Der Unternehmer Hendrik Holt gab vor, die Windkraft revolutionieren zu wollen und schuf dabei ein Imperium aus Lügen — einer der außergewöhnlichsten Betrugsfälle der deutschen Wirtschaftsgeschichte.
Haselünne ist ein kleiner Ort im Emsland in Niedersachsen, etwa 30 km von der holländischen Grenze entfernt. Hier wächst Hendrik Holt in den 90er Jahren in einer Unternehmerfamilie auf — ein privilegiertes Leben von Anfang an. Holt hat große Ambitionen, will schon mit 18 Jahren Milliardär werden und gründet eine erste Firma.
Im Alter von nicht mal 30 Jahren gilt er als Visionär. Seine Firma, die Holt Holding, wird als modernes Familienunternehmen präsentiert. Der Jungunternehmer ist politisch bestens vernetzt und scheint prädestiniert, große Windkraftprojekte in Deutschland durchzusetzen — selbst dort, wo es Widerstand gibt. Energiekonzerne erhoffen sich frühzeitig Zugriff auf genehmigungsreife Großprojekte und investieren. Doch diese angeblichen Projekte gibt es gar nicht.
Der gesamte Betrug fliegt auf, weil eine Mitarbeiterin der niedersächsischen Gemeinde Barßel eine gefälschte Unterschrift von sich auf einem angeblichen Schreiben der Gemeinde entdeckt. Sie erstattet Anzeige. Nach den ersten Hinweisen übernehmen Ermittler in Osnabrück den Fall. Am 17. April 2020 wird Hendrik Holt in einer Suite des Berliner Luxushotels Adlon festgenommen, 2022 zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt.
Im Film kommt Hendrik Holt ausführlich selbst zu Wort — ebenso seine Ehefrau, seine Großmutter, frühere Weggefährten, aber auch Ermittler und Journalisten, die den Fall über Jahre begleitet haben. Die Dokumentation „Holt — Der Windkraftschwindler“ zeigt, wie das Betrugssystem über Jahre funktionieren konnte: getragen von Holts charismatischer Selbstdarstellung, dem Vertrauen in ein vermeintlich solides Familienunternehmen und einem Umfeld, das große Versprechen zu selten hinterfragt.
„Holt — Der Windkraftschwindler“ könnt ihr in der ARD-Mediathek anschauen.
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