Was für die einen zu viel ist, wird an die verteilt, die es brauchen: Seit 33 Jahren gibt es den gemeinnützigen Verein Tafel in Deutschland. Er kämpft gegen Lebensmittelverschwendung und hilft denen, die von Armut betroffen sind.
Jedes Jahr werden in Deutschland Millionen Tonnen Lebensmittel weggeschmissen. Und das, obwohl viele der Lebensmittel noch essbar gewesen wären. Und weil Essen ja auch kostet, landen so hochgerechnet auch mehrere Milliarden Euro pro Jahr im Müll.
Die wahrscheinlich bekannteste Initiative gegen Lebensmittelverschwendung ist die Tafel, die Lebensmittelspenden sammelt und an Bedürftige weiter verteilt. Zu den Spendern gehören etwa große Supermarktketten, die Lebensmittel bei denen das Mindesthaltbarkeitsdatum fast erreicht ist, häufig schon aussortieren müssen. Aber auch Obst- oder Gemüse mit Schönheitsfehlern würde sonst im Müll landen.
2025 haben 1,5 Millionen Menschen das Angebot der Tafeln in Deutschland genutzt. Aktuell gibt es mehr als 970 Einrichtungen mit dem Namen Tafel. Dabei reicht die Geschichte der Tafeln noch gar nicht so lange zurück. 1993 wurde die erste Tafel in Berlin gegründet. Sabine Werth ist eine der Mitgründerinnen der Berliner Tafel und heute ihre Vorsitzende.
In Zurück zum Thema spricht Sabine Werth mit detektor.fm Moderator Christian Bollert über ein sehr ambivalentes Erfolgskonzept und das Spannungsfeld zwischen Ehrenamt, Wirtschaft und Sozialpolitik.