“Wir sind im Herzen des Spitzensports angekommen” – Dopingaffäre in Erfurt

30.01.2012

Der Olympiastützpunkt Erfurt steht im Mittelpunkt der aktuellen Dopingdebatten in Deutschland. In Erfurt sollen auch minderjährige Sportler unerlaubt mit Eigenblut behandelt worden sein. Die ARD-Sportschau hat nun Namen von Sportlern veröffentlicht, die sich in Erfurt unerlaubt behandeln lassen haben sollen. Außerdem taucht ein bekannter Name abermals auf: Claudia Pechstein.

Weitet sich der mutmaßliche Dopingskandal aus Erfurt weiter aus? /  Foto: © Robyn Beck/ dapd

Nach aktuellen Recherchen der ARD-Sportschau soll der Erfurter Arzt Andreas Franke das Blut von insgesamt 28 Sportlern mit UV-Strahlen behandelt haben.

Arbeitet als freie Journalistin und Autorin. Sie recherchiert regelmäßig zum Thema Doping.Grit HartmannArbeitet als freie Journalistin und Autorin. Sie recherchiert regelmäßig zum Thema Doping. 

Durch die UV-Behandlung von Eigenblut sollen Sportler leistungsfähiger werden. Auch wenn Dopingexperte Fritz Sörgel vor zwei Wochen hier bei detektor.fm die medizinische Wirkung dieser Behandlung angezweifelt hat, verboten bleibt das Verfahren. Die Nationale Anti Doping Agentur, kurz NADA, hat die Patientenliste offenbar schon acht Monate vorliegen. Trotzdem gibt es bisher nur zwei laufende Ermittlungsverfahren. Eines davon durch Selbstanzeige. Und auch Eisschnellläuferin Claudia Pechstein und Olympiasieger Nils Schumann stehen auf der Liste.

Warum die NADA bisher kaum ermittelt und was der Skandal für den Sportstandort Thüringen bedeutet, darüber haben wir mit der Journalistin Grit Hartmann gesprochen.

Man fragt sich bei der NADA, ob überhaupt etwas passiert wäre, wenn eine Eisläuferin aus Erfurt, Judith Hesse, sich nicht selbst angezeigt hätte. (Grit Hartmann)