Männertag – Die Emanzipation des Mannes?

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Morgen ist Männer-, Vater- oder auch Herrentag. So unterschiedlich sind die Bezeichnungen. Die Rituale der "Jungs" sind dabei fast überall gleich.


Männertag - Die Emanzipation des Mannes? Junge Männer feiern “ihren” Tag. Der Männertag ist für viele eine Art Ausbrechen aus dem Alltag. Foto:Torsten Silz (ddp)

Für viele heißt Männertag: Ruhig mal einen mehr trinken mit den Kumpels. Familienväter machen dann doch eher mit Frau und Kind eine Radtour und trinken vielleicht ein kleines Bier.

Thomas Gesterkamp Thomas GesterkampEr schrieb eine Expertise über Männer. Der deutsche Durchschnittsmann brauche diese Auszeit, sagen Experten. Der Männertag lädt zum exzessiven Feiern des eigenen Geschlechts ein, obwohl Frauen am Frauentag auch nicht grölend durch die Stadt ziehen. Trotz allem hat der Feiertag einen christlichen Hintergrund, der oft im Überschwang vergessen wird.

Thomas Gesterkamp ist für viele ein Kämpfer für das männliche Geschlecht und damit nicht unumstritten. Der Politikwissenschaftler und Autor fertigte im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung eine Expertise zu Denkfiguren und Akteuren der Männerrechtler verfasst. Das Interview mit ihm können Sie hier anhören.

»Interview mit Thomas Gesterkamp zur Männerbewegung« herunterladen

Sven Lehmann Sven LehmannEr ist einer der Unterzeichner des >Grünen Männermanifests<

Einige Abgeordnete der Grünen haben einen eigenen Entwurf zur Gleichberechtigung von Mann und Frau veröffentlicht.

Das "Grüne Männermanifest" bekam eine Resonanz, die sehr unterschiedlich ausfiel. Von Hasstiraden über Ironie und Witze bis hin zu Begeisterung reichte die Palette.

Sven Lehmann ist einer der Unterzeichner des Papiers und Beisitzer im Landesvorstand der Grünen in Nordrhein-Westfalen.

Das Interview mit ihm können Sie hier nachhören.

»Interview mit Sven Lehmann zum Grünen Männermanifest« herunterladen

Es wurden bereits 22 Kommentare zu diesem Artikel geschrieben. Diskutieren Sie mit.
  1. Bettina Wagner

    Bettina Wagner am

    Zu dem von Ihnen immer wieder als “Expertise” bezeichneten Pamphlet, in dem selbst wörtliche Zitate nicht durch Quellen belegt sind, gibt es ja seit gestern deutliche Worte von dem Soziologieprofessor und Männerforscher Walter Hollstein. Ein Auszug aus seinem in der “Welt” veröffentlichten Artikel:

    “Angepriesen wird das Dokument von der Friedrich-Ebert-Stiftung als ‘Expertise’, das heißt zu Deutsch: wissenschaftliches Gutachten. Dessen Standards scheinen dem Autor aber gänzlich fremd zu sein. Weder belegt er, wie er im Einzelnen zu seinen Daten und Ergebnissen gekommen ist, noch legt er irgendwelche Auswahlprinzipien für seine Untersuchung vor. Methodische Überlegungen hält er für überflüssig, und inhaltlich setzt er sich nicht einmal ansatzweise mit den Argumenten und Positionen der attackierten Publizisten, Wissenschaftler oder Institutionen auseinander. Stattdessen verunglimpft, denunziert und halbwahrheitet er. (...) Eine solche Kritik - in jeder Hinsicht ja legitim - mit dem perfiden Etikett ‘rechts’ zu versehen bedeutet nicht nur den öffentlichen Aufruf zu einem Denkverbot, sondern ist darüber hinaus auch eine gefährliche Verniedlichung des wirklichen Rechtsextremismus.”

    http://www.welt.de/die-welt/debatte/article7574154/Sind-Maennerrechtler-rechts.html

    Nun muss man kein Soziologieprofessor sein, um zu erkennen, dass Gesterkamps Hetzschrift wissenschaftlichen Standards keineswegs genügt, sondern einfach nur auf widerliche Weise Menschen mit anderer Meinung das Maul stopfen soll, indem diese als rechtsextrem verunglimpft werden. Hier tut sich also die spannende Frage auf: Wieso beteiligen sich auch Martin Kulke und detektor.fm an der von Prof. Hollstein angeprangerten Verniedlichung des Rechtsextremismus, nur damit Leute, die sich ausnahmsweise mal für Männer statt immer und ausschließlich für Frauen engagieren, das Maul gestopft wird? Was hier geschieht, ein enthüllt ein mangelndes Demokratieverständnis, das an die beiden unseligsten Perioden der deutschen Geschichte erinnert.

    Wäre es nicht einmal eine Idee, Herr Kulke, nicht ständig nur brav vor der herrschenden Ideologie seine Verbeugungen zu machen, sondern auch mal die eine oder andere Stimme der außerparlamentarischen Opposition zu Wort kommen zu lassen - ob Vertreter von MANNdat oder von AGENS?

  2. Dietmar Marecello

    Dietmar Marecello am

    Gesterkamp als “Kämpfer für das männliche Geschlecht”. Sie machen sich ja lächerlich.
    Mir hat das Thema etwas gegeben, nämlich die Bestätigung meiner ohnehin erlangten Erkenntnis, dass die SPD ein männerfeindlicher Haufen ist.
    Die der SPD nahestehende Friedrich-Ebert-Stiftung beauftragte und bezahlte einen Banalfeministen, für die Erstellung einer Hetzschrift.
    Die Nazikeule gegen den weißen Mann der sich wider dem Feminismus stellt wurde mal wieder geschwungen und ich weiß nun, dass ich ich mich mit meiner Gesinnung am vom linken Spektrum definierten rechten äußeren Rand bewege.

    Gesterkamp ist und bleibt ein substanz- und glanzloser Banalfeminist, der sich opportun alle Türen offen halten und überall mitmischen möchte, ohne einen Hauch von fundierter Basiskenntnis. Er verbreitet, was ihm im Smalltalk, am Rande von Veranstaltungen so angeboten wird und seine beschränkte Wahrnehungsfähigkeit zulässt.

    Hollstein geht heute in der Welt mit Gesterkamp hart ins Gericht. Er entlarvt Gesterkamps “Expertise” als reines Propagandapamphlet:


    “Angepriesen wird das Dokument von der Friedrich-Ebert-Stiftung als “Expertise”, das heißt zu Deutsch: wissenschaftliches Gutachten. Dessen Standards scheinen dem Autor aber gänzlich fremd zu sein. Weder belegt er, wie er im Einzelnen zu seinen Daten und Ergebnissen gekommen ist, noch legt er irgendwelche Auswahlprinzipien für seine Untersuchung vor. Methodische Überlegungen hält er für überflüssig, und inhaltlich setzt er sich nicht einmal ansatzweise mit den Argumenten und Positionen der attackierten Publizisten, Wissenschaftler oder Institutionen auseinander. Stattdessen verunglimpft, denunziert und halbwahrheitet er. Dazu passt, dass an keiner Stelle definiert wird, was nun “rechts” “rechts-extrem” oder “rechter Geschlechterkampf” eigentlich ist.

