Lieber Herr Gädeke,
Ihre Fragen lassen sich so leicht nicht beantworten, da der BdV keine offiziellen Zahlen veröffentlicht. Ich nehme daher an, mit folgenden gefundenen Punkten erzählen wir Ihnen nichts neues:
Der BdV
* gliedert sich einmal in 20 Landsmannschaften (=Herkunftsgebiete der Vertriebenen) und in 16 Landesverbände (=Bundesländer)
* vertritt den Anspruch, “der einzige repräsentative Verband der rund 15 Millionen Deutschen, die infolge Flucht, Vertreibung und Aussiedlung in der Bundesrepublik Deutschland Aufnahme gefunden haben und noch finden” zu sein (BdV)
Zu den Mitgliederzahlen:
*Der BdV selbst spricht von ca. 2 Millionen Mitgliedern: “In den einzelnen Verbänden des Bundes sind nach eigenen Angaben rund zwei Millionen Mitglieder in 6.000 regionalen Gliederungen und über 1.000 Heimatkreisvereinigungen bzw. Heimatortsgemeinschaften organisiert.”
* Die bundesweite Nachrichtenagentur ddp recherchicherte Anfang 2010 eine Zahl von ca. 550.000 Mitgliedern
(—> http://de.euronews.net/agenturmeldungen/117095-mitgliederschwund-beim-bund-der-vertriebenen/ )
* Der Deutschlandfunk bezieht sich auf interne Aufstellungen, wonach diese Zahl auf 100.000 zu verringern sei: “Der Verdacht liegt nahe, dass der BdV den Eindruck aufrecht erhalten will, er repräsentiere nach wie vor Millionen von Vertriebenen. Tatsächlich aber belegen interne Aufstellungen, dass nur noch gut 100.000 Personen Beiträge an den BdV entrichten.”
(—> http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/1099348/ )
Statistiken zeigen, dass schon 1965 nur knapp ein Prozent der Vertriebenen Mitglied einer Landsmannschaft des BdV waren, und es gibt gute Gründe anzunehmen, dass dieser Anteil sich massiv verringert hat. Es sind leider nicht mehr viele Angehörige der “Erlebnisgeneration” unter uns, die diesen trockenen Zahlen vielleicht echte, erlebte Geschichte beifügen können…
Herzliche Grüße!
Marcus Engert