Hitze, Dürre, Überschwemmungen, Extremwetter — auch dieser Sommer hat uns die Klimakrise wieder deutlich vor Augen geführt. In der öffentlichen Wahrnehmung hat das Thema allerdings an Dringlichkeit verloren. Wie nehmen junge Menschen das wahr?
Gefühlt spielt der Klimawandel in den großen gesellschaftlichen Debatten aktuell nur eine untergeordnete Rolle, neben Ukraine-Krieg, Nahost-Konflikt oder US-Zöllen. Laut einer Studie des Markt- und Meinungsforschungsinstituts Ipsos ist die Zustimmung zum Klimaschutz in vielen Ländern in den vergangenen Jahren zurückgegangen. In Deutschland sind nur noch rund 40 Prozent der Menschen der Ansicht, dass das Land mehr gegen den Klimawandel tun sollte.
Eine ähnliche Entwicklung ist auch in der Wirtschaft festzustellen. So hat beispielsweise eine Umfrage der Unternehmensberatung EY ergeben, dass ungefähr die Hälfte der befragten Unternehmen wegen der schwachen Konjunktur weniger Geld für Klimaschutz ausgeben will.
Gleichzeitig will aber die EU-Kommission bis 2040 einige Zwischenziele umsetzen: Rund 90 Prozent weniger klimaschädliche Gase sollen gegenüber 1990 ausgestoßen, weniger Kohle, Öl und Gas verbraucht werden; dafür mehr Energie aus Sonne, Wind und Wasser gewonnen und der Emissionshandel erweitert werden.
Carla Reemtsma ist Klimaaktivistin und eine der Sprecherinnen der Klimastreik-Bewegung „Fridays for Future“. Sie ist überzeugt davon, dass ein Umbau der Wirtschaft zum Schutze des Klimas notwendig ist. Aber auch, dass die Verantwortung für den Umbau bei der Politik liegt.
Klimaschutz ist ganz zentral mit der Frage „Wie wirtschaften wir?“ verbunden.
Carla Reemtsma, Foto: Gene Glover / Agentur Focus
In dieser Folge von „Zurück zum Thema“ spricht sie mit detektor.fm-Moderator Christian Bollert u.a. darüber, ob sich „Fridays for Future“ mehr an die Wirtschaft direkt wenden sollte und wie sie die aktuelle Klimapolitik einschätzt.