    Besieht man sich genauer, was Gesterkamp da alles in einen angeblich braunen Sumpf wirft, sind das Autoren, Wissenschaftler und Institutionen, die Vorbehalte gegen den Feminismus geäußert haben. Das aber ist weder ein Sakrileg noch ein Angriff auf das Grundgesetz. Eine solche Kritik - in jeder Hinsicht ja legitim - mit dem perfiden Etikett “rechts” zu versehen bedeutet nicht nur den öffentlichen Aufruf zu einem Denkverbot, sondern ist darüber hinaus auch eine gefährliche Verniedlichung des wirklichen Rechtsextremismus”.

  3. Comment

    Comment am

    Ist es nicht schön, mit beinahe allen Sinnen wahrnehmen zu können, wie gnadenlos abgelegte (Zahl-)Väter aus dem Thema ausgeklammert werden?
    Es kribbelt richtig auf der Haut und in der Luft knistert es um einen herum.

    All die von Seiten der feministisch geprägten männlichen Protagonisten angeführten Benachteiligungsthesen beschränken sich auf andere Bereiche, in denen unter dem immer selben Strich die Frauen in der Summe diejenigen sind, deren Aufholbedarf am größsten sei.
    Auch lässt Gesterkamp noch immer nicht davon ab, die Macht der Männer in den Medien in den Vordergrund zu stellen.
    Auch hier gibt er sich pauschal und ist blind genug alle Bereiche die das Soziale betreffen auszuklammern.
    Zu diesem sozialen Bereich gehören nach meinem wohl weiter gefassten Verständnis auch alle Artikel und Beiträge - ob in Wort oder im Bild - die sich mit (häuslicher) Gewalt, Familientragödien oder dem Thema Alleinerziehende befassen.
    Hier dominiert eindeutig die feministische Wortkultur und die überzähligen Beiträge werden von Frauen zumindest redaktionell federführend vorgegeben, zumeist auch selbst verfasst.

    Alle diese Ausführungen von Gesterkamp, grünen Männermanifestlern, Kirchenmännern und Co, lassen die Interpretation zu, dass Väter, die bereits entsorgt wurden, dies auch selbst zu verantworten hätten, weil diese vorgeblichen Dinosaurier dem Pleistozän des Patriarchats entsprungen seien.
    Ihnen gebührt dann auch das Schiksal des Zahlvaters und Bespaßungsonkels von Mutters Gnaden - allein aus dieser Vermutung heraus begründet.

    Dass ein guter Teil der hiervon betroffenen Kinder das eigene trübe Schiksal dann ein Leben lang vor sich herzutragen hat - es scheint keiner dieser Typen irgendwo auf seiner Agenda zu haben.
    Solche Herren sind es dann auch, die letzlich dazu beitragen einen guten Grundgedanken zur Geschlechterdemokratie und somit eine entsprechende Zukunft unserer Kinder zu gefährden.

    Sie wollen Diskussionen anstoßen?
    Dann führen Sie diese bitte auch dort, wo die Betroffenen sind.

    Gesterkamp hat dies im vergangenen Jahr einmal versucht, leider aber war er an seiner Arroganz und an der eigenen Unfähigkeit gescheitert, seine Antennen korrekt auszurichten.
    In diesem Jahr war er leider nicht auf dem Väterkongress in Karlsruhe zugegen, wenngleich er dem dort anwesenden Bundesvorstand des VafK zutreffend attestiert, dass zumindest dieser nichts mit rechtem Gedankengut am Hut hätte.

  4. Horst

    Horst am

    Tja, nachdem die Benachteiligung von Männern (und gerade von Vätern) inzwischen einfach nicht mehr unter der Decke gehalten werden kann, greifen die feministisch orientierten Männer wie Gesterkamp, Lehmann oder Rupp zum letzten Strohhalm, der Diffamierung in Richtung rechts. Abgesehen davon, daß es völliger Unsinn ist, Leute wie Arne Hoffmann oder Prof. Amendt rechtes Gedankengut zu unterstellen, würde man sich dieselbe Energie wünschen, wenn es um Linksradikalismus geht. In der autonomen Frauenhausszene würde man dann nämlich ebenso fündig werden, wie bei einer Frau Heiliger, die auch noch staatliche Zuschüsse für ihren Männerhaß bekommt.
    Die Taktik des Diffamierens wird nicht fruchten, ebenso nicht die Installation des “Bundesforums Männer”, wo ebenfalls ausschließlich feminismusfreundliches Personal zu finden ist. 
    Liebe Leute von “detektor.fm”, wie wäre es denn mal mit einem kleinen Streitgespräch z.B. zwischen Prof. Amendt und Herrn Gesterkamp? Dann könnte sich der Hörer eine eigene Meinung bilden, wer die besseren Argumente hat.

  5. Strid

    Strid am

    Huch, seit wann haben Rechte denn etwas dagegen als rechts bezeichnet zu werden? Dass männerbewegte Intellektuelle wie Arne Hoffmann die libertäre Schiene (Lichtschlag etc.) fahren bzw. mit der Neuen Rechten um Kubitschek verbandelt sind, ist doch kein Geheimnis.

    Dass die unangenehmen Wahrheiten, auf die Gesterkamp zu sprechen kommt, nicht jedem gefallen, war zu erwarten. Umso erfreulicher, dass rechte Intellektuelle den Diskurs nicht mehr allein bestimmen können und Gegenwind bekommen, z.B. - ganz gut gelungen - von den Grünen mit ihrem “Männer-Manifest”

    Hollsteins Versuch einer Antwort ist ja ganz putzig. Belege für seine Behauptung, dass Gesterkamp “verunglimpf[e], denunzier[e] und halbwahrheite[]”, bleibt er natürlich schuldig.

  6. Eric Untermann

    Eric Untermann am

    Gesterkamp interessiert sich nicht für die Probleme von Männern, ebensowenig wie Kulke. Es geht nur ums diskreditieren, eine billige Finte ohne Substanz, nur dazu da um Gesprächspartner aus Politik und Medien von engagierten Männern fernzuhalten. Das wird misslingen. Diese “Expertise” hat nur minimales Echo ausgelöst und die Reaktionen waren mehrheitlich negativ - kein Wunder.

    Es hat überhaupt keine Rolle zu spielen, ob Männerrechtler rechts, links, oben, unten, vorne oder hinten sind. Sie haben ungeachtet irgend einer politischen, religiösen, sexuellen oder sonstigen Orientierung den grundgesetzlich gewährten Anspruch auf eine echte Gleichberechtigung.

