Nachhaltigkeit bei RB Leipzig: Was treibt die Menschen hinter dem Fußballclub um, wenn es um das Thema geht? Wie schaut der Verein auf die An- und Abreise von Fans? Welche Ideen und Projekte gibt es für mehr Klimaschutz?
Wenn fast 48.000 Menschen zur Red Bull Arena strömen, wird Nachhaltigkeit zur Herausforderung. Rund die Hälfte der Besucherinnen und Besucher reist inzwischen mit Bus und Bahn an, etwa zehn Prozent kommen mit dem Fahrrad — das belegen Umfragen, so der Verein. Damit das funktioniert, arbeitet das Team bei RB nach eigenen Angaben eng mit Verkehrsbetrieben, Polizei, Stadtverwaltung und Fan-Gruppen zusammen. Rund ums Stadion gibt es große Fahrradparkplätze, Park-and-Ride-Angebote und einen erweiterten Sperrkreis, damit Straßenbahnen freie Fahrt haben und das Wohngebiet entlastet wird. Ziel der Maßnahmen und Angebote ist es, den Verkehr möglichst flüssig und klimafreundlich zu organisieren. Gerade der Ausbau der Straßenbahnhaltestellen rund um die Arena soll künftig noch mehr Fans zum Umstieg auf den ÖPNV bewegen.
St. Pauli ist zuletzt mit einem Sonderzug zum Hauptbahnhof angereist. Knapp 1.000 Fans steigen dort in Shuttle-Busse, die bringen sie direkt zum Eingang am Gästeblock. Wir versuchen die Leute davon abzuhalten, einen Fanmarsch durch die Stadt zu machen. Wenn eine der Verkehrsadern lahmgelegt wird, ist das natürlich für die Anreise aller schwierig.
Uli Wolter, Chief Relations & Sustainability Officer beim RB Leipzig
Bei RB Leipzig bedeutet Nachhaltigkeit aber längst mehr als nur weniger Autos vorm Stadion, erklärt Uli Wolter, der bei RB Leipzig für das Thema zuständig ist. Im Stadion gibt es demnach Mülltrennung, zunehmend vegane Essensangebote und ein Pfandsystem für Becher.
Wenn pro Spiel 120.000 Becher verkauft werden und wir daraus Müllberge produzieren würden, wäre das ein Rieseneigentor. Uli Wolter, RB Leipzig
Auch beim Energieverbrauch wird genau hingeschaut: Solaranlagen, Wassersparsysteme und effizient gesteuerte Rasenheizungen gehören inzwischen zum Alltag. Besonders wichtig ist dem Verein laut Nachhaltigkeitschef Uli Wolter aber die soziale Nachhaltigkeit. Mit Sportangeboten an Schulen und Kitas sollen Kinder wieder mehr Bewegung in ihren Alltag bringen. Gleichzeitig setzt der Club bewusst auf eine familienfreundliche Stadionkultur. Nachhaltigkeit sei heute kein Zusatzprojekt mehr, sondern fester Bestandteil des modernen Profifußballs.