Spektrum-Podcast | Axolotl

Die rätselhaften Fähigkeiten des Axolotl

Der Axolotl kann Gliedmaßen, Organe und sogar Teile seines Herzens regenerieren. Forschende versuchen, seinen biologischen Bauplan zu entschlüsseln.

Der Axolotl ist ein außergewöhnliches Tier: Zum einen bleibt er sein Leben lang im Larvenstadium. Zum anderen kann er verlorene Körperteile immer wieder vollständig nachbilden. Werden ihm etwa ein Bein oder Arm amputiert, wachsen innerhalb weniger Wochen Knochen, Muskeln, Haut und Nerven nach — und zwar so, dass das neue Körperteil dem ursprünglichen funktionell in nichts nachsteht.

Selbst Gehirn, Herz, Rückenmark, Schwanz und Teile des Auges kann der Axolotl regenerieren. Seit mehr als 150 Jahren versuchen Forschende deshalb, den biologischen Code des Tieres zu entschlüsseln: Wie schafft der Axolotl das?

Dem Geheimnis des Axolotls auf der Spur

Offenbar steckt nicht einfach ein einzelnes „Regenerationsgen“ hinter den besonderen Fähigkeiten des Schwanzlurchs. Vielmehr reagieren seine Zellen anders auf Verletzungen als unsere. Der menschliche Körper schließt Wunden möglichst schnell und bildet dabei Narben. Axolotl-Zellen bilden dagegen ein sogenanntes Blastem: Sie setzen ihre Entwicklung teilweise zurück und starten Programme, wie sie bereits während der Embryonalentwicklung zur Bildung von Körperstrukturen verwendet wurden.

Besonders interessant ist natürlich die Frage, ob sich diese Mechanismen auf den Menschen übertragen lassen. Erste Versuche machen Hoffnung: Forschende aktivierten bereits in Mäuseherzen ein bestimmtes Gen. Die Zellen veränderten daraufhin ihr Verhalten, wurden weniger differenziert und aktivierten regenerative Prozesse.

Die Zellen des Axolotls verfolgen nach Verletzungen eine ganz andere Strategie als unsere.

Anna Lorenzen

Foto: Spektrum der Wissenschaft

Der Axolotl könnte außerdem medizinisch noch auf andere Weise interessant sein. In seinem Hautschleim wurden antimikrobielle Peptide entdeckt. Einige wirkten in Untersuchungen gegen Bakterien, andere sogar gezielt gegen Brustkrebszellen — womöglich also ein wichtiger Baustein im Kampf gegen Krebs. Bis daraus allerdings echte Therapien entstehen, dürfte noch viel Forschung nötig sein.

Anna Lorenzen ist Redakteurin bei Spektrum der Wissenschaft. Im Gespräch mit detektor.fm-Moderator Marc Zimmer geht sie auf die besonderen Fähigkeiten des Axolotls ein. Sie erklärt, was die Forschung bereits darüber weiß und welche Rätsel es noch zu lösen gilt.

Redaktion