    Aber was scheren einen Gesterkamp schon Grundrechte oder gar fundierte Argumente? Zuviel verlangt von einem Journalisten, der nur noch Dank seiner TAZ-Clique und Parteinähe eine Ecke in entsprechenden Blättchen bekommt. Auch das ist noch zuviel - er gehört im hohen Bogen hinausgetreten, denn er verharmlost durch seine Positionierung wirklichen Rechtsradikalismus und wird damit selbst zum rechten Brandstifter.

  7. Eviathan

    Eviathan am

    Der feministische Umgang mit Kritikern oder unbequemen Personen ist doch hinlänglich bekannt:

    Esther Vilar (Jüdin): Eine Faschistin.
    Günter Amendt (Jude): Ein Rechter.
    Bettina Rheims (Jüdin): Eine KZ-Aufseherin.
    Eva Herman: Eine Naziverherrlicherin.
    ...

    Irgendwie sind immer die Feministinnen die Juden und die Kritiker des Feminismus bzw. “Unangepasste” sind die Nazis.

    Unter uns gesagt: Seriöse Akademiker würden m.E. etwa Gesterkamp nicht mal das Klo putzen lassen, sorry.

    Aber der Mann lebt offenbar davon, sich als seriöser Akademiker auszugeben. Lästig. Einfach nur lästig.

  8. Bettina Wagner

    Bettina Wagner am

    Liebe(r) Strid,

    Sie haben Recht: Rechte haben überhaupt nichts dagegen, als Rechte bezeichnet zu werden. Linke wie Arne Hoffmann offenbar sehr wohl. In seinem Blog “Hinter seinem Schreibtisch” und durch seine Mitarbeit bei linken Medien wie der Zeitschrift „Die Brücke. Forum für antirassistische Politik und Kultur“ zeigt sich seit Jahren kontinuierlich, wo er politisch steht. Vielleicht sollte man sich besser mal informieren, bevor man andere Leute denunziert?

    Hoffmann zitiert in seinem Blog übrigens die Gleichstellungsbeauftragte Monika Dittmer, die wie Hoffmann Mitglied bei AGENS ist und Gesterkamp zu Recht vorwirft, dass er sich mit derlei Praktiken als nicht diskursfähig erweist. Und Hoffmann zitiert darüber hinaus Dr. Matthias Stiehler vom Vorstand des Dresdner Instituts für Erwachsenenbildung und Gesundheitswissenschaft, der Leuten wie Ihnen und Gesterkamp ins Stammbuch schreibt:

    “Der Preis ist ein linker Konservativismus, der sich zum Beispiel dadurch zu rechtfertigen versucht, dass Männer und Frauen, die für Männerrechte eintreten, gleich als rechtslastig pauschalisiert werden. Dabei wird die Grenze zwischen rechts und rechtsextrem in einer unlängst erschienenen Schrift der Friedrich-Ebert-Stiftung gefährlich verschwommen dargestellt. (...) Wichtiger ist, dass zumindest die institutionalisierte Linke und hier insbesondere die Parteien (SPD, Grüne, Linke) den Diskurs zur Geschlechtergerechtigkeit ideologisieren und sich damit einer immer wieder neu zu führenden, offenen Diskussion verweigern. Das ist weniger ein Sieg der Rechten als mehr eine Niederlage der Linken. Um auch hier wieder ein Beispiel aus der mir vertrauten Männergesundheitsdebatte zu nennen: Während sich das SPD geführte Bundesgesundheitsministerium über sieben Jahre hinweg standhaft weigerte, einen Männergesundheitsbericht in Auftrag zu geben und dabei die Argumente noch vor eineinhalb Jahren völlig drehte, nur um bei seiner Ablehnung bleiben zu können, wird nun unter FDP-Führung ein Männergesundheitsbericht erstellt. Es gab all die Jahre keine Sachgründe, den Männergesundheitsbericht zu verweigern. Es war allein einer festgefahrenen Geschlechterideologie einer SPD-Ministerin geschuldet. - Ich gebe zu, dass mir das, da ich mich als Linken verstehe, keinen Spaß macht.”

    http://arnehoffmann.blogspot.com/2010/04/geschlechtergerechtigkeit-die-linken.html

    Hoffmann stimmt Stiehler zu und schreibt im selben Blogeintrag: “Beharrlich versucht die dogmatische Linke mit geballter Macht, etliche liberale Linke (wie mich) und zahllose Ex-Linke, die an einer vernünftigen Geschlechterpolitik interessiert sind, ins konservative Lager rüberzutreiben.” Tja, sorry, da ist ihr kleiner anonymer Diffamierungsversuch leider missglückt.

    Machen wir uns nichts vor: Mit all diesen Unterstellungen geht es doch um nichts anderes als darum, Kritikern der herrschenden Ideologie so effektiv wie möglich zum Schweigen zu bringen. Bauzen und andere Errungenschaften der DDR gibt es offenbar sehr zum Unglück bestimmter Diffamierer nicht mehr, aber vielleicht kann man wenigstens den Ruf der Oppositionellen zerstören und sie so dem sozialen Tod überantworten. Der Vorwurf des Rechtsextremismus ist dabei, wie Hoffmann unlängst in einem Artikel in der Freien Welt argumentierte, austauschbar. Genausogut hätte die Keule “Pädophilie” oder “Islamismus” lauten können. Hauptsache, den Leuten, die sich erdreisten, die herrschende Ideologie zu kritisieren, wird mit einer möglichst großen Keule eins übergebraten und so das Maul gestopft. Es ist widerlich. Einfach nur widerlich.

    Ach ja - was Ihre Behauptung angeht, der Nachweis, Gesterkamps “Expertise” habe mit Wissenschaft wenig zu tun, werde unzureichend geführt: Versuchen Sie einmal an irgendeinem Proseminar irgendeiner Universität dieselbe Nummer abzuziehen und eine Arbeit abzugeben, in der selbst wörtliche Zitate nicht durch Quellenangaben belegt sind, etliche andere gewagte Behauptungen ebensowenig. Ihr Professor dürfte Sie befremdet fragen, ob Sie wirklich glauben, an einer Hochschule richtig aufgehoben zu sein. Man muss kein Professor für Soziologie wie Walter Hollstein sein, um Gesterkamps Schmähschrift als das zu erkennen, was sie ist. Um so aufschlussreicher ist, wer sie trotzdem verwendet, um den politischen Gegner mundtot zu machen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Betina Wagner
    (übrigens nur ein Pseudonym, weil ich andernfalls offenbar damit rechnen muss, demnächst selbst als Rechtsextreme verunglimpft zu werden, nur weil ich finde, dass man den Feminismus durchaus kritisieren und nach vier Jahrzehnten komplett einseitiger Geschlechterpolitik auch mal engagiert für Männerrechte eintreten darf)

  9. Vadder

    Vadder am

    Was ich mich frage ist, warum eine Stiftung, die öffentliche Gelder erhält dazu kommt derartige Hetzkampnagen zu starten.
    Da ist was oberfaul im Staat.
    Und da heisst es immer, man könne keine Steuersenkung durchführen.
    Ich wüsste da schon Möglichkeiten.

