Elektronik, Klamotten, Lebensmittel — der Online-Handel in Deutschland boomt, es werden immer mehr Pakete verschickt. Nach Zahlen des Bundesverbands Paket- und Express-Logistik wurden in Deutschland im vergangenen Jahr 4,37 Milliarden Kurier-, Paket- und Express-Sendungen versendet. In Pappschachteln, Kartons und Kuverts. Aber es geht auch anders.
Bereits seit 2009 bieten Frank Schmähling und sein Team von der memo AG ihren Kundinnen und Kunden eine nachhaltige Versandoption an. Die sogenannte „memo Box“ ist eine Alternative zu herkömmlichen Paketen aus Karton, die im Warenversand standardmäßig genutzt und entsorgt werden. Wer seine Waren in einer Mehrwegbox erhalten möchte, entscheidet sich beim Bestellen bewusst dafür. Das System prüft anschließend automatisch, ob die bestellten Produkte in eine der drei verfügbaren Boxengrößen passen. Nach dem Auspacken kann die Box mit einem Rücksendeetikett kostenlos zurückgeschickt werden. Erst wenn sie dauerhaft beim Kunden bleibt, wird sie berechnet. Vor allem Stammkundinnen und Stammkunden nutzen das Angebot regelmäßig, erklärt Frank Schmähling.
Unsere Ökobilanz zeigt, dass die Mehrwegbox ab etwa 35 Umläufen ökologischer ist als ein Versandkarton. Viele unserer Boxen erreichen heute mehr als 270 Umläufe und bleiben damit viel länger im Einsatz, als eigentlich nötig wäre.
Frank Schmähling, Vorstandsvorsitzender der memo AG
Die Idee entstand bereits vor vielen Jahren. Heute bestehen die Boxen aus recyceltem Kunststoff und können nach ihrer Nutzung erneut recycelt werden. Damit das Mehrwegsystem zuverlässig funktioniert, mussten zahlreiche Abläufe neu entwickelt werden — von der Software über die Lagerverwaltung bis zur Rückführung der Boxen. Rund 20.000 Mehrwegboxen werden ständig vorgehalten, damit jederzeit genügend Verpackungen verfügbar sind. Frank Schmähling und die Mitarbeitenden wollen praktikable Lösungen entwickeln, die Ressourcen sparen und langfristig funktionieren — auch wenn ihre Umsetzung zunächst mit Investitionen, organisatorischem Aufwand und dem Mut verbunden ist, neue Wege einzuschlagen.
Persönlich begeistert mich, dass wir etwas schaffen, von dem viele behaupten, es würde nicht funktionieren. Wir zeigen als vergleichsweise kleines Unternehmen, dass nachhaltige Lösungen im Versandalltag tatsächlich umgesetzt werden können.
Frank Schmähling, Vorstandsvorsitzender der memo AG
In der Branche „Konsumgüter-Großhandel“ wurde das Konzept mit dem „Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2026“ ausgezeichnet. Wie das Team der memo AG das Thema Nachhaltigkeit weiter vorantreibt, das erklärt der Vorstandsvorsitzende Frank Schmähling in dieser Folge von „Mission Energiewende“ im Gespräch mit detektor.fm-Moderatorin Ina Lebedjew.