2026 wurden fünf neue Exzellenzstandorte in Deutschland ausgezeichnet. Für die ausgezeichneten Universitäten gibt es mehrere Millionen Euro Fördergelder. Doch bringt der Wettbewerb tatsächlich bessere Wissenschaft?
Prestige und Geld für fünf neue Exzellenzuniversitäten
Anfang Oktober haben die Universitäten in Freiburg, Jena und Köln sowie zwei Hochschulverbünde den begehrten Status als Exzellenzuniversität erreicht. Damit wächst der Kreis von bisher 11 auf nun 15 Exzellenzstandorte. Neben Prestige geht es auch um viel Geld. Bis 2025 flossen jährlich 533 Millionen Euro in die Exzellenzstrategie.
Der Weg zur Exzellenzuniversität
Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Bewerbung ist die vorherige Bewilligung von mindestens zwei Exzellenzclustern in wettbewerbsfähigen Forschungsfeldern. Erst auf diesem Fundament können Universitäten eine dauerhafte institutionelle Förderung beantragen. Die Mittel dürfen die Hochschulen weitgehend eigenverantwortlich für Infrastruktur, Kooperationen oder Personal einsetzen.
Auf den ersten Blick geht das Geld in die Forschung, was aber dazu führt, dass man natürlich Spitzenforschende an die Universitäten lockt.
Marian Burk, wissenschaftlicher Referent beim Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e.V.
Foto: David Ausserhofer
Von den dadurch angelockten Spitzenforscherinnen und -forschern profitierten durch eine bessere akademische Betreuung und Lehre mittelfristig auch die Studierenden — so die Hoffnung.
Spitzenwerte und Schattenseiten
Wie lässt sich der Erfolg der Millionenförderung messen? Zum Beispiel an den Publikationen: Die wissenschaftlichen Publikationen aus Exzellenzcluster-Universitäten landen überdurchschnittlich oft unter den weltweit zehn Prozent der meistzitierten Facharbeiten.
Doch der Wettbewerb hat Schattenseiten. Kleinere und mittlere Universitäten können den bürokratischen Antragsaufwand kaum erbringen. Es entsteht die Gefahr, dass ohnehin starke Standorte immer weiter bevorzugt werden.
Darum und um die Frage, wie exzellent Exzellenzuniversitäten sind, geht es in dieser Folge vom „Forschungsquartett“.