Panzer-Deal: Warum Waffenlieferungen an Saudi-Arabien nicht so überraschend sind

06.07.2011

Der geplante Panzer-Deal schlägt hohe Wellen. Saudi-Arabien mag in der Kritik sein - ist aber ein verlässlicher Partner, an den Europa und der Westen schon länger Waffen liefert, sagt unser Interviewpartner.

Der Leopard 2 - hier eine ältere Version - gilt als modernster Kampfpanzer der Welt. / © Bundeswehr/Modes

Redakteur bei «ADLAS – Magazin für Außen- und Sicherheitspolitik» und bei «zenith – Zeitschrift für den Orient».Marcus MohrRedakteur bei «ADLAS – Magazin für Außen- und Sicherheitspolitik» und bei «zenith – Zeitschrift für den Orient». 

Mitten im „arabischen Frühling“ will Deutschland moderne Kampfpanzer an das autoritär regierte Saudi-Arabien liefern. In der vergangenen Woche hat der Bundessicherheitsrat offenbar den Export von bis zu 200 modernen Panzern genehmigt. Das Königreich soll bereits 44 der deutschen Leopard-Panzer gekauft haben. Befürworter sprechen von Regeln der “Realpolitik”, Gegner halten den Handel für moralisch verwerflich.

Der Deal scheint eine Abkehr von der bisherigen Politik zu sein, keine schweren Waffen in ein autoritär geführtes Königreich zu exportieren. Schlägt die Bundesregierung damit einen ganz neuen Weg ein? Kann man Saudi-Arabien guten Gewissens Panzer liefern? Wie ist die Rolle Saudi-Arabiens einzuordnen? Das wollten wir vom Politologen und Historiker Marcus Mohr. Er ist Redakteur bei «ADLAS – Magazin für Außen- und Sicherheitspolitik» und bei «zenith – Zeitschrift für den Orient».

Dieses Land ist das einzige, auf das man sich in der Region derzeit anscheinend verlassen kann.