Spektrum-Podcast | Schwarze Löcher

Das Schwarze Loch als Schlüssel zur Quantengravitation?

Schwarze Löcher gehören zu den faszinierendsten Objekten im Universum. Doch sie geben der Wissenschaft nach wie vor große Rätsel auf. So ist zum Beispiel Stephen Hawkings Informationsparadoxon, mit dem er die Astrophysik 1974 in eine Krise stürzte, noch immer nicht gelöst.

Die Astrophysik hat dem berühmten Stephen Hawking viel zu verdanken – auch eines ihrer größten Probleme. Denn Hawking berechnete 1974, dass Schwarze Löcher Informationen vernichten. Damit stürzte der Brite die Physik-Welt in eine veritable Krise. Denn seine Berechnungen verstoßen gegen ein heiliges Prinzip der Quantenphysik: Keine Information darf verloren gehen.

Dieser Widerspruch ging als Informationsparadoxon in die Geschichte ein. Seit Jahrzehnten beißen sich Forschende daran die Zähne aus. Eine Lösung ist nach wie vor nicht in Sicht. Doch es gibt einige vielversprechende Ansätze. Einen davon erklärt Mike Zeitz von Spektrum der Wissenschaft im Gespräch mit detektor.fm-Moderator Marc Zimmer. Dabei geht es um die Frage, ob das Innere von Schwarzen Löchern durch Wurmlöcher in der Raumzeit miteinander verbunden ist.

Wenn man eine Lösung für das Informationsparadoxon findet, gibt das vielleicht entscheidende Hinweise auf der Suche nach einer Quantengravitation.

Mike Zeitz

Bei der Suche nach einer Lösung des Informationsparadoxons und der Erforschung schwarzer Löcher geht es immer auch um die Frage aller Fragen: Wie bringt die Physik ihre beiden großen Theorien endlich zusammen? Denn Relativitätstheorie und Quantenmechanik sind noch immer nicht sinnvoll vereinbar. Eine Quantengravitation, die beide zusammenführt, wäre wohl der entscheidende Schlüssel zu vielen Rätseln des Universums.

Was wissen wir über schwarze Löcher?

Um zu verdeutlichen, warum das Informationsparadoxon dabei so bedeutend ist, erklärt Zeitz auch, was die Wissenschaft heute im Allgemeinen über Schwarze Löcher weiß. Er verrät beispielsweise, wie sie entstehen und was über die Vorgänge in ihrem Inneren bislang bekannt ist. So gibt es beispielsweise Theorien, die davon ausgehen, dass Objekte im Sog der galaktischen Löcher „spaghettifiziert“ werden – kein Scherz!

Und weil Forschende jüngst das erdnächste Schwarze Loch entdeckt haben, geht es auch um die Frage, wie gefährlich uns Schwarze Löcher eigentlich werden können.

Natürlich kann im Kosmos alles passieren. Aber die Gefahr, dass uns sowas wirklich nahekommt und einsaugt, die besteht eigentlich nicht. Da wäre ich ganz entspannt.

Mike Zeitz

Redaktion