Loveparade 2010 – Wie entsteht eine Massenpanik?

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Die Loveparade in Duisburg war das Thema des Wochenendes, doch nicht wegen der 1,4 Millionen Raver. 19 Personen starben, mehr als 300 sind verletzt worden. Doch wie entsteht eine solche Massenpanik? Und was kann man im Vorfeld besser machen?


Loveparade 2010 - Wie entsteht eine Massenpanik? Blick in den Tunnel, der auf das Loveparade-Gelände führte. Hier entstand die Massenpanik. Foto: Henning Kaiser/ ddp.

Bernhard Schlag Bernhard SchlagEr hat sich mit dem Phänomen der Massenpanik beschäftigt. Bei der Massenpanik auf dem Loveparade-Gelände mussten die Besucher durch einen engen Tunnel. Hier stauten sich zehntausende Technofans. Die Verantwortung für die Katastrophe wollte bis jetzt keiner übernehmen. Stattdessen häuft sich die Zahl derer, die von der Gefahr gewusst haben wollen, welche vom Veranstaltungsort ausging.

Bernhard Schlag ist Professor für Verkehrspsychologie an der TU Dresden und hat sich im Rahmen seiner Arbeit mit dem Phänomen der Massenpanik beschäftigt.

Das Interview können Sie hier hören.

»Bernhard Schlag über die Massenpanik bei der Loveparade« herunterladen


Nachtrag, 26.07.2010, 23.30 Uhr

Mehrere Quellen berichten, dass sich die Zahl der Todesopfer im Laufe des Abends auf 20 erhöht hat.

Die Staatsanwaltschaft spricht aktuell von mehr als 500 Verletzten.


Es wurden bereits 8 Kommentare zu diesem Artikel geschrieben. Diskutieren Sie mit.
  1. cinderella

    cinderella am

    Mein Beileid gilt den Angehörigen der Opfer und ich hoffe, daß die Verantwortlichen entsprechend bestraft werden.
    Ich hoffe, daß die Toten nicht so schnell vergessen werden.

  2. gustay

    gustay am

    massenpanik entsteht,
    wenn menschen zu massen werden

    das individuum in der masse seine individualität verliert
    die grenzen der persönlichkeit durch psychoaktive substanzen sich auflösen
    das “ich” zu schwach ....das “wir” zum über ich wird.
    zum panischen…wahnsinnigen über ich.
    ein phänomen der zeit?
    wenn massen ...ein volk, ein reich, usw: hexen verbrennen, wallfahrend,vergasend
    heil brüllen…..
    dann ist es nur ein zeichen dafür, dass der einzelne mensch sein “ich” noch immer dem “wir” unterordnet.
    ein wunder, dass dadurch “nur” 19 menschen zu tode gekommen sind .
    durch diesen “massengeist” haben nämlich schon 100 000 ende ihr leben verloren.

  3. Peter Klawitter

    Peter Klawitter am

    in der Bildzeitung war heute zu lesen, dass jemand das Bahngelände wo die Loveparade stattfand verlassen wollte.
    Die Securityleute haben Ihn nicht durchgelassen mit der Begründung einen Besucherrekord erreichen zu wollen.
    Damit haben die Securityleute den Straftatbestand der Freiheitsberaubung erfüllt und gehören in den Knast.

  4. Stena

    Stena am

    Einfach nur traurig Duisburg ! Wenn kein Platz dann kein Platz !!!
    Man hätte sie absagen sollen ............. .
    Endlose trauer für die hinterbliebenen….....bleibt!

