Der Praxistest für das Grundeinkommen

von Christiane Wittenbecher am

Das Thema sorgte für Diskussionsstoff - das Grundeinkommen. Jetzt soll es im Feldversuch einem Praxistest unterzogen werden.


Der Praxistest für das Grundeinkommen Jeden Monat ein sicheres Einkommen - ganz ohne Arbeit durch das Grundeinkommen. Foto: Lennart Preiss/ ddp.

André Presse André PresseEr ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Feldversuch Der Test soll zeigen, was passiert, wenn Menschen eine bedingungslose finanzielle Grundsicherung bekommen. André Presse ist Wissenschaftler an der Universität Karlsruhe, genauer am Institut für Entrepreneurship und arbeitet zusammen mit der Breuninger Stiftung und dem Vordenker des Grundeinkommens, Götz Werner an dem Feldversuch. Ihn haben wir gefragt, wie der Versuchsplan genau aussieht.

Kinder sind in Deutschland das Armutsrisiko Nummer 2  - André Presse

Hören Sie hier das Interview noch mal nach:

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Es wurden bereits 5 Kommentare zu diesem Artikel geschrieben. Diskutieren Sie mit.
  1. Herbert Haberl

    Herbert Haberl am

    Die sozialen Sicherungssysteme tragen deshalb immer weniger, da sie auf die Idee bauen, es gäbe Wohlstand und Arbeit für alle ohne Rücksicht auf Gemeingüter.

    Doch Wohlstand (Gewinn) kann durch Innovation und einhergehender Rationalisierung mit immer weniger menschlicher Arbeit erzeugt werden - Maschinen übernehmen Arbeitsleistungen und Computer übernehmen Dienstleistungen. So kommt es unweigerlich zu immer mehr Menschen in unsicheren oder arbeitslosen Lebensverhältnissen. Und der Wohlstand fußt auf den Verbrauch von Gemeingütern über ein verantwortbares Maß hinaus - unser Verbrauch zerstört unsere Lebensgrundlagen.

    Das alternative gesellschaftliche Versprechen könnte sein: Wohlgefühl und sinnvolle Beschäftigung für alle, das Ganze finanziert über Verbrauchssteuern und gewährleistet durch ein bedingungsloses Grundeinkommen.

    Eine vorurteilsfreie Betrachtung und erste praktische Umsetzungen zeigen: Es ist machbar!

    Ich wünsche uns allen, dass wir diesmal nicht aus gesellschaftlichen Katastrophen lernen, sondern aus individueller Einsicht und Rücksichtnahme auf Mitmensch und Natur.

    Wir brauchen nach der Aufklärung des 17./18. Jahrhundert und damit dem Ausgang des Menschen aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit eine „zweite Aufklärung“ mit dem Ausgang des Menschen aus der selbstverschuldeten Rücksichtslosigkeit.

  2. Frank Martischewski

    Frank Martischewski am

    Was bringt ein Berufsdemonstrant, der über die Erreichung seines Ziels traurig wäre. Wenn er seinen Lebenszweck darin verlöre, das gepredigte Unrecht tatsächlich zu beseitigen.
    Was bringt ein Gewerkschafter, der eher um seinen Job fürchtet, als das er sich über das dauerhafte Ende des Lohnkampfes freut.
    Wie sinnvoll ist Politik, die ein Ende der Ungerechtigkeit verhindert, weil sie sich sonst zu großen Teilen überflüssig machen würde.
    Hinter allem stehen Menschen, die sich im Kampf gegen ein unrechtes System, mit diesem vollkommen identifizieren. Ein Verlust des angeprangerten Unrechts, hätte den Entzug eines Teils ihrer Identität, ihres Selbstbildes zur Folge.
    Das hat was von Stockholm-Syndrom
    Leider werden damit unsere ehemaligen Freunde nun auch noch zu unseren Feinden. Es sei denn, die Einsicht hält Einzug.

  3. Herbert Haberl

    Herbert Haberl am

    Freundlichkeit trotz Widerspruch, Geduld trotz Not und Beharrlichkeit trotz Niederlagen werden helfen, das Einsicht gewinnt. Alles andere lässt uns wieder über Katastrophen lernen.

  4. Frank Martischewski

    Frank Martischewski am

    Eine solche Studie ist natürlich nicht repräsentativ. Soweit ich mich erinnere beginnt Repräsentativität ab 1300 Teilnehmern, gleichverteilt, in dem Fall wohl ordinalskaliert in einer abgeschlossenen Umwelt unter Beachtung indirekter Interviewmethiden und einem maximalen Fehlerfaktor von 3. Alles Punkte die nicht eingehalten werden können - und die relativ wenig mit dem Leben zu tun haben. Bundestagsumfragen sind ja auch nicht immer die Wucht.
    Der Versuch erfüllt deshalb nur eine symbolische Funktion um uns vielleicht ein wenig über uns selbst hinweg zu helfen. In der Weimarer Republik und in der DDR gab es ein Grundrecht auf Arbeit. Beide sind auf ihre ganz eigene Art gescheitert. Einmal weil keine Arbeit vorhanden war und soziale Unruhen die Mitte aufrieben. Zweimal weil Arbeit nichts mit Selbstbestimmung zu tun hatte. Menschen wurden in Betriebe geschickt als Beschäftigungsmaßnahme. Die Arbeit machte keinen Sinn, entsprechend gering war die Motivation und die Leistungsfähigkeit der Unternehmen. Zwar hatte jeder “Arbeit”, aber wo das endete, wissen wir.
    Deutschland weist zu beiden Seiten Ähnlichkeiten auf. Wir zwingen Menschen in Arbeit. Und dann bezahlen wir auch noch Menschen, die diese unnötige Arbeit organisieren. Nicht weil es Grundrecht ist, sondern weil wir meinen, Menschen erziehen zu müssen. Doch gerade das Bewusstsein nicht für sich selbst verantwortlich zu sein, bremst jeden Tag Millionen Menschen aus. Wir schädigen jene, die unseren Respekt verdient haben, um einige zu strafen, denen wir mit Missachtung begegnen.
    Grundeinkommen wäre nach meiner Meinung nach eine Marktbereinigung zu Gunsten der Menschlichkeit, die in technokratischen Paragraphenwälzern zerquetscht wird. Nicht regelt sich so gut selbst, wie die Natur. Und wir können uns ja mal umschauen, wohin uns die Natur bisher gebracht hat :)

 

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