  10. Alex

    Alex am

    Meiner Meinung nach wird es aufgrund der Wirtschaftskrise, die jetzt erst richtig beginnt, bald vorbei sein mit dem ganzen Feminismus- und Genderquatsch.

    Dann werden wieder Männer UND Frauen gebraucht, die anpacken und etwas leisten. Das Frauen das auch können bezweifel ich nicht im Geringsten, das hat der Zweite Weltkrieg und die Zeit der Trümmerfrauen gezeigt.

    Aber Frauenbeauftragte, Feministinnen, Sozialpädagoginnen und ähnliches Gedöns wird dann niemand mehr mit duruchfüttern können.

    Das gilt aber genauso für die meist männlichen Finanz"experten” und Bankster.

    Für mich unproduktive…naja Parasiten ist schon das richtige Wort. Leben von anderer Leute Arbeit in ihren Elfenbeintürmen. Aber damit wird bald schluss sein…den Wohlfahrts und Sozialstaat werden wir uns in Zukunft nicht mehr leisten können. Pech für die, die nichts anständiges gelernt haben, aber gut für die, die wirklich etwas auf der Pfanne haben, egal ob Männer oder Frauen.

  11. Marcus Engert

    Marcus Engert am

    Liebe Hörerinnen und Hörer,

    haben Sie alle herzlichen Dank für Ihre umfangreichen Kommentare. Wir freuen uns sehr über Diskussion und Debatten. Gern möchten wir Ihnen auf einige Punkte antworten:

    Dass dieses Thema so kontroverse Reaktionen hervorruft zeigt uns, dass dieser Diskurs noch lange nicht abgeschlossen ist. Es ist nötig, ihn immer wieder aufzugreifen und fortzuführen. So begreifen wir auch dieses Thema hier: eine respektable, große, politische Stiftung unseres Landes hat eine Arbeit in Auftrag gegeben – den Veröffentlichungstermin haben wir zum Anlass genommen, einen Ausschnitt (!) dieses Diskurses festzuhalten und zu besprechen.

    Medien können aber unmöglich stest das große Ganze zeigen – es würde den Rahmen schlicht sprengen. Wir alle sind daher gut beraten, einzelne Veröffentlichung nicht als Stein der Weisen zu begreifen, sondern uns einem Medienpluralismus hinzugeben. Auch unser Artikel hier ist bei Weitem nicht der Weisheit letzter Schluss. Er fängt lediglich eine Position ein. Daraus ist aber bitte keinerlei Positionierung oder aktives Eingreifen unserer Redaktion abzuleiten.

    Gestatten Sie mir im folg. einige speziellere Anmerkungen:

    -  Zu dem geäußerten Unverständnis über den Begriff “Expertise”: unser Fremdwörterbuch hier verzeichnet “Expertise” schlicht mit “Gutachten”, nicht “wissenschaftliches Gutachten”. Natürlich, Gesterkamps Expertise ist mit 28 Seiten nicht sehr lang, und sie mag auch die von Hollstein kritisierten und andere Lücken haben. Herr Gesterkamp jedoch ist Journalist und hat – zumindest was diese Ausarbeitung betrifft - in journalistischer Weise Positionen zusammen getragen. Was den Rest seiner Publikationen betrifft: die stehen hier nicht zur Diskussion. Insofern möchte ich unterstreichen, dass wir hier keinerlei Aussagen über Herrn Gesterkamps Arbeit als Ganze treffen

    -  Die Vorwürfe an unseren diensthabenden Redakteur Herrn Kulke möchten wir deutlich zurückweisen. Sie sind schlicht unangebracht. Die Rolle des Redakteurs beschränkt sich auf das Veröffentlichung nach bestimmten handwerklichen Regeln. Einen wertenden Teil enthält der Artikel nicht. Hierfür hätten wir dann eine andere, kommentierende Form gewählt. Bitte vermengen Sie daher nicht das Publizieren von bestimmten Interviews mit dem Anschluss an eine bestimmte Position. detektor.fm pflegt absolute Neutralität als eine unserer Hauptleitlinien. Genaueres hierzu können Sie unserem Redaktionskodex entnehmen:  http://detektor.fm/idee/

    -  Haltbar ist wohl die These, dass Herr Gesterkamp sich mit der Wahl des Titels seiner Expertise keinen Gefallen getan hat. Dieser harte Titel wird ja auch angesprochen im Interview. Wenn es um eine Überblicksdarstellung über Strömungen geht, wäre u.U. ein anderer Titel passender. Auch dies aber liegt im Ermessen des Autors.

    -  Ich gebe außerdem zu bedenken, dass Gesterkamp selbst im Interview die Richtung der SPD (trotz Ebert-Stiftung) und auch das Grüne Manifest als zu wenig selbstbewusst kritisiert. Es ist also keineswegs so, dass reines Männer-Dissen betrieben wird.

    -  Deutliches Unbehagen verspüre ich bei der Leichtigkeit, mit der hier der Begriff des „Rechtsextremismus“ verwendet wird. Wir verstehen darunter etwas anderes, als „Rechts“. Rechte oder Konservative politische Positionen gehören zum demokratischen Meinungsbildungsprozess. Gesterkamps These, so wie er sie im Interview äußert, lautet wörtlich: „Es gibt eine Grauzone zum rechten Milieu: ich sage nicht, dass sind alles Rechtsextreme oder Rechtsradikale.“. Ich habe Zweifel, dass Sie sich einen Gefallen tun, wenn Sie dies verkürzen, übertreiben oder voreilig abstempeln. Im übrigen darf ich in aller Kürze auf „Godwins Law“ verweisen, wonach in Diskussionen irgendwann der Nazi-vergleich fällt, die Diskussion dadurch zu einem verfrühten Ende kommt – und im übrigen der Aufsteller des Vergleichs dabei auch verliert.
    Wer so voreilig mit Vergleichen zum Nationalsozialismus daher kommt, verwässert die unfassbaren Verbrechen, die dort verübt worden, in unzulässiger Weise.

    -  Die Anregung eines Streitgespräches zwischen Prof. Amendt und Herrn Gesterkamp finden wir spannend und werden sie sofort prüfen.

