Der Philosoph Michael Zichy hat auf die Frage aller Fragen eine überraschend einfache Antwort gefunden: Der Sinn des Lebens besteht darin, anderen wichtig zu sein — aus den richtigen Gründen.
Die Frage nach dem Sinn des Lebens hat in der akademischen Philosophie keinen guten Ruf. Sie gilt vielen als zu groß und zu subjektiv, am Ende ohnehin nicht allgemeingütig zu beantworten. Der österreichisch-ungarische Philosoph Michael Zichy sieht das anders. Er ist Professor für Philosophische Grundfragen der Theologie und Sozialphilosophie an der Universität Bonn und hat eine Sinntheorie entwickelt, die die politisch-gesellschaftliche Dimension der Sinnfrage in den Mittelpunkt rückt. Kern seiner sogenannten „Teilhabetheorie des Sinns“ ist die Wertschätzung und Anerkennung anderer Menschen: Unser Leben ist sinnvoll, wenn wir anderen wichtig sind.
Kann das aufgehen? Was ist mit Gangstern, die anderen wichtig sind, aber unmoralisch handeln? Was ist mit Menschen, die sich komplett für andere aufreiben? Oder denen, die Sinnvolles tun, dafür aber wenig Anerkennung erfahren?
Zu der Tatsache, anderen wichtig zu sein, gehört auch, dass man anderen aus den richtigen Gründen wichtig ist.
Prof. Michael Zichy, Uni Bonn
Tatsächlich ist in Michael Zichys Sinntheorie das Anderen-wichtig-Sein alleine kein Selbstläufer für ein sinnvolles Leben. Über die richtigen Gründe, anderen wichtig zu werden, spricht detektor.fm-Moderatorin Charlotte Thielmann in dieser Ausgabe von „Zurück zum Thema“.