Das bedingungslose Grundeinkommen – Götz Werner vs. Gerd Habermann

01.02.2010

Einer der prominentesten Befürworter des bedingungslosen Grundeinkommens ist der Unternehmer Götz Werner. Einer der schärfsten Kritiker ist Gerd Habermann. Beide sind bei uns im Interview.

Götz WernerStreiter fürs Grundeinkommen. Foto: dm - drogerie markt 

Nach Ansicht von Götz Werner würde das bedingungslose Grundeinkommen die Gesellschaft positiv verändern. Die Idee: Jeder würde einen bestimmten Betrag, der zum Leben notwendig ist, erhalten und könnte selbst entscheiden, was er machen will. Der Unternehmer Götz Werner ist einer der prominentesten Fürsprecher des bedingungslosen Grundeinkommens.

Die Menschen werden dann das tun, was sie für richtig halten. – Götz Werner

Hören Sie hier noch einmal das Interview nach:

Er ist einer größten Kritiker des Grundeinkommens.Gerd HabermannEr ist einer größten Kritiker des Grundeinkommens. 

Gerd Habermann kritisiert die Ideen von Werner. Aus seiner Sicht würde das bedingungslose Grundeinkommen zu einer immensen Abhängigkeit vom Staat führen. Habermann ist Wirtschaftsphilosoph und forscht momentan an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Potsdam.

Hören Sie das Interview zwischen Gerd Habermann und Doris Hellpoldt hier noch einmal nach:

Die Vertreter des bedingungslosen Grundeinkommens überbieten noch die Sozialisten. – Gerd Habermann

Eine Einführung in die Ideen von Götz Werner finden Sie hier:

In der Schweiz haben die Grundeinkommensunterstützer Daniel Häni und Enno Schmidt einen Film gedreht:

Kommentare:

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  • Michael says:

    Gerd Habermann ist doch einfach nur ein Egoist, seinen Professorentitel hat er wohl in der Tombola gewonnen?  Er hat überhaupt keine Gegenagumente und hat nur Angst das er mehr Steuern bezahlen muss. Er redet immer nur von Freiheit meint aber Feudalismus.

  • kaleb says:

    Ich denke, es gibt nicht wenige Menschen, die im Falle eines GE tatsächlich arbeiten würden, eben weil sie nicht müssen.

    Die diskriminierende Bedürftigkeitsprüfung ruft eine Trotzreaktion hervor, und viele meiden die Arbeit, um sich nicht von Emporkömmlingen; Geschäftsführern und intriganten Kollegen herumkommandieren oder mobben zu lassen.

    Dieser Trotz fiele mit dem bedingungslosen GE weg und wandelt sich vielleicht in Lust oder sogar Ehrgeiz, auch mal etwas zu tun.

    “Ich will, weil ich nicht muss” versus “Ich will nicht, weil ich muss”.

    Andererseits gibt es sicher viele, die eine solche noble Geste bzw. einen solchen Vertrauensvorschuss nur für Dummheit halten und unverschämt die Hand aufhalten.

    So kannte ich mal einen Ossi (bin selber einer), der prahlte, sechsmal sein Begrüßungsgeld abgeholt zu haben.

    Sicher gibt es noch eine hohe Dunkelziffer von illegalen Leistungsbeziehern.

    Sollte dies im Falle des BGE auch eintreten, müssten die Betroffenen wegen Vertrauensmissbrauch bestraft werden, denn soll eine an sich gute Idee an solchen Schmarotzern scheitern?

    Problematisch sehe ich allerdings den Übergang vom bestehenden System zum Grundeinkommen. Zudem verhält sich die Produktion eines Gutes primär zu dessen Konsum. Aber man soll darüber nachdenken!

  • Andreas says:

    Viele Menschen sprechen negativ von Gutmenschentum, wohinter sich verbirgt, dass man den Menschen nicht zutraut, ohne Druck und Existenzangst etwas zu leisten.