  12. Marcus Engert

    Marcus Engert am

    Die Debatte liegt bei Ihnen, liebe Hörer, so, wie sie schon geführt wird. Wir möchten Sie bitten und ermutigen, das weiter zu tun. Aber bitte: bleiben Sie sachlich und fair. Einen Kommentar mussten wir bereits löschen – folg. Äußerungen finden wir mind. Grenzwertig und bitten die Autoren, sie in Zukunft zu unterlassen:

    - „sondern einfach nur auf widerliche Weise Menschen mit anderer Meinung das Maul stopfen soll, indem diese als rechtsextrem verunglimpft werden. Hier tut sich also die spannende Frage auf: Wieso beteiligen sich auch Martin Kulke und detektor.fm an der von Prof. Hollstein angeprangerten Verniedlichung des Rechtsextremismus, nur damit Leute, die sich ausnahmsweise mal für Männer statt immer und ausschließlich für Frauen engagieren, das Maul gestopft wird? Was hier geschieht, ein enthüllt ein mangelndes Demokratieverständnis, das an die beiden unseligsten Perioden der deutschen Geschichte erinnert.“
    UND:
    „Was hier geschieht, ein enthüllt ein mangelndes Demokratieverständnis, das an die beiden unseligsten Perioden der deutschen Geschichte erinnert.“

    —>detektor.fm ist nicht die Plattform für unzulässige, verharmlosende Vergleiche mit dem Dritten Reich. Wir beteiligen uns in keinster Weise an der Verharmlosung des Rechtsextremismus – im Gegenteil: ich lade Sie herzlich ein, die 8 Beiträge enmal anzuhören, die beim Eingeben des Suchwortes „Rechtsextremismus“ in unsere Suchmaske als Ergebnis angezeigt werden

    -  „Banalfeminist“ und „Hetzschrift“ sind absolut unnötige Angriffe

    -  „Gesterkamp interessiert sich nicht für die Probleme von Männern, ebensowenig wie Kulke. Es geht nur ums diskreditieren (…)“
    —> Unser Redakteur hat nirgends Partei ergriffen. Gleich gar nicht geht es unserer Redaktion „nur ums diskreditieren“

    -  Der Eintrag von „Eviathan“ ist hart an der Grenze zur Zulässigkeit: faire und ausgewogene Darstellung können wir hier eigentlich nicht mehr erkennen.

    -  „Für mich unproduktive…naja Parasiten ist schon das richtige Wort. Leben von anderer Leute Arbeit in ihren Elfenbeintürmen. Aber damit wird bald schluss sein“
    —> detektor.fm ist nicht der Ort für biologistische, abwertende oder drohende Äußerungen, die eine Ungleichheit zwischen den Menschen behaupten. Dies entstammt dem ideologischen Steinbruch des modernen Rechtsextremismus. Rassismus jedweder Form wird hier nicht geduldet.


    Bitte begreifen Sie dies als gelbe Karte im Sinne einer produktiven und fairen Diskussionskultur. Vielen Dank!

  13. Bettina Wagner

    Bettina Wagner am

    Lieber Herr Engert,

    Sie schreiben

    > Im übrigen darf ich in aller Kürze auf „Godwins Law“ verweisen, wonach in Diskussionen irgendwann der Nazi-vergleich fällt, die Diskussion dadurch zu einem verfrühten Ende kommt – und im übrigen der Aufsteller des Vergleichs dabei auch verliert.

    LOL, sehr witzig. Das sah man ja am deutlichsten, als Alice Schwarzer in der Debatte mit Eva Herman den Nazivergleich anwandte (“Wir müssen doch heute dem Führer kein Kind mehr schenken”) und Thea Dorn kurz darauf noch eins drauf setzte. Obwohl Eva Herman zuletzt juristisch auf ganzer Linie siegte, war sie es, die von den Medien fertg gemacht wurde, und nicht Alice Schwarzer oder Thea Dorn. Also lassen Sie Ihr “Godwin’s Law” mal stecken: Der Aufsteller des Vergleichs verliert oft genug gerade nicht. Insbesondere Leute, die man ausgrenzen möchte, kann man mit dem Nazivergleich immer fertig machen, und darum scheint es manchen Gegnern der neuen Männerrechtsbewegung ja auch zu gehen.

    Sie schreiben des weiteren:

    > Deutliches Unbehagen verspüre ich bei der Leichtigkeit, mit der hier der Begriff des „Rechtsextremismus“ verwendet wird. Wir verstehen darunter etwas anderes, als „Rechts“. Rechte oder Konservative politische Positionen gehören zum demokratischen Meinungsbildungsprozess.

    Das ist auch meine Auffassung, aber gerade Thomas Gesterkamp scheint das nicht so zu sehen. Das leichtfertige Umgehen mit dem Begriff des Rechtsextremismus ging ja von Gesterkamp selbst aus. So spricht dieser in seiner Schmähschrift gegen die Männerrechtsbewegung etwa vom “fanatischen Antifeministen Arne Hoffmann, der bei seinen Verlinkungen keine Berührungsängste zu rechtsextremen Seiten hat”. Wobei bei dieser unfassbaren Unterstellung nicht nur jeder Beleg fehlt, sondern auch jegliche Definition, was mit “rechtsextrem” überhaupt gemeint ist. (Hoffmann verlinkt in seinem Blog Genderama etliche Artikel über die Geschlechterdebatte von linken Blättern wie der “taz”, der “jungen welt” und dem “Neuen Deutschland” bis zu rechtskonservativen Zeitungen wie der “Weltwoche” und der “Jungen Freiheit”. Eine Verlinkung zu rechtsextremen Seiten wird man dort nicht finden: http://genderama.blogspot.com/)

    Ausgerechnet einen wie Gesterkamp damit verteidigen zu wollen, man solle den Begriff “Rechtsextremismus” nicht leichtfertig verwenden, ist somit schon ein arger Missgriff. Man könnte aus seiner Schrift übrigens eine ganze Reihe ähnlich perfider Beispiele wählen, mit denen demokratische Bürgerrechtler ins Zwielicht gerückt werden. Ich erspare mir das Nennen und Aufschlüsseln dieser Beispiele nur, weil die Debatte sonst ausufern würde. Darf ich solche Praktiken widerwärtig finden?

    Das Gesterkamp zum Durchsetzen seiner Position in unsäglicher Weise einen “braunen Pinsel” verwendet, wird im übrigen nicht nur von Profesor Hollstein, Dr. Matthias Stiehler und den verschiedenenen Kommentatoren hier bei detektor.fm so wahrgenommen, sondern auch von Frauen, die sich für Männerrechte einsetzen:
    http://arnehoffmann.blogspot.com/2010/03/thomas-gesterkamps-brauner-pinsel.html

    Nach all dem kann ich die gelbe Karte, die Sie Ihren Hörern geben, nur mit einer roten Karte an Thomas Gesterkamp beantworten.

    Sehr gut finde ich allerdings Ihre Idee, Professor Amendt oder ein anderes Mitglied einer Männerrechtsgruppe wie AGENS oder MANNdat zu Wort kommen zu lassen, die nicht bereits durch Parteien oder ähnliches institutionalisiert ist und entsprechend finanziert wird, sondern die aus reinem Idealismus für die Rechte auch der männlichen Hälfte der Bevölkerung eintritt. (Thomas Gesterkamp gegen Monika Dittmer wäre vielleicht noch spannender: Der Mann, der Kritik am Feminismus als “Hetze” bezeichnet, gegen eine Gleichstellungsbeauftragte, die feminismuskritisch auch für die Anliegen von Männern kämpft – das würde doch mal herrlich sämtlichen Geschlechterklischees zuwiderlaufen!)

