Spektrum-Podcast | Zuckersteuer

Je mehr Zucker, desto höher die Steuer

Zucker steht in Verbindung mit zahlreichen gesundheitlichen Problemen. Kann eine Zuckersteuer den Konsum senken?

Bekommt Deutschland bald eine Zuckersteuer? Die Bundesregierung plant jedenfalls, eine Abgabe für gezuckerte Getränke einzuführen. Dabei folgt sie dem Vorbild Großbritanniens. Dort wird seit 2018 eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke wie Cola, Limos und Energy Drinks erhoben. Die Höhe richtet sich nach dem Zuckergehalt des jeweiligen Getränks.

Das Besondere: Die Zuckersteuer ist eine sogenannte Herstellerabgabe. Das heißt, dass die Getränkeproduzenten sie zahlen und nicht die Kundinnen und Kunden. Aber auch Modelle, bei denen die Softdrinks tatsächlich teurer werden, um Menschen vom Kauf abzuschrecken, werden häufig gefordert.

Denn das Image von Zucker hat in den vergangenen Jahren gelitten. Menschen ernähren sich bewusster, Zuckeralternativen werden immer beliebter. Kein Wunder: Hoher Konsum zuckergesüßter Getränke steht nachweislich mit Übergewicht, Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Karies in Verbindung.

In Großbritannien scheint die Zuckersteuer für Hersteller tatsächlich zu wirken. Viele haben den Zuckergehalt ihrer Softdrinks gesenkt. So enthielten 2015 noch fast 50 Prozent der Getränke im Supermarkt mehr als fünf Gramm Zucker pro 100 Milliliter, 2019 waren es nur noch 15 Prozent.

Medizin und Forschung sprechen sich mehrheitlich für eine Zuckersteuer auf Süßgetränke aus.

Frank Schubert

Foto: Spektrum der Wissenschaft

Ob eine Zuckersteuer jedoch die Häufigkeit von Übergewicht und Adipositas messbar senkt, bleibt umstritten. Die wissenschaftlichen Befunde sind bislang uneinheitlich.

Frank Schubert ist Biologe und Redakteur bei Spektrum der Wissenschaft. Im Gespräch mit detektor.fm-Moderator Marc Zimmer erklärt er, wie eine Zuckersteuer aussehen könnte und welche Vorteile sich die Befürworter davon versprechen.

Redaktion