    Es ist meiner Meinung nach eine Angst, die sich zudem der Auslese von Negativbeispielen bedient. Also da sieht man dann zB eine Dokumentation über irgendwelche schlimmen Lebensentwürfe, kaputte Familien usw. Natürlich wird es auch immer einenen prozentualen Anteil von Betrügern oder Faulenzern geben. Vergessen wir aber nicht, dass wir diesen Anteil in allen Schichten der Gesellschaft finden und die obersten nur vermeintlich ihre Lebensleistung ihrer eigenen Arbeit und Anstrengung, nämlich hinauf zu kommen, verdanken. Viele Leute brauchen eben gar nichts tun, um so weit zu kommen, irgendwann auch finanziell abgesichert zu sein: Von der Wiege bis zur Bahre nimmt deren Leben einen wunderbaren Verlauf. Es fügt sich.



    Dann gibt es diejenigen, die von der Wiege an nicht so viel Glück haben. Dazu gehöre ich. Meine Depressionen bekam ich immer dann, wenn es um Existenzangst ging. Meine Kindheit war nicht rosig, aber ich brauchte nur Zeit um mich zu gesunden. Stattdessen konfrontierte man mich mit der Existenzangst, oder sollte ich sagen, es ist Schicksal?

    Man kann diese Existenzangst nehmen und befreit die Kreativität. Nicht jederm, aber ich sag 80%-90% der Arbeitsfähigen würde kein Gefallen daran finden, sich auf lange Sicht hinzulegen. Die Triebkräfte des Menschen drängen ihn zu einer sozialen Gruppe, die er meist in der Arbeit findet, in der Leistung für etwas, und vor allem in dem PLUS zum möglichen bedingungslosen Mindesteinkommen. 400 Euro könnte man als Basis nehmen. Aber damit sind nur Grundkosten gedeckt. Wer einen PC will, oder mal verreisen will, der wird LUST haben zu arbeiten.



    Die gegenwärtige Situation nutzt nur der Wirtschaft. Es ist eine Ausbeutung und schon an sich ist der gegenwärtige Zustand menschenverachtend. Es wird geschminkt mit dem Leistungsgedanken. Aber wie wird das definiert?

    Ich gebe meine Arbeit her, und kann man meine Lebensentwürfe vergessen.

    Das ist die Definition. Es liegt eine griossartige Einseitigkeit in den herrschenden Verhältnissen. Der Wirtschaft wird gedient, dem Menschen nicht. Abstrakte Welt ist das.



    Den gesellschaftlichen Beitrag, den ich mit meinen Talenten (zB als Künstler oder sonstwas) leisten könnte, wenn ich denn meine Depressionen und Ängste los werden könnte, ist unvergleichlich mehr wert, weil ich mich mit ganzer Seele einlassen kann, als wenn ich versklavt werde und meine Identität verliere und krank werde.



    Auch ohne Depressionen würde die Masse der Menschen mehr zum Gesellschaftlichen beitragen, als nur ein durch Hartz Vier kaputt gemachter Mensch. Viele Betrüger sind heute unterwegs, weil die Existenz sie dazu zwingt.



    Ich empfinde es als Unverschämtheit eigentlich, dass diese Diskussion nicht an dem Punkt geführt wird, wie man diese Dinge umsetzen kann: Die Zeit drängt, die Menschen leiden, die Gesellschaft zerbricht.



    Ich prognostiziere mal, nur eine Krise wird die Obrigkeit aufrütteln. Weil niemand will Veränderung. Selbst die jenigen, die profitieren würden, haben heute Angst vor Veränderung.- Das ist normal.

    Aber was erleben wir: Eine stetige Veränderung der Möglichkeiten zum Besseren zu kommen. Die Politik treibt ein übles Spiel mit dem Potential unseres Landes!

  • Ralf says:

    Das ganze Gejammere darüber, wie schlecht es uns geht bringt nichts.

    Wir sind das Volk!! heißt es und nur wir können unseren Politikern Druck

    machen, in dem wir endlich laut unseren Unmut bekunden.

    Susanne Serena Kreth hat das in Ihrem offenen Brief an die Bundesregierung

    in eindrucksvoller Weise auf den Punkt gebracht .

    Man kann Ihn auf Ihrer Internetseite lesen und herunterladen.

    Ich würde mir wünschen, daß Tausende Menschen diesen Brief ebenfalls an

    unsere Bundesregierung Senden.

  • Max Rasmussen says:

    Herr Habermann, da hab ich am Stammtisch nach 5 Bier schon bessere Gegenargumente gehört.

    Dafür, dass Sie Professor sind haben sie erstaunlich wenig Ahnung von dem Thema.

