Extreme Hitze und Dürre werden durch den Klimawandel immer wahrscheinlicher. Wie kann die Landwirtschaft in Deutschland klimaresilienter werden?
Der Sommer 2026 war laut dem Deutschen Wetterdienst der zweitwärmste, der in Deutschland jemals offiziell gemessen wurde. Mit verheerenden Folgen: Die hohen Temperaturen haben nicht nur für 16.000 Hitzetote gesorgt, sondern auch für eine schlechtere Ernte. Die anhaltende Trockenheit und Hitze hat teils für erhebliche Einbußen bei Getreide, Kartoffeln und Gemüse geführt, so die vorläufige Bilanz des Deutschen Bauernverbands. Auch Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) spricht mit Blick auf die diesjährige Ernte von einer „herben Enttäuschung“ für viele Landwirte und von einer „Krise von nationaler Tragweite“ in der Landwirtschaft.
Was auch ohne den Klimawandel richtig war, und was unter dem Klimawandel umso richtiger ist, ist, sich um die nachhaltige Bewirtschaftung der Ressourcen zu kümmern.
Agrarexpertin Dr. Mareike Söder, Thünen-Institut
Die extreme Hitze und Dürre, die wir in den vergangenen Monaten erlebt haben, ist eine Folge des Klimawandels. Trockene und heiße Sommer wie in diesem Jahr werden aufgrund der Erderwärmung in Zukunft immer wahrscheinlicher und stellen Bäuerinnen und Bauern in Deutschland vor große Herausforderungen. Neben effektivem Klimaschutz braucht es deshalb Maßnahmen zur Klimaanpassung in der Landwirtschaft, sagt die Agrarexpertin Dr. Mareike Söder. Die Liste möglicher Maßnahmen ist lang: Unter anderem können robuste Sorten, vielfältige Fruchtfolgen und humusreiche Böden helfen, die Situation zu verbessern. Manches davon probieren Landwirte schon heute in der Praxis aus: In Baden-Württemberg etwa experimentieren landwirtschaftliche Betriebe damit, Südfrüchte wie Wassermelonen oder Kiwis auf deutschen Äckern anzubauen.
Klimaanpassung ist ein Prozess, der kontinuierlich gedacht und gemacht werden muss und der natürlich auch für die Betriebe mit Herausforderungen verbunden ist.
Dr. Mareike Söder
An welchen Stellschrauben können Landwirtinnen und Landwirte drehen, um ihren Betrieb besser auf die Folgen des Klimawandels einzustellen? Unter anderem darüber hat detektor.fm-Moderatorin Ina Lebedjew in dieser Folge von „Mission Energiewende“ mit Dr. Mareike Söder gesprochen. Sie arbeitet am bundeseigenen Thünen-Institut und forscht zu Klimaanpassung in der Landwirtschaft.