Mission Energiewende | FREI DAY

„Freitags retten wir Essen“

Schon in der Schule lernen, die Welt zu verändern. Das ist die Idee des Lernformats “FREI DAY”, das in Deutschland entwickelt wurde. Dabei arbeiten Schulkinder und Jugendliche jede Woche an eigenen Projekten, die sie in ihrer Nachbarschaft umsetzen.

FREI DAY: Freitags geht’s um Nachhaltigkeit

In Deutschland werden laut einer Erhebung des Umweltbundesamts jährlich etwa 10,8 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeschmissen. Darunter auch vermeidbare Abfälle wie zum Beispiel übrig gebliebene Speisereste und nicht verkaufte Lebensmittel. Um dem entgegenzuwirken, retten Schülerinnen und Schüler der DPFA-Regenbogen-Grundschule in Leipzig jeden Freitag Lebensmittel von einem Supermarkt und aus der Schulcafeteria. Daraus bereiten sie dann einen gesunden Pausensnack für die ganze Schule zu.

Dann ist eben ein Sack Essen zum Beispiel weniger weggeschmissen. Jeden Freitag. Und der Rest geht an die Tafel.

Konrad und Selma, 3. Klasse in der DPFA-Regenbogen-Grundschule

Das ist aber noch nicht alles. In anderen Räumen der Schule wird genäht, gehäkelt und geupcycelt. In wieder anderen wird ein Podcast produziert. Auf dem Korridor wird fleißig umgetopft und angepflanzt. So sieht ein typischer FREI DAY an der DPFA-Regenbogen-Grundschule in Leipzig aus. Jeden Freitag steht statt normalem Unterricht die Arbeit in bis zu 30 verschiedenen selbst gewählten Projektgruppen an.

„Kinder wollen machen, Kinder wollen tun“

Das Lernformat, welches sich an den 17 Nachhaltigkeitszielen der UN orientiert, gibt es an der Regenbogen-Grundschule inzwischen seit fast vier Jahren. Eingeführt hat Schulleiterin Karen Brunner den FREI DAY, um die Kinder nach der Corona-Pandemie wieder mehr aus sich herauszuholen, erklärt sie. Offenbar funktioniert’s, denn über die Jahre haben sich nicht nur die Projekte entwickelt, sondern auch die Kinder.

Am Anfang waren die Themen eher sehr weit weg, Delfine retten zum Beispiel. Und ich glaube, das ist jetzt im vierten Jahr schon deutlich besser, dass die Kinder einfach in ihre unmittelbare Nachbarschaft und bei sich selbst schauen.

Karen Brunner, Schulleiterin der DPFA-Regenbogen-Grundschule

Für Grundschulkinder sind die Nachhaltigkeitsziele noch sehr abstrakt, erklärt die Schulleiterin, deswegen geht es beim FREI DAY hauptsächlich darum, sich mit dem eigenen Alltag und dem direkten Umfeld zu beschäftigen. Egal in welcher Form und in welchem Ausmaß — der FREI DAY zeigt: Kinder können etwas für den Klimaschutz tun und sind vor allem auch interessiert daran.

Für die aktuelle Folge von „Mission Energiewende“ hat Host Ina Lebedjew die DPFA-Regenbogen-Grundschule in Leipzig besucht und einen FREI DAY miterlebt. Sie hat mit Selma und Konrad aus der dritten Klasse gesprochen, Schulleiterin Karen Brunner befragt und Erzieher Benjamin Kaul interviewt. Was die Kinder über den Schutz des Klimas denken und wie sie sich konkret dafür einsetzen, das erfahrt ihr in dieser Folge des Klima-Podcasts von detektor.fm.

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