Contador und Armstrong abermals unter Dopingverdacht – eine Einschätzung

28.12.2009

Doping ist längst kein reines Sportthema mehr. Überall in der Gesellschaft puschen sich Menschen mit Arzneimitteln. Doch wohl keine Sportart steht so unter Verdacht wie der Radsport.

Alberto Contador und Lance Armstrong gemeinsam im Trainingslager im Frühjahr 2008. Foto: Bettina Bartzen/ ddp.

Professor Fritz SörgelEr ist Pharmakologe und Dopingexperte. Sörgel leitet das Institut für Biomedizinische und Pharmazeutische Forschung (IBMP) in Heroldsberg bei Nürnberg. 

Erstmals seit Jahren gab es bei der Tour de France im Sommer keinen Dopingfall. Doch das überrascht Experten nicht, wurden doch die Kontrollen in diesem Jahr nicht mehr von der akribischen französischen Dopingagentur durchgeführt, sondern vom Weltradsportverband (UCI). Die französischen Kontrolleure hatten die Skandale der letzten Jahre mit ihren Methoden aufgedeckt. Und die Franzosen haben es sich nicht nehmen lassen, die Kontrollen des Weltradsportverbandes zu bewerten. Ihr Urteil: Das Team „Astana“ von Toursieger Contador und Lance Armstrong wurde bevorteilt. Ihnen wurde mehr Zeit vor Dopingkontrollen eingeräumt, sagen die französischen Ermittler. Nun scheint die Pariser Staatsanwaltschaft diesen Verdacht zu bestätigen. Dem „Astana-Team“ wird ein „strafbares Delikt“ vorgeworfen. Beim Team hatten Ermittler während der Tour Infusionsbesteck und daran Polypeptide gefunden. Allein der Besitz von Infusionsbesteck ist laut Antidopingcode verboten. Professor Fritz Sörgel ist Pharmakologe und Dopingexperte aus Nürnberg. Gregor Schenk hat ihn gefragt, was denn diese Polypeptide sind, die an den Infusionsbestecken gefunden wurden.