Forschungsquartett | Das Robotrecht: Kann eine Maschine schuldig gesprochen werden?

28.06.2012

Es werden immer selbständigere, hochkomplexe Roboter und Maschinen entwickelt. Doch stellt das die Rechtssprechung vor große Herausforderungen. Denn was passiert, wenn Maschinen Fehler anrichten, wer ist dann strafbar? Das Robotrecht befasst sich mit diesem zugegebenermaßen nicht einfachen Sachverhalt.

Autonomie führt auch zu mehr Verantwortung, oder etwa nicht? Foto:© Oliver Lang/ddp

sieht die aktuelle Rechtssprechung noch im Hintertreffen.Lisa Blechschmittsieht die aktuelle Rechtssprechung noch im Hintertreffen.  

Wer haftet, wenn eine Maschine Schaden anrichtet? Wenn zum Beispiel ein Pflegeroboter einen Patienten in eine Gefahrensituation bringt: Haftet dann der Programmierer, der körperlich beeinträchtigte Patient oder der Pflegeroboter?

Immer autonomere Maschinen im Einsatz

Es gibt Geräte, die noch nicht voll entwickelt sind und sich erst Dinge selbst beibringen, zum Beispiel Geräusche zu deuten und zu reagieren. Doch sind sie dabei eben nicht unfehlbar. Oder auch medizintechnische Geräte, die Menschen operieren: wenn die einen Schaden anrichten, wie muss dann darauf der Gesetzgeber reagieren? Die Frage nach Schuld und Verantwortung von Maschinen ist bisher ungeklärt.

Wir haben festgestellt, dass gerade die Haftungsproblematik oder auch Verantwortlichkeitszusammenhänge jetzt geklärt werden müssen für die autonomen Geräte. – Lisa Blechschmitt

Ein Team aus Juristen und Informatikern der Universität Würzburg forscht seit circa zwei Jahren genau in diesem Grenzbereich: im Roboter-Recht. Über die komplexe Frage nach der Schuld von Maschinen haben wir mit der Juristin, Lisa Blechschmitt von der Universität Würzburg gesprochen.

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