  • Alex says:

    Mir ist ganz schön schlecht nachdem ich mir angehört habe was dieser Herr Habermann für ein Menschenbild hat und wie der redet über Menschen die einen harten Vollzeit-Job machen um trotzdem zu wenig Geld zu verdienen für ein Menschenwürdiges Leben!



    Man merkt, dass es ihn einfach nicht interessiert wie es den Menschen geht!

  • Ironiker says:

    Schlaraffenland genießen! Solange es noch irgendwie aufrechterhalten werden kann. Derzeit gehts stramm Richtung Finanzierung mit der Notenpresse. Wenn dann mal Staatsbankrott ist, muss eh jeder schauen, wo er bleibt. Schadet nicht, dann doch noch ein kleines Guthaben - ob aus Hartz IV, aus Schwarzarbeit, als Freiberufler oder als Unternehmer angespart - auf den Seychellen gebunkert zu haben. Ansonsten: Umverteilung Marsch! Solange ich genug davon abbekomme.



    “Der Staat ist die große Fiktion, nach der sich jedermann bemüht, auf Kosten jedermanns zu leben.” Frederic Bastiat



    Versuchen wir noch ein Weilchen, etwas vom Kuchen abzubekommen, so lange die Regierungen noch etwas zu verteilen haben.

  • Tanina Winter says:

    Ja, die Frage nach der Drecksarbeit. Man hört förmlich die Angst raus, keiner macht’s mehr, womöglich bleibt’s an mir hängen? Hilfe! Ihhh.

    Wo wir doch so viele Haupt- und Sonderschüler und Ausländer für die Drecksarbeit haben, die ja quasi eigentlich dafür geboren sind, oder es sich durch ihre Schulbildung ausgesucht haben!

    Meine Fresse, ganz schön borniert!

  • marcus says:

    die argumente der kritiker kann man immer auf letztendlich eines herunterbrechen: „wer, aber wer macht dann die ganze drecksarbeit?“



    bezeichnenderweise wird dieser punkt auch jeweils von eher wolhabenden teilnehmern geäussert.



    wenns nur das ist lieber herr habermann wie auch herr friedmann—dieses „problem“ wird sich sicher irgendwie lösen lassen.

  • alex says:

    au backe!!

    der herr habermann ist ja schwer krank-mach mir da echt bissl sorgen!

    wie kann man nur so depressiv und pessimistisch sein,dass man nicht mehr klare bilder sehn kann.

    wer nicht arbeitet soll auch nix essen?

    herr habermann! ich bin schwerbeschädigt,wollen sie mich aushungern,oder welche (...) lösung hätten sie?übrigens kann ihnen das schon mit dem kleinsten ausrutscher bei glatteis geschen-gute träume!

    ansonsten sollte dieser (...) mensch sofort aus dem lehramt genommen werden! wer mag das veranlassen?



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  • Frank M says:

    Nachtrag: aus politikwissenschaftlicher Sicht wäre das ein höchst interessanter Prozess, der den wissenschaftlichen Diskurs endlich von der Entfremdung befreien würde. Politik wäre nicht zu 90% von Sozialstaatsfragen geprägt, die Bürger weniger von Versprechen abhängig. Der Bürger ist letztendlich schon Sklave des Staates, bei derart geringen K die auch die Verschuldungsspirale immer weiter drehen. Was hat das bisherige System gebracht? Es wird zwangsläufig an einem Nullpunkt enden, wenn Wettbewerb immer nur ums “weniger” und “billiger” kreist. Wir brauchen einen neuen Ansatz. Ich befürchte jedoch, dass es erst einiger Generationen bedarf, die mit einem Gedanken von Gleichberechtigung und Selbstverpflichtung aufwachsen, bis sich eine solche Fundamentalreform durchsetzen kann. Die jetzige alte Generation ist noch viel zu sehr mit der Druchdringung der neuen technischen Möglichkeiten beschäftigt. Wie soll es da auch noch eine Durchdringung neuer sozialer Konzepte geben? Allein der komparative Vorteil, Geld nicht mehr zur Verwaltung von Arbeitslosen einzusetzen, als zu ihrer Versorgung, ist enorm. Ich freue mich auf die neue Phase. Und das beste. Fängt ein Land an, würden andere folgen müssen, da ihre Produkte auf dem Weltmarkt mit den eigenen Sozialkosten belegt sind. Derzeit “renoviert” Deutschland auf Kosten anderer Nationen seinen Haushalt, wie von der OECD kritisiert.

