Die Atlantische Umwälzströmung, “AMOC”, transportiert warmes Wasser aus dem Golfstrom in den nördlichen Atlantik. Damit ist sie der Grund dafür, dass wir in Europa ein verhältnismäßig mildes Klima haben. Seit einigen Jahren mehren sich aber Hinweise darauf, dass die AMOC aus dem Gleichgewicht gerät. Wie groß ist die Bedrohung wirklich?
Die Atlantische Umwälzströmung, AMOC, hat in den vergangenen Jahren meist unter dem Radar der öffentlichen Aufmerksamkeit gearbeitet und Europa mit Wärme aus den Tropen versorgt. Wie ein Förderband wird warmes Oberflächenwasser aus den Tropen Südamerikas in den Norden Europas transportiert, wo es verdunstet und seine Wärme an die Atmosphäre abgibt. Dabei steigt der Salzgehalt des Wassers — es wird „schwerer“ bzw. dichter. Aus diesem Grund sinkt es im Norden ab und fließt als Tiefenwasser wieder gen Süden. Torsten Kanzow forscht am Alfred-Wegener-Institut zu Meeresströmungen.
Die Metapher der Wärmepumpe für Europa ist passend: Wir haben ein erheblich milderes Klima, als wir es ohne AMOC hätten.
Torsten Kanzow, AWI
Die Klimakrise wirkt sich in doppelter Weise auf die AMOC aus, sagt Kanzow: Wenn die Atmosphäre sich insgesamt erwärmt, kann sie weniger Wärme aus dem Ozean aufnehmen. Dadurch verdunstet weniger Wasser und der Salzgehalt wird niedriger. Das erschwert den Prozess des Absinkens. Hinzu komme, dass durch das Abschmelzen des grönländischen Eisschilds mehr Süßwasser zufließe. Auch das sorgt für einen niedrigeren Salzgehalt. Beides wirkt sich auf die Strömung aus.
Das bedeutet, dass man eine Art stabilen Deckel nahe der Meeressoberfläche manifestiert, der das Abkühlen und Absinken des Wassers schwieriger macht.
Torsten Kanzow