    Bettina Wagner (immer noch ein Pseudonym, immer noch aus denselben Gründen)

  14. Marcus Engert

    Marcus Engert am

    Liebe Bettina Wagner,

    bitte, verstehen Sie mich nicht falsch: unseren Hörern würden wir niemals irgendwelche Karten geben. Aber wir müssen, schon aus Selbstschutz, die Diskussionskultur lenken und nötigenfalls kontrollieren. Auch in Ihrem Sinne: nur so können wir sicherstellen, dass hier auch weiterhin, ob unter Pseudonym oder nicht, diskutiert wird und werden kann.

    Ich, und das sage ich jetzt persönlich, finde jeden voreiligen NS-Vergleich unangebracht. Egal, von welcher Seite er kommt. Die Arbeit von Hr. Gesterkamp ist mir nicht umfassend genug bekannt, um darüber urteilen zu können. Sie scheinen Ihr Urteil auf umfassenderes Wissen zu stützen, und das ist ihr Recht - wie überhaupt die Ablehnung jedweder publizistischen Arbeit.

    Eines jedoch: ich verteige nicht Herrn Gesterkamp! Ich will es einmal mit Hajo Friedrichs sagen: “„Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache.“ Und wir hier wollen gute Journalisten sein. Was ich also tue ist zu versuchen, die Diskussion davor zu bewahren, in eine (auch juristisch) unzulässige Richtung abzudriften, unproduktiv zu werden, und Ihnen die Rolle eines Redakteurs zu erklären: der eben nicht mit den Themen, die er veröffentlicht, gleichgesetzt werden kann.

    Nun einmal, der Diskussion halber, unterstellt, Ihr Vorwurf trifft zu und Hr. Gesterkamp agiert wie von seinen Gegner kritisiert “mit dem braunen Pinsel”: ist es da nicht gerade falsch, den selben Pinsel zu benutzen

    Fragt und grüßt Sie herzlich
    ME

  15. Eric Untermann

    Eric Untermann am

    Wollen wir die Reihenfolge der Dinge mal klarstellen: _Gesterkamp_ hat damit begonnen, diverse Leute die sich gegen Diskriminierung von Männern auszusprechen in die Nähe und damit in Verbindung mit der braunen Sosse zu rücken. Er tat dies mutwillig, ohne einen einzigen Nachweis, in eindeutig provokanter Absicht.

    DANACH haben sich verschiedene Kommentatoren dagegen verwehrt, weil sie diese Leute und sich selbst eben gerade nicht in der Nähe irgendwelchen braunen Sossen sehen. Godwins Law trifft somit auf Gesterkamp zu, nicht auf die darauffolgende Gegenreaktion. Meinen sie wirklich, es wäre richtig, seine brauen Sosse einfach hinzunehmen? Ich meine: Niemals! Wie ich oben geschrieben habe: Er verharmlost durch seine Positionierung wirklichen Rechtsradikalismus und wird damit selbst zum rechten Brandstifter. Die Beliebigkeit und Massenhaftigkeit, mit der Meinungen Richtung brauner Sosse gerückt werden, hat die fatale Folge, dass nur noch müde abgewunken wird und auch wirklicher Rechtsradikalismus weniger ernst genommen wird.

    Gesterkamps “Expertise” steht komplett online und ist recht überschaubar. Bevor man Informationen darüber weitergibt wäre es als Redakteur vielleicht sinnvoll, sich das Ding mal anzusehen. Unreflektiert derart krude Ansichten weiterzugeben ist natürlich keine eigene Meinungsäusserung, aber die Auswahl und Unreflektiertheit hat etwas von Nachrichten des Reichsfunks aus dem Volksempfänger, um mal sprachlich in Gesterkamps brauner Welt bleiben. Ausgewogene Berichterstattung ist etwas anderes, dazu gehören Sätze der einen und Sätze der anderen Seite sowie Links in beide Richtungen. Andernfalls sollten sie den Text als blosse Pressemeldung kennzeichnen, für cut & paste Beiträge brauchts auch keinen Redakteur, das kann auch der Reaktionspapagei.

    Jedenfalls würde mich ein Streitgespräch zwischen Gesterkamp und Dittmer, der Gleichstellungsbeauftragen von Goslar oder Herrn Prof. Amendt durchaus interessieren. Wäre prima, wenn sie das hinbekommen. Bisher hat sich Gesterkamp allen Reaktionen verweigert, sondern nur in den eigenen Kreisen gesprochen, wenn keine Gegenrede zu erwarten war. Er beantwortet auch keine Fragen dazu. Eine Sammlung von Fragen und offenen Briefen an ihn findet sich hier: http://mannifest.eu/index.php?option=com_content&view=article&id=115:qgeschlechterkampf-von-rechtsq-&catid=1:aktuelles&Itemid=54

    Inzwischen hat er auf der Veranstaltung der FES vorgestern selbst zugegben: Der Aufschrei in Foren sei ein Beleg für eine politische Niederlage, die er den Gruppen wie MANNdat oder AGENS zugefügt habe - sie hätten es nun nicht mehr so leicht, im vorpolitischen Raum Gesprächspartner zu finden. Und darum ging es ihm, nicht darum, eine inhaltliche Analyse anzufertigen.

    Erfreulich ist daran nur, dass Männer- und Väterdiskriminierung mittlerweile von so vielen Leute nicht mehr hingenommen wird, dass nun mangels Gegenargumenten schon braune Sossen ausgegossen werden, um die Reformer zu diffamieren und den schlechten Status quo möglichst zu verlängern. Gesterkamps Problem: Den Mund lässt sich deswegen schon lange keiner mehr verbieten. Gesterkamp fungiert somit unwissentlich als Fieberthermometer eines kranken, angegriffenen Benachteiligungsmechanismus. Kühlblau, rosalauwarm, heissrot, rotbraun, braun - verkohlt.

  16. Strid

    Strid am

    Liebe/r Bettina,
    schauen Sie doch mal S. 20ff. in Gesterkamps Expertise an, wenn Sie nach seinen Quellen suchen. Ich habe Arne Hoffmann im übrigen nicht “diffamiert”, wie Sie schreiben. Wenn er seine Bücher in der Edition Antaios oder beim Lichtschlag-Verlag veröffentlichen lässt, was kein Geheimnis ist, muss er sich nicht wundern, wenn bei ihm eine mangelnde Distanz zur Neuen Rechten festgestellt wird. Hoffmann darf sich gerne als links verstehen und vor seinem Engagement gegen die zunehmende Islam- und Fremdenfeindlichkeit in Deutschland habe großen Respekt, seine publizistischen Vorlieben sprechen jedoch nicht für eine linke politische Positionierung, ganz im Gegenteil.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Strid (Im Übrigen ein Pseudonym, da ich keine Lust habe von den Usern, die sich in den einschlägigen Maskulinisten-Foren tummeln, bedroht und belästigt zu werden, wie es bei verschiedenen mir bekannten feministischen Blogger_innen der Fall ist).

