinlich auch wegen dieser Lebenssituation zur Lebensaufgabe gemacht, Kommunikation zu ermöglichen und zu vereinfachen. Und zufälligerweise fallen sein Interesse und sein Engagement in die Zeit, in der auch die Computerwissenschaften immer wichtiger werden.
Demian Nahuel Goos
detektor.fm-Moderatorin Rabea Schloz spricht mit Manon Bischoff und Demian Nahuel Goos von Spektrum der Wissenschaft über das Leben und die Mathematik von Vinton Cerf.