brand eins Podcast | Gerda Söhngen

Übernehmen, aussteigen — und zurückkommen

Gerda Söhngen übernimmt das Familienunternehmen Keil Befestigungstechnik GmbH in dritter Generation — und steigt zwei Jahre später wieder aus. Sie erzählt, warum sie gehen musste und unter welchen Bedingungen sie schließlich zurückgekehrt ist.

Erst raus, dann zurück ins Familienunternehmen

Eine Unternehmensnachfolge verläuft selten nach Plan: Bei Gerda Söhngen nimmt sie zunächst einen deutlichen Umweg. Sie übernimmt das Familienunternehmen Keil Befestigungstechnik GmbH in dritter Generation. Eigentlich scheint der Weg vorgezeichnet: Der Großvater hat gegründet, später führen ihre Eltern die Firma gemeinsam, dann soll sie übernehmen. Doch zwei Jahre nach ihrem Einstieg zieht Söhngen die Reißleine.

Mit der Zeit habe ich gemerkt, das passt hier nicht. Ich bin hier fehl am Platz. Ich krieg mich nicht reinsortiert.

Gerda Söhngen

Foto: Messe München

Sie versucht zunächst, sich in ein bestehendes System einzufügen, orientiert sich stark an ihren Eltern, an Mitarbeitenden und an Erwartungen von außen. Im Rückblick sagt sie: Genau darin lag das Problem. Je besser sie nach außen hineinpasste, desto weiter entfernte sie sich von der Frage, wie sie selbst eigentlich arbeiten und führen wollte.

Ein Umweg, der keiner ist

Der Ausstieg fühlt sich für Söhngen zunächst wie ein Scheitern an.

Das war eine sehr bewusste Trennung. Also ich habe damals, als ich gekündigt habe, gedacht, okay, jetzt habe ich die komplette Familie zerstört. Ich habe die Firma im Stich gelassen.

Gerda Söhngen

Sie macht sich mit einem Fitnessstudio selbstständig — und erlebt dort zum ersten Mal, wie es ist, wirklich nach den eigenen Vorstellungen zu entscheiden und zu führen. Zwei Jahre später kommt unerwartet die Frage ihrer Eltern: Willst du nicht doch zurück? Diesmal stellt Söhngen Bedingungen. Ihre Eltern ziehen sich komplett zurück, ein Co-Geschäftsführer kommt dazu, und sie beginnt 2019 noch einmal neu.

In dieser neuen Folge des „brand eins Podcasts“ spricht Gerda Söhngen mit detektor.fm-Moderator Christian Bollert sehr offen über ihre besondere Nachfolgegeschichte, wie sich ihr Unternehmen seitdem verändert hat und warum in der Keil Befestigungstechnik GmbH die Maschinen Trudi, Bernd und Tadeus heißen.

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