In afrikanischen Ländern werden jeden Tag rund 100.000 Solarpanele auf Dächern und Freiflächen installiert. Kein Wunder, denn in Afrika scheint die Sonne deutlich mehr und auch intensiver als in Mitteleuropa — beste Voraussetzungen also, um von den neuen Technologien zu profitieren. Aber wie kommt der Ausbau in einzelnen Ländern voran und wo hakt es noch?
Auf dem afrikanischen Kontinent boomt die Energiewende: Für dieses Jahr wird ein Wachstum der Kapazität um 17 Gigawatt prognostiziert. Rund 100.000 Solarpanele werden auf dem Kontinent jeden Tag auf Dächern und Freiflächen installiert. Die Voraussetzungen für die Energiewende sind in jedem Land unterschiedlich, genauso wie die Herausforderungen, die damit verbunden sind. In Madagaskar haben laut Weltbank 42,5 Prozent der Bevölkerung Zugang zu Elektrizität, in ländlichen Gegenden sind es 26,5 Prozent. Die staatliche Stromversorgung steht dabei vor einer besonderen Herausforderung: In den dünn besiedelten ländlichen Regionen ist es sehr aufwändig, überall ein klassisches, zentrales Stromnetz auszubauen. Deshalb vergibt die Regierung Konzessionen an Unternehmen wie Kintana, die den Zugang zu Elektrizität dezentral aufbauen sollen.
Bis Jahresende werden wir 10.000 Menschen die Möglichkeit geschaffen haben, dass sie Zugang zu erneuerbaren Energien haben.
Moritz Brauchle, CEO von Kintana
Kintana hat eine Konzession dafür, ländliche Gemeinden dezentral durch Solaranlagen in sogenannten Mini- oder Nano-Grids mit Strom zu versorgen. Das bedeutet ganz konkret: Sie ziehen die ganze Infrastruktur hoch und sind anschließend auch der Stromanbieter. Das Konzessionsgebiet von Kintana umfasst nach Angaben des Unternehmens 340.000 Menschen. Außerdem soll ein Wasserkraftwerk gebaut werden. Kintana-CEO Moritz Brauchle sagt, dass das auch bei einer Konzession über 25 Jahre ein ambitioniertes Ziel sei.
Wir haben 2021 angefangen, hier Systeme zu bauen. Drei Ortschaften haben wir bereits elektrifiziert. Drei weitere Mini-Grids sind gerade im Bau und für ungefähr 20 weitere führen wir gerade die finalen Finanzierungsgespräche. Es ist also noch ein weiter Weg zu gehen.
Moritz Brauchle, CEO von Kintana