  • Frank M says:

    Kanns sein dass die Betonung falsch ist? Die Grundlage der heutigen Probleme ist die globale Ungleichheit von Staaten, die an einem Markt ohne Grenzen teilnehmen. Der Unterbietungswettlauf hat so keine Grenzen. Diesen zu stoppen ist die Hauptaufgabe einer modernen, offenen Gesellschaft, sind die 100% Konsumsteuer, die unsere Produkte (und Unternehmen) von den Sozialkosten befreien und die billigen ausländischen Produkte belastet - endlich würde mal Qualität in die Globalisierung bringen. Und wer jetzt aufschreibt UNTERNEHMEN ENTLASTEN AAAAAA, dem sei der Hinweis geboten, dass bisher alle Steuern über den Verkauf der Waren auf den Konsumenten umgelegt werden. Das bisherige System stützt die Umverteilung. Steuerlöcher werden nur von denen genutzt, die ein übergeordnetes Interesse (also Geld) daran besitzen.

    Hätte nach 1945 der Wiederaufbau so gut vonstatten gehen können, wenn die Menschen nur die Sklavereimotivation hätten?



    Mieser Sozialwissenschaftler, eingeengte Sicht, null Fähigkeit über Horizonte zu denken. Aber gut, bei mir hats auch zwei Jahre gedauert, bis ichs begriffen habe.

  • Marcus Engert says:

    Liebe Besucher,



    im letzten Artikel mussten wir leider einen Teil des Textes entfernen, da er gegen die Gebote der Fairness und gegenseitigen Achtung verstoßen hat. Die Kommentarfunktion ist bei uns bisher offen und bietet Ihnen und uns allen einen Dialog. Wir würden uns freuen, wenn dieser fair und höflich bliebe und auf Beleidigungen verzichtet wird, da wir andernfalls dazu übergehen müssen, Ihre Kommentare erst nach Überprüfung freizuschalten. Dies ist nicht in unserem und nicht in Ihrem Interesse. Bleiben Sie daher bitte fair! Vielen Dank.

  • Mamu says:

    Herr Habermann ist ja auch schon Staatsskalve, sogar ein gut bezahlter! Ob er jetzt wirklich so leidet!

    Er mit seinem Staatsgehalt, sollte es vielleicht mal auf Hartz4 Niveau senken und dann würdevoll in Armut leben trotz Vollerwerbsarbeit.

    Solche Intellektuellen [von der Redaktion entfernt], von denen haben wir leider mehr als genug!

    Armut ist und bleibt Armut ob in Haiti, Indien oder Deutschland!

    Und dann das populistische Argument von wegen Hartz4 Empfänger mit Seesicht! Der missgönnt den Steuerzahler und Empfänger wohl alles ob wohl er genau so am Staatstopf hängt!

  • Stephanus says:

    Erstaunlich, mit welcher Selbstverständlichkeit Herr Habermann den Grundeinkommensbefürwortern ständig Behauptungen in die Schuhe schiebt, die er selbst erfunden hat. Einfach schlechte, teils ehrverletzende Polemik.

  • lucius says:

    mit dem audio von götz werner scheint was nicht zu stimmen.

    da ist nur die moderatorin zu hören, die von frau wiest spricht. ???

  • Anonym says:

    hmm, schöne strohmann argumente.

    oh, die bösen einwanderer, als könnte man die Auszahlung des grundeinkommens nicht auf leute deutscher Nationalität (die das auch die letzten 5 jahre waren) beschränken.



    Ich finde auch “stark” wie dieser herr habermann “lobt” “sich mit einfacher arbeit durchzuschlagen” wenn sie völlig unterbezahlt ist.



    Mit unseren hartz4 regelungen bleibt einem garnichts mehr übrig als das gesammte Familienvermögen aufzubrauchen, und dann von Lebensmittelgutscheinen zu leben. (Geld wird auf 0 sanktioniert wenn man nicht puzzles legen will)

    Menschenwürdige oder sinvolle Arbeit finden kann man da vergessen.