Der Fall Pelicot schaffte Öffentlichkeit für Betroffene sexualisierter Gewalt. Das ist die Ausnahme: Viele Taten kommen nie zur Anzeige und Täter kommen häufig davon. Das liegt auch an einigen hartnäckigen Klischees.
Content Note: In diesem Beitrag geht es um sexualisierte Gewalt und ihre psychischen Folgen.
„Die Scham muss die Seite wechseln!“ Diesen bemerkenswerten Satz sagte die Französin Gisèle Pelicot im Rahmen des Prozesses gegen ihre Vergewaltiger. Viele Jahre lang hatte ihr Mann sie immer wieder mit Medikamenten betäubt, missbraucht und auch von Fremden vergewaltigen lassen. Ende 2024 wurde der Hauptangeklagte zur Höchststrafe von 20 Jahren verurteilt; 50 weitere Männer wurden wegen Vergewaltigung schuldig gesprochen.
Es ist wichtig, solche falschen Vorstellungen und Klischees zu korrigieren.
Liesa Bauer
Wie Medien mit solchen Fällen umgehen, spielt ebenfalls eine wichtige Rolle im Umgang mit sexualisierter Gewalt. Häufig liegt der Fokus auf den Tätern. Um die Opfer und ihre Perspektive geht es dagegen selten.
Liesa Bauer ist Psychologin und Redakteurin bei Spektrum der Wissenschaft. Im Gespräch mit detektor.fm-Moderator Marc Zimmer erklärt sie, was den Fall Pelicot besonders macht und welche Irrtümer und Klischees über die Opfer sexualisierter Gewalt noch immer existieren.