  17. Comment

    Comment am

    Gute Journalisten/Journalistinnen recherchieren, in alle Richtungen, wie z.B. Katrin Hummel.
    Ich halte Katrin Hummel für eine gute Journalistin, weil sie sich nicht allein auf die Darstellungen betroffener Väter verließ, sondern sich um die Darstellungen der Gegenseiten bemühte.
    Oft ist es bei der Recherche aber so, dass eine Seite ihren Beitrag leistet und die andere nicht.
    Muss man sich als guter Journalist dann nicht auch fragen warum dies so ist?
    Gerade im Bereich Familie, nach elterlichen Trennungen, würden gute Journalisten/Journalistinnen auf widersprüchliche Grundverhaltensmuster treffen.
    Väter finden sich dann auch vermehrt in der sogenannten Männerbewegung.
    Dies nur als Hinweis für Journalisten, die bisher eigentlich garnicht wissen worum es hier schwerpunktmäßig geht.
    Worin mag dies begründet sein, wenn Väter ihr Innerstes nach Außen krempeln, während die dazugehörigen Mütter mauern?
    Schutz des Kindes vor öffentlichem Interesse und Zugriff?
    Wirklich?
    Im Namen der Kinder werden hierzulande viele Dinge ungefragt auf der einen Seite zugelassen, auf der anderen Seite untersagt.
    Noch ein Hinweis an die Qualitätsjournalisten, die sich an Hajo Friedrichs messen mögen:
    Artikel 6, Absatz 4, Grundgesetz.

    @Strid
    Was bei Prof. Amendt noch historisch begründet glaubhaft erscheinen mag, nutzt sich irgendwann ab, zumal, wenn dies von der Gegenseite nachgeplappert wird.

    Wären wir betroffene Männer mit dem jetzt noch zusätzlich unterstellten Gewaltpotential behaftet, wir hätten uns zuerst und meist bereits vor langer Zeit an den Müttern unserer Kinder abreagiert.
    Ich versichere Ihnen, dass Sie im gleichen Maße real fündig werden, wie Gesterkamp real Rechte, mindestens Erzkonservative Männer, in den Kreisguppen des VafK oder bei MannDat gefunden hat - nämlich garnicht.
    Insoweit trifft die zuvor getätigte Aussage zu, dass es hier um nicht mehr als Diffamierungen geht.

    Für mich hat sich hiermit auch die Diskussion mit Ihnen als oder Gesterkamp auf diesem unterirdischen Niveau erledigt und ich verbleibe in der Hoffnung, dass sich hier noch normale Menschen für eine angeregte und notwendige Diskussion einfinden.
    Nach einer entsprechenden öffentlichen Bitte um Entschuldigung bin ich bereit die Tür wieder zu öffnen, ansonsten ist es mir jetzt wirklich zuviel, als Rechter und mindestens potentieller Gewalttäter abgestempelt zu sein.
    Sie und Ihresgleichen sollten sich in Grund und Boden schämen.

    Und nun Herr Engert?
    Den letzten Beitrag von Strid löschen oder meinen, oder beide oder keinen?
    Diffamierungen auf der einen Seite zulassen und die Wortwahl auf der anderen Seite verurteilen?
    Wägen Sie ab und handeln Sie, Sie haben hier das Hausrecht!

  18. Bettina Wagner

    Bettina Wagner am

    @ Eric Untermann:
    Sie schreiben zu Thomas Gesterkamp: “Inzwischen hat er auf der Veranstaltung der FES vorgestern selbst zugegben: Der Aufschrei in Foren sei ein Beleg für eine politische Niederlage, die er den Gruppen wie MANNdat oder AGENS zugefügt habe - sie hätten es nun nicht mehr so leicht, im vorpolitischen Raum Gesprächspartner zu finden. Und darum ging es ihm, nicht darum, eine inhaltliche Analyse anzufertigen.”

    Herzlichen Dank, dass Sie meine Vermutung bestätigen, dies sei das Ziel von Gesterkamps Schrift gewesen. Dieselbe Linke, die, als sie noch in der Opposition war, einen “herrschaftsfreien Diskurs” gefordert hat, tut jetzt, da sie in der Machtposition ist, vieles, um solch einen Diskurs zu unterbinden. Gesterkamp wurde hier von detektor.fm als “Kämpfer für das männliche Geschlecht” vorgestellt, freut sich aber Ihrer Darstellung nach wie Bolle, wenn die zahllosen Männer in den Internetforen empört und angewidert über seine Versuche sind, die Anliegen dieser Männer ins Zwielicht zu rücken. Wie passt das zusammen?

    Dabei scheint mir der Verweis auf die “Junge Freiheit” der letzte Verzweiflungsschrei zu sein, wenn Leuten in der Auseinandersetzung mit dem politischen Gegner auf Sachebene die Argumente ausgehen. “Aber er hat der Jungen Freiheit ein Interview gegeben!” ist längst zu einem Signal für Hilflosigkeit geworden. Aktuell berichtet Mathias Brodkorb auf “Endstation Rechts”, wie der Ex-Grünen Politiker Oswald Metzger im Interview mit der JF das Existenzrecht der “demokratischen Rechten” verteidigt:
    http://www.endstation-rechts.de/index.php?option=com_k2&view=item&id=4861:ex-grünen-

    Auch Mathias Brodkorb hat sich wiederholt dafür ausgesprochen, zwischen Rechtsradikalen wie etwa der NPD und der demokratischen Rechten wie der JF zu differenzieren. Sind die also alle rechtsradikal: Der ehemalige Grüne Oswald Metzger? Matthias Brodkorb, der Redaktionsleiter von “Endstation Rechts”? Arne Hoffmann, der seit Jahren engagiert gegen Fremdenfeindlichkeit anschreibt? Das ist genau das, was Walter Hollstein mit der “Verniedlichung des Rechtsextremismus” meint: Wenn wir Hinz und Kunz zum Rechtsradikalen ernennen, verliert dieser Vorwurf seine Kraft.

    Ähnlich argumentiert auch der aktuelle MANNdat-Newsletter, wo es treffend heißt:
    “Der gute Herr Gesterkamp, der offensichtlich unter einer ausgeprägten Rechts-links-Sehschwäche leidet, übersieht dabei nur ein wesentliches Detail: Je mehr Leute als ‘rechtsradikal’ bezeichnet werden, die es nachweislich nicht sind, umso mehr senkt man die Hemmschwelle für die tatsächlich Radikalen. Früher oder später nimmt niemand mehr diesen Vorwurf ernst, was zwar der Demokratie schadet, den Rechtsradikalen aber nutzt.”

