Valium für Delfine – Tierschützer kritisieren Haltungsbedingungen in Delfinarien

26.07.2012

In Nürnberg und Duisburg gibt es die letzten Delfinarien Deutschlands. Münster schließt Ende der Saison. Tierschützer erheben jetzt schwere Vorwürfe gegen den Tiergarten Nürnberg: dort werden den Tiere angeblich Psychopharmaka verabreicht.

Sieht ganz munter aus: Delfin im Delfinarium des Nürnberger Tiergarten. / Foto: Timm Schamberger, dapd

(rechts) zusammen mit dem ehemaligen Flipper-Trainer und Tierschutzaktivisten Ric O´BarryJürgen Ortmüller(rechts) zusammen mit dem ehemaligen Flipper-Trainer und Tierschutzaktivisten Ric O´Barry 

Werden die Delfine im Tiergarten Nürnberg mit Medikamenten ruhiggestellt? Tierschützer vom Wal- und Delfinschutzforum haben Unterlagen ausgewertet, aus denen hervorgeht, dass alle sieben Delfine aus dem Tiergarten Nürnberg über längere Zeit ein hochdosiertes Psychopharmakon bekommen haben sollen. Eines der Tiere war tragend.

Diazepam wird eigentlich gegen Angstzustände,  epileptische Anfälle und als Schlafmittel verabreicht. Bekannt ist es vor allem als Valium und kann stark abhängig machen. Darum ist es für eine Langzeittherapie nicht geeignet.

Der Zoodirektor des Nürnberger Tiergarten verteidigt sich: Es handle sich nur um geringe Dosen, die für die Tiere appetitanregend wirken sollen. Außerdem zweifelt er die Auswertung der Tierschützer an. Die Tierschützer vom Wal- und Delfinschutzforum wollen nun die Staatsanwaltschaft einschalten.

Jürgen Ortmüller ist der Gründer und Geschäftsführer des Wal- und Delfinschutzforums und hat mit uns über die Anschuldigungen gegenüber des Tiergarten Nürnberg gesprochen.