Platonische Liebe, partnerschaftliche Liebe oder die Liebe zum eigenen Kind — Liebe hat viele Gesichter und kann sich sehr unterschiedlich anfühlen. Auch für die Wissenschaft ist es nicht leicht das Gefühl in seiner Gesamtheit zu erforschen.
Das Herz schlägt schneller, der Blutdruck steigt, manche können nicht mehr essen und auch nicht mehr schlafen. Und sogar klare Gedanken zu fassen ist manchmal ziemlich schwierig, wenn man verliebt ist.
So schön sich Verliebtheit anfühlen mag, für den Körper ist diese Phase tatsächlich extrem anstrengend. In Messungen zeigen alle körperlichen Parameter von Verliebten eine extreme Stressreaktion.
Geht die Verliebtheitsphase nach einigen Monaten in eine stabile Partnerschaft über, ändert sich auch das Liebesgefühl. Die Nähe zum Partner oder zur Partnerin löst weniger Herzklopfen aus, kann nun sogar beruhigend wirken. Die Verknalltheit wird von einer sicheren, vertrauensvollen Bindung abgelöst. Das fühlt sich nicht nur anders an, sondern ist auch mit etlichen physiologischen Effekten verbunden. Insbesondere das als Kuschelhormon bekannte Oxytocin spielt dabei eine große Rolle und hat mitunter heilende Wirkung.
Wie liebesfähig wir sind und auf welche Art und Weise wir lieben, ist auch stark von unseren persönlichen Erfahrungen und kulturellen Prägungen beeinflusst, sagt Beate Ditzen. Sie ist Professorin für Klinische Biopsychologie und Psychotherapie an der Universität Zürich und ausgebildete Paartherapeutin.
In „Zurück zum Thema“ hört ihr, mit welchen wissenschaftlichen Methoden sie eines der größten Gefühle des Menschseins ergründet.