Mission Energiewende | Klima und Weltwirtschaft

Kippt das Klima, kippt die Wirtschaft

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche denkt über Fracking in Deutschland nach und Kanzler Friedrich Merz sinniert über den Ausstieg aus dem Kohleausstieg. Konservative Politikerinnen und Politiker führen immer wieder an, dass man erst einmal die Wirtschaft retten muss, bevor das Klima geschützt werden kann. Aber geht diese Rechnung auf?

Weltwirtschaft leidet unter Klimakrise

„Wirtschaft ist die Grundlage für fast alles […], auch für Klimaschutz“, sagte Bundeskanzler Friedrich Merz in einer Rede Anfang des Jahres. Hier schwingt mit, was konservative Politikerinnen und Politiker oft anbringen: dass Klimaschutz nicht die Wirtschaft zerstören dürfe. Dabei ist spätestens seit der Veröffentlichung des Stern-Reports 2006 bekannt, dass nicht Klimaschutz der Wirtschaft schadet, sondern die Klimakrise. In dem Bericht des ehemaligen Chefökonoms der Weltbank, Nicholas Stern, heißt es: Wenn wir als Menschheit nichts gegen die Klimakrise tun, dann werden wir mindestens fünf Prozent des globalen Bruttoinlandprodukts verlieren — pro Jahr. In seinem Worst-Case-Szenario geht Stern sogar von bis zu 20 Prozent Verlust aus. Neuere Studien rechnen damit, dass wir pro Grad Erderwärmung 12 Prozent des BIP verlieren.

Extremwettereignisse verursachen direkte Kosten für den Staat.

Sebastian Mang, EU-Programmleiter der New Economics Foundation

Ein Problem für den Fiskus

Wenn wir nichts gegen die Klimakrise tun, beeinflusst das nicht nur die Weltwirtschaft, sondern auch den Staatshaushalt. Denn die Schuldenquote steigt. Das haben Forschende der New Economics Foundation berechnet. Sie sprechen von einer „fiskalischen Zeitbombe“, die in dem Verschleppen der Transformation hin zu einer klimafreundlichen Wirtschaft liege. Deutschlands Schuldenquote könne sich bis 2070 im Vergleich zu den offiziellen Prognosen um 175 Prozent verschlechtern, rechnen die Autorinnen und Autoren der Studie vor.

Klimainvestitionen reduzieren den Ausstoß von Treibhausgasen, begrenzen den Temperaturanstieg und damit die physikalischen Klimaschäden.

Sebastian Mang

Warum die Klimakrise ein Risiko für die Weltwirtschaft und den Fiskus darstellt, hat detektor.fm-Redakteurin Marisa Becker recherchiert und dafür mit Sebastian Mang von der New Economics Foundation gesprochen. In dieser Folge von „Mission Energiewende“ besprechen Marisa Becker und detektor.fm-Moderatorin Ina Lebedjew unter anderem, was Staaten jetzt tun sollten, um die negativen Auswirkungen der Klimakrise einzugrenzen.

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