Er taucht in die Tiefen des Ozeans, klettert auf Vulkane oder steigt hinab in Höhlen — der Künstler Julian Charrière. Dort versucht er die Ursprünge der Welt zu ergründen und herauszufinden, wie der Mensch die Natur prägt. Ein Gespräch über die Kraft der Natur, singende Fische und die Tiefsee.
Wie klingt es, wenn ein Unterwasservulkan in der Tiefsee ausbricht? Und wer lebt eigentlich in der Tiefsee? Genau damit beschäftigt sich der Künstler Julian Charrière. In seinen Werken verbindet er Kunst, Umwelt und Wissenschaft. Das Kunstmuseum Wolfsburg zeigt derzeit seine Ausstellung „Midnight Zone“. So wird in der Wissenschaft der Bereich der Tiefsee genannt, in dem absolute Dunkelheit herrscht und in den kein Sonnenlicht gelangt. In verschiedenen Werken zeigt Julian Charrière, wie artenreich und lebendig diese Dunkelheit ist — und auch wie verletzlich. Denn die Ozeane und die Tiefsee geraten zunehmend unter Druck. Pläne für den Tiefseebergbau, Schifffahrt, Ölplattformen, der Klimawandel und auch militärische Übungen auf und unter Wasser hinterlassen ihre Spuren.
In meiner Arbeit schaue ich auf Reibungspunkte — positive und negative –, die menschliche Präsenz zeigen, bevor der Mensch selbst dort gewesen ist.
Julian Charrière, Künstler
Bisher ist nur ein Bruchteil der Tiefsee erforscht. Dennoch finden sich dort schon jetzt menschliche Spuren.
Eigentlich wollte er mal Koch werden, dann wurde er aber doch Künstler. Julian Charrière wuchs in der Schweiz auf — in einer Landschaft, die ihn und sein künstlerisches Schaffen sehr geprägt hat. Später studierte er an der Universität der Künste in Berlin Kunst, u. a. bei Ólafur Elíasson an seinem 2008 gegründeten Institut für Raumexperimente. Von Elíasson hat er gelernt, dass Kunst nicht gezwungenermaßen ein Objekt sein muss. Kunst könne auch ein dynamisches System sein, ein Knoten von unterschiedlichen Beziehungen, erzählt Charrière im Podcast. Er nutze die Kunst dazu, die Perspektive zu wechseln. Und so führt Charrière uns in die Tiefsee, in Vulkane, Höhlen und die Arktis und erzählt Geschichten darüber, was die Welt im Innersten zusammenhält.
In dieser Folge von „Kunst und Leben“, dem Podcast in Kooperation mit dem Monopol-Magazin, spricht Elke Buhr, Chefredakteurin des Monopol-Magazins, mit dem Künstler Julian Charrière über die inspirative Kraft der Natur, den Sound der Tiefsee und die Faszination für Höhlen. Bis zum 12. Juli 2026 zeigt das Kunstmuseum Wolfsburg seine Ausstellung „Midnight Zone“, in der es um die Tiefsee geht.