    Bei der Nordrhein-Westfalen-Wahl sind 40 Prozent der Wahlberechtigten nicht zur Wahl gegangen, weil sie sich von der herrschenden Politik nicht mehr repräsentiert fühlen. Teil dieser Politik ist, dass parteiübergreifend jede Partei eine Frauenbeauftragte hat, aber keinen Männerbeauftragten, dass es ein Ministerium für Frauen gibt, aber keines für Männer undsoweiter undsofort. Jungen bringen sich zwölfmal häufiger um als Mädchen - warum das so ist, interessiert in der hohen Politik offenbar keine Socke. Geschätzte 90 Prozent der Obdachlosen sind männlich – warum das so ist, wird nicht erforscht. Was gäbe es für ein Geschrei, wenn in beiden Fällen Mädchen und Frauen die Hauptbetroffenen wären! Bürgerrechtlern, die die skizzierte Situation ändern wollen, mit durchschaubaren Diffamierungen weiterhin aus der Debatte ausgrenzen zu wollen, wird auf Dauer nicht gutgehen. Das kippt spätestens dann, wenn für jeden sichtbar geworden ist, wie stark die männliche Jugendarbeitslosigkeit inzwischen die weibliche übersteigt.

    Insofern habe ich auch wenig Sorge, dasss Gesterkamp mit seiner Schmähschrift MANNdat und AGENS aus dem vorpolitischen Raum gedrängt haben könnte. Welcher Name fällt Ihnen ein, wenn Sie an die Bürgerrechtsbewegung der Schwarzen in den USA denken? Beispielsweise Martin Luther King. Wie hießen denn die Leute, die Martin Luther King als Radikalen und Kriminellen verteufelten? Das weiß heute kein Mensch mehr. So dürfte es zuletzt auch Thomas Gesterkamp gehen.

    Von einem “alternativen Internetradio” allerdings erwarte ich, dass es sich nicht nur zum Sprachrohr der ohnehin im Bundestag vertretenen Parteien SPD und Grüne macht, sondern tatsächlich alternative Gruppen wie MANNdat und AGENS zu Wort kommen lässt. Es reicht nicht aus, einerseits hervorragende alternative Musik wie meinethalben The Shins zu spielen, aber andererseits im politischen Bereich nur dem Mainstream und dem Establishment eine Plattform zu bieten! Insofern freue ich mich auf Interviews oder Streitgespräche mit so reizvollen Querdenkern wie Gerhard Amendt oder Monika Dittmer.

    Bettina Wagner

  19. DSx

    DSx am

    Gesterkamp ist ein Verleumder und hat in dieser “Expertise”, die weit von der Qualität eines jeden Gutachtens entfernt ist, gezielt jegliche journalistische Regeln ignoriert hat. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. In diesem Interview tritt er schon weit gemäßigter auf und versucht sich morderat zu geben, aber natürlich hat er in dieser Schrift Behauptungen auf gestellt, die man schon als üble Nachrede bezeichnen muss.

  20. Jürgen

    Jürgen am

    Sehr geehrter Herr Kulke,

    Wäre es nicht sinnvoll gewesen, auch einmal jene Vertreter der Männerbewegung zu Wort kommen zu lassen, die die Ansichten von Gesterkamp und Lehmann nicht teilen bzw. verunglimpft werden? Das hätte doch eigentlich die Fairness erfordert.

  21. Horst

    Horst am

    Es ist ja nicht das erste Mal, daß Gesterkamp Männerrechtler in der rechten Ecke sieht. Bereits vor Veröffentlichung seiner ominösen “Expertise” veröffentlichte er mehrere Artikel in der TAZ, mit ähnlichen Äußerungen, und erntete ebenso große Kritik wie hier.
    Betrachten wir die Sache mal rational, und fragen uns, in welcher Partei denn Männerrechte beachtet werden. Die Union ist gegen die Abschaffung der Wehrpflicht und gegen Verbesserungen beim Umgangsrecht nichtehelicher Väter. Die SPD setzt noch einen drauf und beschloss: “Wer die menschliche Gesellschaft will, muß die männliche überwinden.” Auch hier ist´s Essig mit der Abschaffung der Wehrpflicht. Dafür ist die SPD für “positive” Diskriminierung von Männern, zugunsten von Frauen., und hat in Regierungsverantwortung jahrelang einen Männergesundheitsbericht abgelehnt, während ein Frauengesundheitsbereit längst existierte. Die Grünen sind zwar gegen die Wehrpflicht, aber ebenso für “positive Männerdiskriminierung”, und will unverheirateten Vätern das Sorgerecht nur gewähren, wenn Unterhalt gezahlt wird, und Gewaltvorwürfe geprüft werden (für Mütter sollen diese Auflagen übrigens nicht gelten)
    Bei der FDP und der Linkspartei sieht´s ebenfalls kaum besser aus.
    Wo sind also die Parteien des linken Spektrums, deren ureigenste Aufgabe es eigentlich wäre, einer größer werdenden Bürgerrechtsbewegung eine Plattform zu bieten? Davon ist absolut nichts zu erkennen, im Gegenteil, Männerrechtler werden massiv ausgegrenzt oder ausgelacht, ihre Anliegen ignoriert oder abgelehnt. Und dann wundert man sich, wenn EINIGE WENIGE! Männerrechtler rechte Sprüche klopfen?

  22. Th. G.

    Th. G. am

    Lieber Herr Kulke und Herr Engert,

    zunächst muss ich ehrlicherweise gestehen:

    Ich bin blond und blauäugig!

    Allerdings hoffe ich, dass daraus nicht gleich falsche Schlüsse gezogen werden.

    Auch ich möchte die Redaktion in ihrem Bestreben nach einem Streitgespräch bzw. einer Gegendarstellung bekräftigen und Schliesse mich der Bitte der anderen ebenfalls an.

    Das Problem des Herrn Gesterkamp - interessanterweise haben wir die identischen Initialen - ist meines Erachtens, dass er es einfach schwer erträgt, wenn Kritik am Feminismus laut wird.

    Dies äussert er in seinem Interview ja selbst.

    Andererseits hat er mit Veröffentlichung seiner Expertise ja explizit eine kontroverse Diskussion angeboten. Kontrovers diskutieren kann man nun allerdings ja nicht im Kreis ausschliesslich Gleichgesinnter.

    Einem Streitgespräch kann und darf er sich daher eigentlich gar nicht entziehen. Also da muss was passieren.

    Da in seiner Expertise auch MANNdat im Kreis der Verdächtigen aufgeführt wurde, sei folgender kleiner Einwand gestattet.

    Welche “rechte” Organisation würde sich denn explizit für die Integration von männl. Migranten einsetzen?

    siehe hierzu

    http://www.manndat.de/index.php?id=169

    sowie aktuell

    http://manndat.abplesk01.de/index.php?id=587

    Also ich versteh’s nicht und hier ist meines Erachtens wirklich einiger Klärungsbedarf.

    Kleiner Tip, da man ja nicht weiss, ob und mit wem ein weiteres Gespräch zustande kommt. Unter Eugen Maus findet man auf youtube zwei interessante Ausschnitte aus einer Sendung, an der er teilgenommen hat.

    Möge sich jeder selbst einen Eindruck machen.

 

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