Das durchgesessene Sofa, der alte Laptop, die kaputte Lampe: Das sogenannte Ausmisten gehört für viele Menschen dazu, wenn es um ihr Zuhause geht. Dann kommen Wertstoffhöfe ins Spiel, ihre Aufgabe ist es zu sammeln, korrekt zu entsorgen, wiederzuverwenden. Welche Rolle spielen Wertstoffhöfe, wenn es um den Schutz des Klimas geht?
Serviceorientiert, gut erreichbar, mit flexiblen Öffnungszeiten und möglichst mit einem System dahinter, das die Wiederverwendung von ausrangierten Möbeln und Gegenständen möglich macht — so sieht der ideale, moderne Wertstoffhof aus, wenn es nach der Deutschen Umwelthilfe (DUH) geht. Demnach sollten Wertstoffhöfe nicht nur Orte sein, an dem Bürgerinnen und Bürger altes Zeug wie Möbel, Technik und Gartenabfälle loswerden, die Höfe sollten auch Möglichkeiten bieten, sich zu informieren und auszutauschen. Marieke Hoffmann von der DUH nennt ein Beispiel:
Neben den Öffnungszeiten spielt natürlich auch das Personal eine Rolle — ob man seine Fragen beantwortet bekommt, ob man Unterstützung hat beim Sortieren und ob man vielleicht dann auch vor Ort erklärt bekommt, warum es denn überhaupt sinnvoll ist, bestimmte Dinge extra zum Wertstoffhof zu bringen.
Marieke Hoffmann; Senior Expertin im Bereich Kreislaufwirtschaft bei der Deutschen Umwelthilfe
Sehr gut sei es Hoffmann zufolge, wenn man auf dem Wertstoffhof die Möglichkeit hat, das, was noch funktioniert und gut erhalten ist, nochmal wieder zu verwenden. Also zum Beispiel, indem es dort einen Secondhand-Kaufhaus gibt oder eine Zusammenarbeit mit einem Repair-Café.
Den Laptop so lange nutzen, wie es geht, hochwertige Möbel und Kleidung kaufen, damit die Dinge zu Hause lange halten — das ist der Schlüssel, wenn es um Wertstoffhöfe und den Schutz des Klimas geht, erklärt doe Deutsche Umwelthilfe. Denn bis heute gilt: Abfallvermeidung ist deutlich umweltfreundlicher als Recycling. In der sogenannten Abfall-Hierarchie kommt die Beseitigung von Abfällen erst ganz zum Schluss.
Es ist also umweltfreundlicher, ausgemistete Möbel und alte Elektrogeräte weiterzuverkaufen oder zu spenden, als diese direkt zu recyclen. Auch bei defekten Geräten oder Möbeln lohnt es sich, sich zu erkundigen. Diese können oft noch wiederverwendet werden, zum Beispiel, um daraus Ersatzteile zu gewinnen:
Man sollte seine alten Geräte wirklich in die Wiederverwendung geben. Da gibt es auch gute Prozedere, die dann z.B. den Datenschutz gewährleisten. Da muss man sich — wenn man sich an seriöse Anbieter wendet — eigentlich keine Sorgen machen.
Marieke Hoffmann
Für die aktuelle Folge von „Mission Energiewende“ hat Host Ina Lebedjew mit Marieke Hoffmann gesprochen, sie ist Senior Expertin im Bereich Kreislaufwirtschaft bei der Deutschen Umwelthilfe. Was passiert, wenn alte Kühlschränken nicht fachgerecht entsorgt werden und warum Self-Service-Wertstoffhöfe nicht die Lösung für alle sind, das hört Ihr in dieser Folge des Klima-Podcasts von detektor.fm.