Emma Stremplat hat eine Umweltrechtsklinik gegründet. „Roots“ ist eine Anlaufstelle für alle, die eine konkrete Rechtsberatung zum Thema Umweltrecht brauchen — und zwar kostenlos. Wer das Angebot nutzt und warum es Einrichtungen wie diese braucht, das erfahrt Ihr in dieser Folge unseres Klima-Podcasts.
Die Umweltrechtsklinik „Roots“ will Menschen und Organisationen unterstützen, die sich eine Beratung nicht leisten können. NürnbergMesse | Sansoen Saengsakaorat / Shutterstock
Klimaschutz juristisch durchsetzen
Klimaschutz wird in Deutschland immer öfter vor Gericht durchgesetzt. Ein Beispiel dafür ist der Prozess der Deutschen Umwelthilfe gegen die Bundesrepublik Deutschland, der Ende Januar vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig verhandelt wurde. Damit Klimaschutz auf dem Rechtsweg durchgesetzt werden kann, braucht es einerseits Juristinnen und Juristen, die sich mit dem Umweltrecht auskennen. Andererseits muss man sich eine Rechtsberatung leisten können: Laut Bundesrechtsanwaltskammer kann eine Erstberatung bis zu 190 Euro zzgl. Umsatzsteuer kosten. Das können sich insbesondere Umweltschutzvereine und Bürgerinitiativen oft nicht leisten. Hier kommt die Umweltrechtsklinik „Roots“ ins Spiel: Sie unterstützt Betroffene mit einer kostenlosen Rechtsberatung.
Wichtig ist nur, dass die Personen durch ihr Vorhaben Klima- oder Umweltschutz vorantreiben wollen und dass sie sich nicht problemlos die Beratung durch eine Volljuristin oder einen Volljuristen leisten könnten.
Emma Stremplat, Gründerin Umweltrechtsklinik "Roots"
Umweltrechtsklinik während Studium gegründet
Emma Stremplat hat die Umweltrechtsklinik „Roots“ neben ihrem Jurastudium gegründet. Das Konzept der kostenlosen Rechtsberatung kannte sie bereits aus der Geflüchtetenhilfe, wo sie als „Refugee Law Clinics“ relativ verbreitet ist. Durch „Roots“ konnte sie ihr Engagement bei Fridays for Future und anderen Klimainitiativen mit ihrem Jurastudium verbinden. Unterstützt werden die Studierenden bei ihren Beratungen durch Volljurist:innen. Studierende, die selbst bei „Roots“ beraten wollen, müssen vorher an einer Schulung teilnehmen.
Im Jurastudium selbst sind Umwelt- und Klimarecht fast gar kein Thema. (…) Das führt dazu, dass die allermeisten Studierenden im Prinzip sechs Jahre Jura studieren und eigentlich nie damit in Kontakt kommen.
Emma Stremplat
Warum das Recht aus Sicht von Emma Stremplat ein wichtiges Werkzeug ist, um Klimaschutz durchzusetzen, erzählt sie im Interview in dieser Folge von „Mission Energiewende“ mit detektor.fm-Moderatorin Ina Lebedjew.