Vielleicht kennt Ihr das: Der Tag ist geschafft, die Kinder sind endlich im Bett, die Küche wartet noch — aber erstmal kurz ans Handy, scrollen auf Social Media … und plötzlich ist eine Stunde vorbei. Und da ist dieses Gefühl: Warum geht’s mir jetzt eigentlich schlechter als vorher?
Für viele Mütter gehört der Griff zum Smartphone am Abend zur Routine — sie suchen Zerstreuung, Entspannung, Ausgleich zum Alltag. Aber: Wer sich in sozialen Medien regelmäßig Inhalte zu Mutterschaft anschaut, landet häufig in einer thematischen Bubble. Der Algorithmus liefert immer mehr ähnliche Beiträge und verstärkt dadurch bestimmte Ideale. Die Folge: Aus Interesse wird Vergleich. Gerade Bilder von scheinbar perfekten Körpern nach der Schwangerschaft oder einem Familienalltag, der entspannt und problemlos läuft, können das Gefühl erzeugen, selbst nicht genug zu leisten. Es sei wichtig, die Mechanismen hinter den Plattformen zu verstehen und bewusst wahrzunehmen, was solche Inhalte mit den eigenen Gefühlen machen.
Wenn ich mir ein Mal einen virtuellen Unfall anschaue, bekomme ich davon immer mehr ausgespielt. Deshalb müssen wir lernen, Abstand zu schaffen und nicht sofort auf jeden Reiz zu reagieren. Erst wenn zwischen Reiz und Reaktion ein kleiner Raum entsteht, können wir entscheiden, wie wir etwas bewerten und ob wir es überhaupt an uns heranlassen wollen.
Katia Saalfrank, Diplom-Pädagogin und Familientherapeutin
Neben der Frage, wie Mütter dem Vergleichsdruck standhalten bzw. ausweichen können, stellt sich auch die Frage, wie Familien generell einen gesunden Umgang mit digitalen Medien finden. Medienkompetenz beginne bei den Erwachsenen selbst: Wer die Wirkung von Algorithmen verstehe, könne auch Kinder besser begleiten.
Meine Kinder sehen natürlich Mama am Handy. Ich versuche wirklich, das Handy so oft wie möglich wegzulegen. Es macht einen Unterschied. Ich bin zwar körperlich da, aber ich bin nicht emotional da. Und ich frage mich manchmal schon, welches Bild meine Kinder von mir als Mutter haben, wenn sie mich so oft mit dem Handy in der Hand sehen.
Julie Tan, Mama, Content-Creatorin und Gastgeberin
Kinder und Jugendliche, so Katia Saalfrank, würden häufig Verbindung suchen — viele Situationen, die Eltern als zusätzliche Anforderungen erleben, seien eigentlich Kontaktangebote ihrer Kinder. Es könne helfen, das Bedürfnis nach Nähe, Sicherheit oder Aufmerksamkeit dahinter zu erkennen. Eine kurze Umarmung, ein Blickkontakt oder ein gemeinsamer Moment würden dann oft ausreichen.
Wie Mütter bewusster mit sozialen Medien umgehen können und welchen Ratschlag Diplom-Pädagogin, Familientherapeutin und Elternberaterin Katia Saalfrank für Mütter und ihre Familien parat hat, das bespricht sie mit Host Julie Tan in der neuen Folge von „MAMA.konkret!“, dem Podcast von Julie Tan und detektor.fm.
In unserem Audio- und Videopodcast gibt Zweifach-Mama und Content-Creatorin Julie Tan alias Cocolie Brokkoli wertvolle Tipps, die wirklich weiterhelfen — und begrüßt im Studio ausgewiesene Expertinnen zum jeweiligen Thema. Hier auf detektor.fm und überall, wo es Podcasts gibt: Abonniert „MAMA.konkret!“ noch heute, so verpasst ihr keine Folge, und empfehlt den Podcast gern weiter!