  5. Anton Staufer

    Anton Staufer am

    Es sollte im Zug der Ermittlungen auch geprüft werden, wer hinter dem/den Sicherheitsunternehmen und dem Love-Parade-Veranstalter wirklich steckt. Denn die meisten Sicherheitsunternehmen in Deutschland sind seit dem Mauerfall von ehemaligen Stasi-Mitarbeitern aufgebaut worden (siehe den Telekom-Spitzel-Skandal, der 2009 aufgedeckt hat, dass der Chef der spionierenden Sicherheitsfirma ein Ex-Stasi-Spitzel war. Und diese Stasi-Mitarbeiter von einst waren zwar im Ausspionieren gut ausgebildet, aber nicht wenn es um den Schutz der Bürger ging… Ein “Sicherheitsunternehmen” bietet nicht unbedingt professionelle Sicherheit, wenn es um diese Art von “Personenschutz” geht, bei der die veranstalter und eben das/die Sicherheitsunternehmen in Duisburg so kläglich versagt haben. Da viele Sicherheitsunternehmen heute eher im Dienste dubioser Wirtschafts"sicherheit” und -spionage stehen als die Sicherheit der Bürger oder Firmen zu garantieren, wäre dies vielleicht eine interessanter Ermittlungsansatz. Also: Woher kommen Sicherheitsunternehmen und Veranstalter und was haben sie vor der Wende so gemacht…?

  6. parcelpanic

    parcelpanic am

    als wahlDuisburger bin ich tief beschämt über die menschen, die verantwortung für das tragen sollten, was sich am 24 Juli ereignet hat. es wurden alle bemühungen der letzten jahre die stadt aus dem schmuddeleckchen zu holen mit einem schlag zu nichte gemacht.

    der weg durch den tunnel war schlichtweg unsinnig und profit orientiert.
    ohne diesen weg hätte sich diese katastrophe nie ereignet.
    vom bahnhof sind es weniger als 500 meter zum näheren ende des veranstaltungsortes. dort ist genügend freie ausweichfläche und eine weitere möglichkeit gegeben über die ohnehin gesperrte autobahn zeitnah weitere zugänge zu öffnen.
    so aber wurden die menschen beidseitig über zwei kilometer weiträumig am gelände lang an lizenz-zahlenden händlern entlang geschickt.

    der an der planung beteiligte stau und selbsternannte panikforscher Schreckenberg hat für den tunnel eine kapazität von 20.000 personen pro stunde errechnet. wenn ich davon ausgehe, es wollten nur die hälfte der vermuteten 500.000 menschen etwa zum selben zeitpunkt (wie etwa der abschlußkundgebung) da durch, stellt sich dann die frage?

  7. Gervan

    Gervan am

    @Parcelpanic
    Was Du vorbringst sind einfach nur unbegründete Anschuldigungen. Ich will sicherlich nicht sagen dass die Stadt Duisburg und die Veranstallter keine Fehler gemacht haben, aber das meiste von dem was du geschrieben hast ist einfach unwahr und dient einzig und allein dem Zweck, Hass auf die vermeintlich Verantwortlichen zu schüren.

    Die Menschen wurden nicht zu Profitzwecken Durch den Tunnel geschickt sondern aus rein logistischen Gründen. Ich wohne direkt am Gelände und weiß, dass es einfach nur zu einer vollkommenen Überfüllung des kleinen Stückes zwischen Bahnhof und Gelände und somit auch im Bahnhof und auf den Bahnsteigen geführt hätte, wenn man versucht hätte die Menschen auf direktem Wege dorthin zu führen. Von den Lizensierten Händlern auf dem Weg ist mir nichts aufgefallen als ich selbst mich auf den Weg zur Loveparade machte.
    Proff Schreckenberg ist auch kein selbsternannter Panikforscher, sonern der annerkannt größte deutsche Experte auf diesem Gebiet

  8. parcelpanic

    parcelpanic am

    hallo Gervan,

    diesen hass schüren die verantwortlichen selbst, da braucht es mich nicht zu…
    welche anschuldigungen? die tatsächlichen zahlen? das er das konzept abgenickt hat? dir sind die stände nicht aufgefallen?
    du hast beste chancen politisch karriere zu machen.

    untertrieben geschätzt 500.000 besucher und ein tunnel mit einer kapazität von 20.000 menschen pro stunde als einzigste alternative sprechen nicht eben für eine “logistische” meisterleistung. das du dann anführst, ein anderer weg hätte zu einer überfüllung geführt, lässt vermuten das du in die schmiede des genies gehst…

    Schreckenberg ist kein anerkannter Panik- sondern Stauforscher und ein meisterzyniker vor dem herrn.

 

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