Europa brennt: Hunderttausende Menschen mussten bisher in Sicherheit gebracht werden, Spanien und Frankreich sind besonders stark von den Waldbränden betroffen. Dort wüten schwere Großbrände. Wir fragen: Wieso weiten sich die Brände gerade so sehr aus — und wie gut sind wir in Europa auf solche Lagen vorbereitet?
Mehrere hunderttausend Menschen mussten in Europa bereits wegen der Waldbrände evakuiert werden. Rini.com | Shutterstock |
Bedingungen für Waldbrände in diesem Jahr günstig
2025 hat Europa seine schlimmste Waldbrand-Saison seit Beginn der Aufzeichnungen erlebt: Mehr als eine Million Hektar Wald sind im vergangenen Jahr in der EU verbrannt. Wie das European Forest Fire Information System (EFFIS) berichtet, waren es 2026 bisher 505.125 Hektar. Nach Informationen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) meldeten Spanien und Portugal einen Anstieg der Brände um mindestens 100 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Und auch in Frankreich und Ungarn ist die Zahl der Brände stark gestiegen. Lindon Pronto war viele Jahre als Feuerwehrmann beim U. S. Forest Service tätig und ist dann nach Deutschland übergesiedelt, um hier u. a. für das Global Fire Monitoring Center und das European Forest Institute zu arbeiten. Dass die Lage aktuell derart eskaliere, liege vor allem an zwei Faktoren: dem starken Regen im Frühling und den darauffolgenden Hitzewellen.
Im Frühjahr gab es viel Regen und das hat dazu geführt, dass die Pflanzen stark gewachsen sind. Und dann kamen die Hitzewellen, wodurch die Vegetation ausgetrocknet ist und seither als Brennmaterial dient.
Lindon Pronto, Waldbrandmanagement-Experte
Europäische Zusammenarbeit weist Schwächen auf
Als Reaktion auf die Feuer hat Spanien den „Notstand nationaler Tragweite“ ausgerufen, um mehr Gelder und Hilfen mobilisieren zu können. Frankreich hat die Europäische Union um Hilfe gebeten, die sowohl nach Frankreich als auch nach Spanien Hilfe in Form von Löschflugzeugen geschickt hat. Andere Mitgliedsländer unterstützen durch Feuerwehrleute am Boden oder durch das Bereitstellen weiterer Maschinen. Lindon Pronto sagt, die europäische Zusammenarbeit funktioniere insgesamt gut. Aber sie hat auch Schwächen.
Die Feuerwehrleute aus Spanien oder Frankreich kennen die Einsatzbedingungen vor Ort, sie wurden dafür ausgebildet. Wenn Einsatzkräfte aus anderen Ländern dazukommen, die wenig Erfahrung mit Waldbränden haben, kann das gefährlich werden. Nicht zuletzt auch wegen der Sprachbarriere.
Lindon Pronto, Waldbrandmanagement-Experte
Welchen Fehler die Politik in der Bekämpfung von Feuern macht und wie wir unseren Wald resilienter gegenüber Feuern machen, darüber spricht Waldbrandmanagement-Experte Lindon Pronto mit detektor.fm-Moderatorin Ina Lebedjew in dieser Folge von „Mission Energiewende“.